Österreich: Erste Anzeichen für neue Massen-Einwanderung aus Italien

Österreich erwartet, dass Italien schon bald mit dem massiven Zustrom afrikanischer Flüchtlinge überfordert sein wird. Bislang seien fast 150.000 Migranten in Notunterkünften untergebracht, doch die Kapazitäten gehen zur Neige. Aus einem Bericht der Regierung geht hervor, dass die meisten Flüchtlinge nach Deutschland weiterreisen wollen.

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Migranten und Flüchtlinge protestierten am 5. August in Ventimiglia in Italien und versuchten, über das Meer nach Frankreich zu gelangen. Österreich erwartet eine Massen-Einwanderung aus Italien. (Foto: dpa)

Migranten und Flüchtlinge protestierten am 5. August in Ventimiglia in Italien und versuchten, über das Meer nach Frankreich zu gelangen. (Foto: dpa)

Die österreichische Kronen-Zeitung zitiert aus einem Bericht der österreichischen Regierung. Demzufolge sei der Zustrom afrikanischer Flüchtlinge mit rund 100.000 Personen nach Italien so stark wie im ersten Halbjahr 2015. Dort seien bereits rund 144.000 Personen in Notunterkünften untergebracht. Die bisherige Strategie Italiens, die Migranten im Land zu verteilen, gerate ins Wanken. Die Strukturen seien an der Kapazitätsgrenze, zitiert die Kronen-Zeitung aus dem Bericht.

Erwartet wird, dass sich die Flüchtlinge auf den Weg Richtung Deutschland machen. „Wenn Italien die Lage nicht mehr im Griff hat, wissen wir, was auf uns zukommt – fast alle afrikanischen Migranten wollen weiter nach Deutschland. Und sie müssen somit über die Schweiz oder über unsere Brenner-Grenze Richtung Norden. Und viele werden dann sicher von Deutschland zurück zu uns abgeschoben“, zitiert die Zeitung einen hochrangigen Vertreter einer Regierungsbehörde.

Weiter wird aus dem Bericht zitiert: „Seit 1. Jänner 2016 schafften es 98.993 Migranten von Afrika nach Italien. Die hohe Zahl des Vorjahres (97.990) wird somit sogar leicht übertroffen.

Die meisten Schiffe (662 mit 86.711 Menschen) starteten in Libyen, in Ägypten (38) und in der Türkei (18). 144.210 Personen leben bereits in den italienischen Asyl-Notunterkünften. Die Migranten stammen fast alle aus Subsahara-Afrika, etwa aus Nigeria oder Gambia, aber auch aus Eritrea. Zitat aus dem Bericht: „Es kommen jedoch keine Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan oder aus dem Irak.“

In der Lagebeurteilung wird konkret von „prekären Zuständen in Mailand“ und von einer „dramatischen Lage an Italiens Grenze zur Schweiz“ gewarnt. Hunderte Migranten kampieren in Parks und auf Bahnhöfen, die hygienischen Bedingungen seien katastrophal. Und Italiens Regierungschef Matteo Renzi stehe massiv unter Druck. Die Opposition kritisiere scharf, dass er „bei der Flüchtlingsproblematik jede Führung verloren hat“.

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