EZB nimmt italienischen Banken den Druck bei faulen Krediten

Die EZB will vorerst nicht mit Härte gegen das Problem der faulen Kredite bei Europas Banken vorgehen. Die zurückhaltende Kontrolle verschafft vor allem den italienischen Instituten etwas Luft.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) verschafft den europäischen Banken etwas Luft. Die Institute müssen sich Ziele setzen, welches Level an ausfallgefährdeten Darlehen sie in einem und in drei Jahren erreichen wollen, wie die EZB am Montag mitteilte. Diese Ziele sind allerdings nicht bindend. Die EZB will nur eingreifen, wenn Banken die angepeilten Werte deutlich überschreiten. Besonders italienische Geldhäuser können damit aufatmen. Sie hatten im Fall von bindenden Obergrenzen befürchtet, zu Notverkäufen von Portfolien gezwungen zu werden.

Banken in der Eurozone schieben faule Kredite mit einem Volumen von 900 Milliarden Euro vor sich her. Bei den 129 Großbanken, die von der EZB beaufsichtigt werden, sind rund sieben Prozent aller Darlehen ausfallgefährdet. In Italien liegt die Quote bei 12 Prozent, in Portugal bei 15 Prozent und in Griechenland bei 47 Prozent. Deutschland kommt lediglich auf zwei Prozent. Hier sind die Vorgaben nur für einzelne Geldhäuser wie die HSH Nordbank relevant. Sie leidet unter vielen ausfallgefährdeten Schiffskrediten und wurde von der EZB deshalb bereits vor einiger Zeit aufgefordert, auszumisten.

Ein Berg an faulen Krediten hindert Institute aus Sicht der Notenbank daran, Geld an die Realwirtschaft zu verleihen und ihre Kapitalpuffer zu stärken. Auf der anderen Seite will die EZB Geldhäuser nicht zu Notverkäufen zwingen, die ihnen Verluste einbrocken und ihre Kapitalbasis schwächen. In Italien stehen bereits heute mehrere Banken unter Druck und wollen neues Kapital aufnehmen, darunter die HVB-Mutter UniCredit und die Krisenbank Monte dei Paschi di Siena.

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