Politik

Ägypten: 42 Tote bei Schießerei in Kairo

Lesezeit: 1 min
08.07.2013 15:47
Ägyptens Muslimbruderschaft hat für diesen Montag zu einem „Aufstand“ aufgerufen, nachdem Dutzende Anhänger außerhalb eines Armee-Hauptquartiers in Kairo getötet wurden. Gleichzeitig forderten sie eine zügige internationale Intervention, um ein „neues Syrien“ zu verhindern.
Ägypten: 42 Tote bei Schießerei in Kairo

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Auch fünf Tage nach dem Sturz Mohammed Mursis kommt das Land nicht zur Ruhe. An diesem Montagmorgen starben abermals 42 Menschen, die vor dem Hauptquartier der Republikanischen Garde in Kairo, wo sich auch der Ex-Präsident aufhält, gegen den Militärputsch demonstrierten.

Angst vor „Syrien in der arabischen Welt“

War zunächst noch von 15 Todesopfern die Rede, korrigierte das ägyptische Staatsfernsehen die Zahl schnell auf mindestens 42. Die Muslimbruderschaft, so heißt es, beschuldigt die Sicherheitskräfte, die unbewaffneten Anhänger der islamistischen Vereinigung beim Gebet erschossen zu haben. Ihr politischer Arm, die Partei für Freiheit und Gerechtigkeit rief zu einem „Aufstand der Menschen in Ägypten gegen diejenigen, die versuchen, ihre Revolution mit Panzern zu stehlen.“ Die internationale Gemeinschaft, internationale Gruppe und alle freien Menschen der Welt müssten nun intervenieren, um weitere Massaker und „ein neues Syrien in der arabischen Welt“ zu verhindern.

Das ägyptische Militär gibt hingegen an, eine „terroristische Gruppe“ hätte versucht das Gebäude zu stürmen. Ein Offizier, so Reuters, sei dabei getötet, 40 weitere verletzt worden. Wie das staatliche Fernsehen meldet, seien darüber hinaus 322 Personen verletzt worden.

Nur Partei zieht sich aus Regierungsverhandlungen zurück

Als unmittelbare Konsequenz erklärte die salafistische Nur Partei, dass sie sich umgehend von den Gesprächen zur Bildung einer neuen Regierung zurückziehen werde. Erst am Wochenende kam es zu Turbulenzen um eine mögliche Ernennung ElBaradeis zum neuen Regierungschef.

Unterdessen hat die Armee nicht nur die Brücke des 6. Oktobers, sondern auch die Nasr Straße, die zum Hauptversammlungsort der Mursi-Anhänger führt, blockiert. Wie Al Jazeera berichtet, würden die Soldaten Warnschüsse abfeuern und auch Tränengas einsetzen. Auch auf dem zentralen Tahrir Platz sei die Präsenz erhöht worden. Die Armee soll zudem rund 200 bewaffnete Mursi-Anhänger festgenommen haben. Mit dem Sturz Mursis hat auch die Türkei ihren wichtigsten Verbündeten verloren.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Halbzeit Urlaub bei ROBINSON

Wie wäre es mit einem grandiosen Urlaub im Juni? Zur Halbzeit des Jahres einfach mal durchatmen und an einem Ort sein, wo dich ein...

DWN
Finanzen
Finanzen Berufsunfähigkeitsversicherung – ebenso wichtig wie komplex
14.04.2024

Berufsunfähigkeit - das kann sowohl für Arbeitnehmer als auch für Selbstständige auf eine finanzielle Katastrophe hinauslaufen. Wie...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktien vs. ETFs - welche Anlageprodukte eignen sich für welchen Anlegertyp?
13.04.2024

Die Auswahl des richtigen Anlageprodukts ist entscheidend für den Aufbau eines erfolgreichen Portfolios. Während Aktien direkten Zugang...

DWN
Politik
Politik Steinmeier fordert besseren Schutz von Kommunalpolitikern
13.04.2024

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat einen besseren Schutz von Amts- und Mandatsträgern in den Kommunen gegen Anfeindungen und...

DWN
Finanzen
Finanzen Riskant: Wirtschaftsexperten fordern eine Lockerung der Schuldenbremse
13.04.2024

In ihrer Gemeinschaftsdiagnose sehen Top-Ökonomen die deutsche Wirtschaft an einem Tiefpunkt. Sie plädieren für einen radikalen Schritt:...

DWN
Finanzen
Finanzen Die Inflation weicht zurück, Kreditnehmer hoffen auf Zinssenkung - bislang vergebens
13.04.2024

Die Inflation im Euroraum ist nach dem Preisschock infolge des Ukraine-Krieges wieder auf dem Rückzug. Das eröffnet der EZB Spielräume -...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Markus Merk im Interview: Eine Entscheidung ist nur so gut, wie das Umfeld sie wahrnimmt
13.04.2024

Jede Entscheidung hat einen Ort, eine Zeit und eine Bestimmung, sagt Markus Merk. Nicht nur auf dem Fußballfeld. Ein Gespräch über...

DWN
Finanzen
Finanzen Gold anonym kaufen: So kaufen Sie ohne Ausweis bis zu 10.000 Euro Gold
13.04.2024

Der gestiegene Goldpreis erschwert den anonymen Goldkauf. Anleger müssen inzwischen bei vielen beliebten Münzen und Barren den Ausweis...

DWN
Finanzen
Finanzen Studie: Falsches Timing beim Einkauf kostet Verbraucher viel Geld
13.04.2024

Der falsche Zeitpunkt beim Kauf von Konsumgütern verursacht erhebliche Mehrkosten für Verbraucher. Das lässt sich nicht immer vermeiden,...