Continental senkt Gewinnprognose

Der Autozulieferer Continental hat wegen zusätzlicher Belastungen von fast einer halben Milliarde Euro seine im Sommer erst angehobene Gewinnprognose für dieses Jahr gesenkt.

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„Software ist das neue Rad der Industrie", so Continental-Chef Elmar Degenhart. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

„Software ist das neue Rad der Industrie“, so Continental-Chef Elmar Degenhart. (Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Produkthaftung, Vorsorge für Kartellstrafen und höherer Aufwand für Forschung und Entwicklung verringerten den bereinigten operativen Gewinn (Ebit) um insgesamt 480 Millionen Euro, erklärte der Konzern am Montagabend in einer Pflichtmitteilung. Die Umsatzprognose für 2016 von 41 Milliarden Euro blieb unverändert, doch die operative Marge werde bei über 10,5 statt bei mehr als elf Prozent liegen. Die Aktie des Dax-Konzerns verlor zu Handelsbeginn mehr als 3,7 Prozent. Analysten äußerten sich besorgt, dass die höheren Entwicklungskosten womöglich nicht nur vorübergehender Natur seien.

In der Automobilsparte kappte der Zulieferer sein Renditeziel um zwei Prozentpunkte auf gut 6,5 Prozent Betriebsgewinn vom Umsatz. Im vierten Quartal sei dennoch eine Marge von über neun Prozent zu erwarten. Mit 390 Millionen Euro entfällt der größte Batzen der Belastung auf das nicht näher erläuterte Kartellverfahren und die Gewährleistung für Produkte aus den Jahren 2004 bis 2010. Die Forschungs- und Entwicklungskosten müssten plötzlich um 60 Millionen Euro angehoben werden. „Die Ursachen dafür liegen in dem erheblich beschleunigten, strukturellen Wandel in der Automobilindustrie“, erklärte Continental. Für Infotainmentsysteme müsse „vorübergehend“ mehr ausgegeben werden. Die Forschung an umweltfreundlichen Antrieben, also Elektroautos, müsse umgehend verstärkt werden.

Nach Einschätzung der Analysten von Barclays steckt dahinter vor allem der unerwartet schnelle Ausbau rein batteriebetriebener Antriebe. So hatten Volkswagen und Daimler auf der Automesse in Paris ihre Elektroauto-Offensiven mit zahlreichen neuen Modellen und einem schnelleren Markthochlauf als bisher vorgestellt. Die Brückentechnologie Hybridmotoren sei womöglich kurzlebiger als gedacht, vermuteten die Barclays-Autoexperten. „Wir glauben, Conti könnte überinvestiert haben in Technologien, die sich als vorübergehend herausstellen und sich weniger rechnen als ursprünglich angenommen“, hieß es in einem Kommentar. Dies könne zu einer langwierigen Belastung werden, da das Management eine „strategische Anpassung“ ankündige und Forschungsmittel noch stärker umschichten will. Zudem sei der Kostendruck von den Autoherstellern hoch. Das alles bringe die Conti-Aktie unter Druck. Barclays reduzierte ebenso wie Natixis das Kursziel für den Blue Chip auf weniger als 180 Euro.

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