Zentralbanken verlieren Kontrolle: Schäuble fürchtet weltweite Finanz-Krise

Lesezeit: 3 min
12.05.2013 02:57
Wolfgang Schäuble werden die ungeheuren Mengen an Geld unheimlich, die die Zentralbanken in die Märkte gepumpt haben. Er fordert die Zentralbanken auf, die Liquidität wieder einzusammeln. Diese haben allerdings nicht die geringste Ahnung, wie das gehen soll. Den Zentral-Planern dämmert, dass das Spiel zu Banken-Crashs führen dürfte. Daher will die EU die Sparer an Banken-Crashs beteiligen, um einen System-Zusammenbruch zu vermeiden.
Zentralbanken verlieren Kontrolle: Schäuble fürchtet weltweite Finanz-Krise

Beim Treffen der G7-Finanzminister sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, dass die Finanzminister „zunehmend besorgt“ über „den relativen hohen Bestand an Liquidität“ seien. Dies habe man den Zentralbank-Chefs mitgeteilt. Bundesbank-Chef Jens Weidmann assistierte und sagte, dass Geld-Politik die strukturellen Probleme nicht lösen könne. Er sagte Reuters zufolge: Je länger die Periode der niedrigen Zinsen dauere, desto größer werden die Risiken für die Stabilität.

Am Freitag hatte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) gewarnt, dass die Banken mit dem Gratis-Geld zu viele riskante Assets auf Pump kaufen könnten. Ben Bernanke sagte, dass man mit den systemrelevanten Banken Stresstests durchführe, was mit den Banken bei einer Zins-Erhöhung geschehen würde, berichtet die FT.

Das WSJ schreibt am Samstag, dass die Fed angeblich eine Zinserhöhung plane. Mehrere Fed-Banker sagten dem Blatt, dass die Zinsen nicht mehr auf dem niedrigen Niveau gehalten werden sollten. Sie deuteten an, dass die Fed ihr Ankaufs-Programm für US-Staatsanleihen zurückfahren könnte. Im Grunde sagt die Notenbank jedoch, dass sie keine Ahnung hat, wie sie die weltweite Geldschwemme in den Griff bekommen könnte. Die Aussagen sind widersprüchlich und diffus. Allerdings sagte eine Mehrheit von Ökonomen dem WSJ, dass sie von einer Zins-Erhöhung bei der Fed ausgehen.

Die Amerikaner können dies in Erwägung ziehen, weil die EZB und die japanische Notenbank ihre Gelddruck-Aktivitäten verstärkt haben. Schäuble sagte, man habe Japan darauf hingewiesen, dass die extremen Aktionen der japanischen Notenbank weltweite Konsequenzen haben. Mario Draghi hatte in dieser Woche angedeutet, dass die EZB schon bald die Zinsen erneut senken könnte.

Auf dem G7-Treffen bemühten sich alle Beteiligten zu betonen, dass es keinen Währungskrieg geben solle.

Dies dürfte sogar stimmen. Allerdings wird es schwer für die Zentral-Planer, einen solchen zu verhindern.

Denn tatsächlich hat sich durch die abgestimmten, geheimen und manipulativen Maßnahmen der internationalen Notenbanken so etwas wie eine globale Gelddruck-Politik ergeben. Diese führt dazu, dass alle Staaten aneinander gekettet sind wie die Euro-Staaten im Euro.

Das internationale Finanz-Kasino versucht unterdessen, jeweils dorthin zu wandern, wo das Geld am billigsten ist. Weil aber immer auf Pump gezockt wird, ist dies eine gefährliche Entwicklung.

Vor allem für die großen internationalen Kapitalanleger wird die Lage immer unübersichtlicher. Der Börsenrausch mit immer neuen Höchstständen erweckt den Eindruck eines Schneeball-Systems auf seinem Höhepunkt.

Nach dem Höhepunkt kommt jedoch meist der tiefe Fall.

Bernanke räumte ein, dass viele Börsenkurse rein spekulativ seien und manchmal nichts mehr mit den Fundamental-Daten zu tun habe.

Die Sache ist eigentlich ganz einfach: Wenn es den Notenbanken nicht gelingt, die Liquidität wieder ordnungsgemäß einzusammeln, ist eine Inflation größeren Ausmaßes unvermeidlich.

Wenn die Zentralbanken jedoch die Zinsen erhöhen, besteht bei vielen Banken akute Crash-Gefahr: Sie müssen dann höhere Zinsen zahlen. Bei einer Verunsicherung in den Märkten kommt es in diesem Fall zu einer Deflation – und damit zu einer massiven Wertverlust bei den bestehenden Assets.

In jedem Fall erklärt die große Nervosität bei den Zentralbankern und der Politik die hektischen Bemühungen der Europäer, hastig ein Regelwerk für Banken-Pleiten zu zimmern: Viele Banken würden bei veränderten Spielregeln über Nacht zusammenbrechen.

Die Fed sagt, sie wolle ihre restriktiveren Maßnahmen langsam umsetzen, um einen Schock zu verhindern.

So spricht der Arzt vor einer geplanten Entziehungskur für einen Drogensüchtigen.

Eine Erhöhung der Zinsen würde eine Schockwelle durch den Bond-Markt schicken: Die USA wäre ganz schnell pleite, wenn die Zinsen steigen.

Ähnliches gilt für die europäischen Schuldenstaaten.

Fast überall würde eine massive Kapitalflucht einsetzen.

Die widersprüchlichen Aussagen der Zentralplaner tragen nicht gerade zu einem gesteigerten Vertrauen bei.

Hand in Hand mit Staatspleiten würden Banken-Pleiten gehen: Denn die Banken haben das billige Geld auch genutzt, um Staatsanleihen zu kaufen. So haben die Bonds von Spanien, Portugal und Italien jüngst Rekord-Tiefststände verzeichnet – obwohl die wirtschaftliche Lage und erste recht die Aussichten für die kommenden Monate äußerst düster sind.

Die Folge einer jeden Entwicklung wird eine massive Enteignung auf allen Ebenen sein. Zwangs-Abgaben, Bailouts, härtere Steuerfahndung und die Besteuerung von Börsen-Transaktionen sollen den Aufprall mildern.

Er wird jedoch vor allem für all jene hart werden, die real etwas zu verlieren haben. Dies sind jedoch nicht die Reichen mit ihren Yachten, sondern all jene, deren Ersparnisse in Bank-Produkten angelegt sind. Besonders betroffen werden die Pensionsfonds sein.

Die nächste Finanz-Krise wird nicht mehr durch staatliche Rettungsaktionen zu lösen sein. Die Staaten werden gemeinsam mit den Banken im Zentrum der Rettungs-Aktionen stehen.

Die Retter werden die Sparer und Anleger sein, die sich bis vor wenigen Jahren nicht im Traum haben vorstellen können, dass ihr Geld nirgends unsicherer ist als auf der Bank.



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