Bank of England kämpft um ihre Unabhängigkeit

Die britische Notenbank will sich nicht den Vorgaben der Regierung unterordnen. Es wird sich allerdings zeigen, wie lange die Notenbank diese Position halten kann.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Die Bank of England (BoE) verbittet sich jede Einmischung der Politik. „Wir werden keine Anweisungen von politischer Seite mit Blick auf unsere Ziele entgegennehmen“, sagte der Chef der britischen Notenbank, Mark Carney, am Freitag. Damit konterte er mit scharfen Worten Kritik von Premierministerin Theresa May an den niedrigen Zinsen. Vor dem am 3. November anstehenden Zinsentscheid der Notenbank hatte May auf ein Ende der ultra-lockeren Geldpolitik gedrungen. Sie warnte vor negativen Nebenwirkungen der „Krisenmedizin“ und verwies darauf, dass insbesondere Sparer durch die Nullzinspolitik schlechter gestellt seien. Die Zentralbank ist unabhängig.

Die Briten hatten sich am 23. Juni mehrheitlich dafür entschieden, der EU den Rücken zu kehren. Dies hat zu Verunsicherung in der Wirtschaft geführt. Um die Konjunktur nach dem Referendum anzukurbeln, hat die BoE im August die Zinsen gekappt. Zudem öffnete sie die Geldschleusen weiter und stockte ihre Staatsanleihenkäufe um 60 Milliarden auf 435 Milliarden Pfund (514 Milliarden Euro) auf. Angesichts der unsicheren Konjunkturaussichten hält sie sich für eine weitere Senkung der Leitzinsen bereit, die von den Währungshütern derzeit auf dem Rekordtief von 0,25 Prozent gehalten werden.

Der Kanadier Carney muss in den nächsten Wochen erklären, ob er für weitere drei Jahre als BoE-Chef zur Verfügung steht. Seine derzeitige Amtszeit läuft bis Mitte 2018.

Carney verschaffte mit den Bemerkungen dem Pfund Sterling am Freitag zeitweise etwas Auftrieb. Ihm sei der Wechselkurs des Pfund „nicht egal“, stellte der Währungshüter klar. „Wir werden zwar keine Marke anvisieren, wir werden auch keine magische Zahl nennen, jedoch werden wir den Kurs bei unseren Überlegungen berücksichtigen“. Seit dem Brexit-Votum hat das Pfund zum Dollar rund 20 Prozent verloren.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick