Umfrage: Hollande verliert Unterstützung der eigenen Partei

Frankreichs Präsident Francois Hollande ist bei den Wählern so unbeliebt, dass er es einer Umfrage zufolge gar nicht erst ins nächste Rennen um den Elysee-Palast schaffen könnte.

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Vielmehr würde er bei der Kandidatenkür seiner sozialistischen Partei dem früheren Industrieminister Arnaud Montebourg unterliegen, wie am Montag aus der Erhebung von BVA-Salesforce hervorging. Von den Anhängern der Sozialisten sprachen sich demnach für Hollande 48 Prozent, für Montebourg 52 Prozent aus. Der als politisch besonders links geltende Montebourg hatte erst am Sonntag angekündigt, bei der Vorwahl der Sozialisten im Januar antreten zu wollen. Hollande dürfte trotz der für ihn seit langem desolaten Umfrageergebnisse bereits im Dezember seinen Hut in den Ring werfen.

Der 53-jährige Montebourg hat als Industrieminister unter Hollande lautstark für den Erhalt von Arbeitsplätzen in Frankreich gekämpft, konnte aber die Schließung einiger symbolträchtiger Großfabriken doch nicht verhindern. Über Hollande hat er nicht immer freundlich gesprochen, eine Äußerung aus dem Jahr 2007 ist vielen Franzosen noch in lebhafter Erinnerung: Als Sprecher von Hollandes ehemaliger Partnerin und damaliger Präsidentschaftskandidatin Segolene Royale sagte er, sie habe nur einen Fehler, und das sei ihr Lebensgefährte.

Bisher signalisierten Umfragen bereits, dass der 62-jährige Hollande kaum Chancen auf eine zweite Amtszeit hat – praktisch unabhängig davon, wer aus dem gegnerischen Lager gegen ihn antritt. Die auf zwei Runden ausgelegte Präsidentschaftswahl könnte am Ende auf eine Stichwahl hinauslaufen zwischen Marine Le Pen vom rechtsextremen Front National und einem Mitte-Rechts-Vertreter – wahrscheinlich der ehemalige Ministerpräsident Alain Juppe oder Ex-Präsident Nicolas Sarkozy.

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