Finanzen

Schäuble muss plötzlich wieder Zinsen für Schulden zahlen

Lesezeit: 1 min
17.09.2016 02:15
Zahlreiche Anleihen haben in den vergangenen Tagen erstmals wieder Rendite abgeworfen, nachdem sie ihren Besitzern über Wochen Verluste beschert haben. Der Umschwung drückt die weitverbreitete Skepsis der Investoren gegenüber den Zentralbanken und ihrer Geldpolitik aus.
Schäuble muss plötzlich wieder Zinsen für Schulden zahlen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Anleihen im Gesamtvolumen von über einer Billion Dollar haben in der vergangenen Woche erstmals wieder positive Renditen abgeworfen, nachdem sie zuvor teilweise wochenlang negative Zinsen abgeworfen haben. Vom Umschwung betroffen seien sowohl Staatsanleihen als auch Unternehmensanleihen, schreibt die Financial Times.

Damit wiesen nun weltweit Staatsanleihen im Volumen von ungefähr 12,6 Billionen Dollar eine negative Rendite auf – vor wenigen Tagen waren es noch deutlich über 13 Billionen Dollar. Auch der Umfang von Euro-Unternehmensanleihen mit negativer Rendite schrumpfte schrumpfte von etwa 916 Milliarden Dollar am 6. September auf etwa 731 Milliarden Dollar.

Die Renditeanstiege betrafen ein breites Spektrum an Staatsanleihen, darunter auch amerikanische Treasuries, deutsche Bunds und japanische Staatsanleihen. Deutsche zehnjährige Staatsanleihen rentierten vergangene Woche mit 0,04 Prozent erstmals seit Juli wieder positiv. Am Freitag lag die Rendite bei 0,2 Prozent.

Zum Umschwung maßgeblich beigetragen hätten wachsende Zweifel an der strategischen Ausrichtung der großen Notenbanken EZB und Fed sowie an der Wirksamkeit der expansiven geldpolitischen Maßnahmen, schreibt die FT. So habe die Ankündigung der EZB, vorerst keine neuen Maßnahmen zu ergreifen, Anleger ebenso verunsichert wie Spekulationen um Zinsanhebungen durch die Fed wenige Tage später.

Die steigenden Renditen sind Folge eines subjektiv empfundenen höheren Ausfallrisikos an den Märkten. Die Tatsache, dass die kleinsten Anzeichen einer Abkehr der ultraexpansiven Geldpolitik der Zentralbanken ausreichen, um die Renditen zu stimulieren, deutet auf ein hohes Misstrauen der Investoren hinsichtlich der Stabilität des Finanzsystems sowie insgesamt auf eine umfassende Abhängigkeit des Finanzsystems und der Wirtschaft von der Geldpolitik hin. „Die Renditen sind das beherrschende Thema, mit einem wachsenden Unbehagen mit Blick auf den Herbst“, wird ein Analyst der Credit Suisse zitiert.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland Russland-Sanktionen sind für deutsche Unternehmen ein Rätsel

Deutschen Unternehmen fällt es schwer zu erkennen, welche Geschäfte unter die Russland-Sanktionen fallen, wie eine Umfrage von KPMG...

DWN
Deutschland
Deutschland Zahl der Erwerbstätigen erstmals über Vor-Corona-Niveau

Deutschland arbeitet auf Hochtouren. Die Zahl der Erwerbstätigen ist erstmals wieder höher als vor Ausbruch der Corona-Pandemie.

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Insider: Shanghai erlaubt Banken wieder Normalbetrieb

Nach wochenlangem Lockdown zur Eindämmung von Corona-Infektionen darf Insidern zufolge der Finanzsektor in Shanghai größtenteils wieder...

DWN
Finanzen
Finanzen Bärenmarkt voraus: Was Anleger derzeit von professionellen Tradern lernen können

Investoren und Trader betrachten Märkte aus geradezu gegensätzlichen Perspektiven, die beide Erfolg haben können. Doch in einem...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Putin: Europa begeht mit Energiepolitik «wirtschaftlichen Selbstmord»

Putin sagte, dass die hohen Energiepreise schon jetzt die Konkurrenzfähigkeit der Industrie in der EU schmälerten. Russland wende sich...

DWN
Finanzen
Finanzen IWF erhöht Anteil von Dollar und Yuan bei Sonderziehungsrechten

Während Dollar und Yuan an Gewicht zulegen, verlieren die drei anderen im Korb der Sonderziehungsrechte vertretenen Währungen an...

DWN
Politik
Politik US-Justizministerium: Allianz-Fondsmanager haben Anleger betrogen

Nach Ansicht des US-Justizministeriums haben Hedgefonds-Manager einer Allianz-Tochter die Entwicklung der Fonds über Jahre hinweg...

DWN
Politik
Politik Ärzte-Zeitung ruft zur Bewertung Lauterbachs auf: Resultat ist Schulnote 6

Die Leser der Ärzte-Zeitung haben eine eindeutige Meinung von Gesundheitsminister Lauterbach.