Türkei: Bosporus-Brücke heißt „Brücke der Märtyrer des 15. Juli“

Die Bosporus-Brücke in „Brücke der Märtyrer des 15. Juli“. Damit will die Regierung den Einsatz der Bevölkerung gegen die Putschisten würdigen. In der Nacht vom 15. Auf den 16. Juli kamen 161 Bürger ums Leben. Weitere 154 wurden schwer verletzt.

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Erdogan-Anhänger am Samstag vor der Bosporus-Brücke in Istanbul. (Foto: dpa)

Erdogan-Anhänger am Samstag vor der Bosporus-Brücke in Istanbul. (Foto: dpa)

Der türkische Präsident Erdogan beim Begräbnis der Opfer des Putschversuchs. (Foto: dpa)

Der türkische Präsident Erdogan beim Begräbnis der Opfer des Putschversuchs. (Foto: dpa)

Die türkische Regierung hat am Dienstag angekündigt, die Bosporus-Brücke in „Brücke der Märtyrer des 15. Juli“ umzubenennen, berichtet CNN Türk. Zudem soll der Platz des Roten Halbmonds in Ankara in „Roter Halbmond-Demokratieplatz des 15. Juli“ umbenannt werden.

In der Nacht vom 15. Juli auf den 16. Juli hatten Putschisten die Brücke besetzt und mit scharfer Munition auf demonstrierende Türken geschossen, was dazu führte, dass noch mehr Menschen auf die Brücke kamen und sich den Putschisten entgegenstellten.

Zum Erstaunen aller kam es in der Putsch-Nacht zu einem Zusammenhalt aller politischen Vertreter und Bevölkerungsteile des Landes. Türkische Bürger jeglicher politischer Richtungen legten sich vor die Panzer, um sie von der Weiterfahrt abzuhalten. Weitere Bürger zogen zum Luftwaffenstützpunkt Akinci in Istanbul, um die Piste mit ihren Körpern zu bedecken und die Kampfjets beim Abflug zu behindern.

Die Tatsache, dass die Putschisten sowohl mit Panzergeschossen als auch mit Kugeln das Feuer gegen die Bevölkerung eröffneten, loyale Sicherheitskräfte niederschossen und mit Panzern über die Körper von Zivilisten fuhren, war der eigentliche Auslöser der Kettenreaktion und die Wut innerhalb der Bevölkerung. Denn keiner hatte mit derartigen Aktionen von türkischen Soldaten, die als Hüter der Nation angesehen werden, gerechnet.

An den Chören und Dialogen der Bürger, die aus diversen privaten Youtube-Videos hervorgehen, kommt deutlich hervor, dass die Putschisten als „Vaterlandsverräter“, und „Ehrenlose“ gebrandmarkt wurden.

Hinzu kommt, dass erstmals bei einem Putsch das Parlament, das Hauptgebäude des Nachrichtendiensts, der Präsidentenpalast, die Stützpunkte der Spezialkräfte der Polizei und der Armee und weitere wichtige Gebäude von Kampfjets bombardiert wurden, berichtet die Zeitung T24.

Dramatisch Szenen spielten sich auch unter loyalen Militärs und Putschisten ab. Eine Gruppe von 20 Putschisten, einschließlich des Brigadegenerals, kam am 15. Juli in das Hauptgebäude der Spezialkräfte des Militärs. Sie wurden vom wachhabenden Unteroffizier Ömer Halisdemir begrüßt. Brigadegeneral Terzi sagte dem Unteroffizier Halisdemir, dass geputscht wird. Alle hätten sich zu ergeben, berichtet die Zeitung Cumhuriyet. Daraufhin soll der Unteroffizier Halisdemir seine Waffe gezogen, dem Brigadegeneral in den Kopf geschossen und sieben weitere Putschisten erschossen haben. Die restlichen Putschisten töteten Halisdemir.

In der Putschnacht kamen 161 Menschen ums Leben, berichtet die Zeitung Aksam. 154 weitere Personen wurden schwerverletzt.

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