Politik

Stahlindustrie: 2,3 Prozent mehr Lohn ab Januar

Lesezeit: 1 min
26.11.2015 13:20
Die 75.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie bekommen ab Januar 2,3 Prozent mehr Geld. Die IG-Metall hat einen entsprechenden Tarifvertrag bis Ende Februar 2017 ausgehandelt. Beide Seiten sprechen von einem tragbaren Kompromiss.
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Bei den Tarifverhandlungen für die rund 75.000 Beschäftigten der nordwestdeutschen Stahlindustrie haben sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber am Donnerstagmorgen geeinigt. Die Einkommen sollen ab Januar 2016 um 2,3 Prozent steigen, wie Arbeitgeber und IG Metall nach elfstündigen Verhandlungen in Düsseldorf mitteilten. Für die Monate November und Dezember 2015 gebe es zudem eine Einmalzahlung von insgesamt 200 Euro. Der Tarifvertrag läuft bis Ende Februar 2017. Die Tarifkommission der IG Metall muss dem Ergebnis noch zustimmen.

Nach sehr schwierigen Verhandlungen konnten wir uns auf diesen akzeptablen Kompromiss verständigen“, sagte der Verhandlungsführer der IG Metall, Knut Giesler. „Trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten in der Stahlbranche werden unsere Mitglieder nicht von der insgesamt guten wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt.“ Mit der Sicherung der Altersteilzeit gebe es auch weiterhin eine Möglichkeit für ein vorzeitiges Ausscheiden aus den Betrieben. Der Verhandlungsleiter der Arbeitgeber, Andreas Goss, betonte, das Ergebnis liege „einerseits am Rand des von unseren Mitgliedsunternehmen wirtschaftlich gerade noch Verkraftbaren, andererseits berücksichtigt es die sozialen Bedürfnisse der Beschäftigten.“ Die relativ lange Laufzeit der Vereinbarung sorge zudem für Planungssicherheit für die Unternehmen, sagte Goss, der auch Chef des europäischen Stahlgeschäfts des Branchenriesen Thyssenkrupp ist.

Die Gewerkschaft hatte eine Lohnerhöhung von fünf Prozent gefordert sowie eine Weiterführung der Vereinbarungen zur Altersteilzeit. Der Abschluss gilt unter anderem für Beschäftigte von Thyssenkrupp, Salzgitter und ArcelorMittal. Zuletzt hatten sich die Tarifparteien auf eine Lohnerhöhung von insgesamt vier Prozent in zwei Schritten bei einer Laufzeit von 17 Monaten geeinigt. Dieser Tarifvertrag war Ende Oktober ausgelaufen. Die deutsche Stahlindustrie kommt derzeit nicht recht voran, ihr Branchenverband musste erst vor wenigen Wochen seine Jahresprognose kappen und erwartet nun 2015 eine Stagnation. Die Stahlkocher könnten sich der schwächelnden Nachfrage und dem Preisdruck durch chinesische Billigimporte nicht entziehen.

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