Nordrhein-Westfalen versetzt Polizei in erhöhte Alarmbereitschaft

Nach der Schießerei in einem Münchner Einkaufszentrum hat die Polizei in NRW die Polizei in erhöhe Alarmbereitschaft versetzt. Die Polizei in Baden-Württemberg und in Hessen verstärkt ebenfalls ihre Präsenz. Tschechien hat die Polizeistreifen an der Grenze zu Deutschland verstärkt.

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Marcus da Gloria Martins, Pressesprecher der Polizei München, bei einem Statement am Freitag in München (Bayern) nahe dem Einkaufszentrum, in dem Schüsse gefallen sind. (Foto: dpa)

Marcus da Gloria Martins, Pressesprecher der Polizei München, bei einem Statement am Freitag in München (Bayern) nahe dem Einkaufszentrum, in dem Schüsse gefallen sind. (Foto: dpa)

Nach den Schüssen in einem Einkaufszentrum in München mit mehreren Toten zeigt die Polizei in Baden-Württemberg verstärkt Präsenz auf den Straßen. Außerdem seien Spezialkräfte zur Unterstützung nach München geschickt worden, teilte das Innenministerium am Freitagabend auf Anfrage mit. Sämtliche Dienststellen seien informiert und sensibilisiert worden, hieß es. In der Stuttgarter Innenstadt waren zahlreiche Polizeiwagen auf den Straßen zu sehen. In einem Münchner Einkaufszentrum waren am frühen Abend Schüsse gefallen. Die Polizei geht von mehreren Toten aus und spricht von einer «akuten Terrorlage».

Nordrhein-Westfalen hat die Polizei in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Das gelte für alle Polizeieinheiten, sagte Regierungssprecher Thomas Breustedt der Deutschen Presse-Agentur und bestätigte damit einen Bericht der «Rheinischen Post». Es gehe dabei um den Schutz von Großveranstaltungen und größeren Menschenansammlungen. Details nannte er nicht. Es handele sich aber ausdrücklich um eine Reaktion auf die Vorfälle in München.

Auch die Polizeikräfte in Hessen sind „flächendeckend“ in Alarmbereitschaft versetzt worden. Auch wenn aktuell keine Erkenntnisse vorlägen, dass konkrete Anschläge in Hessen geplant oder vorbereitet würden, seien „eine Reihe von offenen und verdeckten Maßnahmen“ eingeleitet worden, teilte der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) am Freitag in Wiesbaden mit.

Die Polizeipräsenz sei bei öffentlichen Veranstaltungen und im Personennahverkehr erhöht worden. Interventionsteams und Spezialkräfte seien „sofort einsetzbar“, erklärte Beuth. Hessische Polizeikräfte unterstützen dem Ministerium zufolge auch die Sicherheitsbehörden in Bayern. Über deren Stärke wurden aus „einsatztaktischen Gründen“ aber keine Angaben gemacht.

In Berlin prüfen die Sicherheitsbehörden, ob der Anschlag Auswirkungen auf die Sicherheitslage in der Bundeshauptstadt gibt. Die Lage in München werde fortlaufend beobachtet und „verantwortungsbewusst“ geprüft, erklärte Innensenator Frank Henkel (CDU). Ein Polizeisprecher wollte keine Angaben dazu machen, ob und welche Maßnahmen getroffen wurden. Innensenator Henkel sprach von „albtraumhaften Nachrichten“ aus München. Er habe seinem bayerischen Amtskollegen jede erdenkliche Hilfe aus Berlin angeboten. „Wir sind jetzt alle Münchner“, erklärte der Senator.

Tschechien verstärkte die Polizeistreifen im Grenzgebiet zu Deutschland. «Vor allem für den Fall, dass einer der Täter versuchen sollte, aus Deutschland zu fliehen», sagte Innenminister Milan Chovanec am Freitag dem tschechischen Fernsehen CT. Auch in vielen Einkaufszentren in Tschechien werde die Polizeipräsenz erhöht, kündigte er an. «Der barbarische Angriff von München zeigt, in was für einer gefährlichen Welt wir leben», schrieb der tschechische Außenminister Lubomir Zaoralek auf Twitter. «Ich fühle mit unseren bayerischen Nachbarn», fügte er hinzu.

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