Politik

Pharmafirma Stada tauscht Chef aus

Lesezeit: 1 min
06.06.2016 09:53
Mitten in der Auseinandersetzung mit dem Investor Active Ownership kommt es beim Arzneimittel-Hersteller Stada zu einem Wechsel an der Spitze. Stada-Chef Hartmut Retzlaff muss das Amt krankheitsbedingt abgeben.
Pharmafirma Stada tauscht Chef aus

Beim Arzneimittel-Hersteller Stada kommt es mitten in der Auseinandersetzung mit dem aktivistischen Investor Active Ownership (AOC) zu einem Wechsel an der Führungsspitze. Stada-Chef Hartmut Retzlaff müsse sein Amt krankheitsbedingt vorübergehend liegenlassen, teilte das Unternehmen am Sonntag nach einer außerordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats mit. Seine Aufgaben übernähmen die beiden anderen Vorstandsmitglieder Helmut Kraft und Matthias Wiedenfels.

Der Aufsichtsrat habe zudem zunächst Wiedenfels zum Vorsitzenden des Vorstands berufen, so Reuters. Mit Wiedenfels trete ein erfahrener langjähriger Manager an die Spitze des Vorstands, der den Erfolg der vergangenen Jahre maßgeblich mitgestaltet habe und der den eingeleiteten Wandel im Sinne des Unternehmens mit Nachdruck vorantreiben werde, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Martin Abend.

Stada hatte erst im Herbst 2015 den Vertrag von Retzlaff vorzeitig um fünf Jahre verlängert. Der 62-jährige arbeitet seit mehr als 30 Jahren bei Stada und steht seit 23 Jahren an der Spitze des Unternehmens.

Retzlaff steckt zuletzt mitten in einer Auseinandersetzung mit AOC. Dieser fordert unter anderem eine Neubesetzung des Aufsichtsrats, der bisher vor allem aus Ärzten und Apothekern besteht. Stada will dagegen selbst mehrere neue Aufsichtsräte suchen und hat deswegen seine Hauptversammlung verschoben.

AOC hält gut fünf Prozent an Stada. Der Investor hält Stada für unterbewertet und sieht Defizite in der Führung. Im Kampf gegen AOC suchte Retzlaff einem Zeitungsbericht zufolge die Hilfe eines Finanzinvestors. Er habe erste informelle Gespräche mit der britischen Beteiligungsgesellschaft CVC geführt, berichtete das Wall Street Journal im vergangenen Monat. Die beteiligten Firmen lehnten damals eine Stellungnahme ab.

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