Politik

USA greifen erstmals aktiv in Krieg im Jemen ein

Lesezeit: 1 min
13.10.2016 19:41
Die US Navy hat Radaranlagen im Jemen beschossen und damit erstmals aktiv in den Krieg im Jemen eingegriffen. Der völkerrechtswidrige Krieg wird von Saudi-Arabien geführt. Tausende Zivilisten wurden bereits getötet.
USA greifen erstmals aktiv in Krieg im Jemen ein
Die USS Nitze. (Foto: UD Navy)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Nach wiederholtem Raketenbeschuss von US-Kriegsschiffen vor der Küste des Jemen haben die USA erstmals Ziele der schiitischen Huthi-Rebellen in dem Land angegriffen. Drei Radaranlagen in einem von den Rebellen kontrollierten Gebiet an der jemenitischen Küste seien am Mittwoch (Ortszeit) von der USS Nitze aus mit Marschflugkörpern beschossen worden, erklärte Pentagon-Sprecher Peter Cook. Nach ersten Erkenntnissen seien die Ziele zerstört worden.

Die angegriffenen Radaranlagen seien an den Angriffen auf das Kriegsschiff "USS Mason" und andere Schiffe in der Region beteiligt gewesen, betonte der Pentagon-Sprecher. Sie seien beschossen worden, um die US-Soldaten und -Schiffe in der Region zu schützen.

Die jemenitischen Rebellen dementierten die Raketenangriffe auf die Kriegsschiffe. Die Vorwürfe seien haltlos, sagte ein mit den Rebellen verbündeter Militärvertreter laut der Nachrichtenagentur Saba. Die mit den Rebellen verbündeten Teile der Armee und die Volkskomitees hätten "nichts mit dieser Sache zu tun".

Am Mittwoch war zum zweiten Mal binnen weniger Tage ein US-Kriegsschiff vor der Küste des Jemen mit einer Rakete beschossen worden. Sie verfehlte allerdings ihr Ziel. Bereits am Sonntag waren zwei Raketen von Gebieten unter Kontrolle der schiitischen Huthi-Rebellen auf zwei US-Kriegsschiffe im Roten Meer abgefeuert worden, hatten jedoch ebenfalls nicht getroffen.

Seit März 2015 fliegt ein von Saudi-Arabien angeführtes arabisches Militärbündnis Luftangriffe auf die Rebellen. Eine völkerrechtliche Legitimation für diesen Krieg gibt es nicht. Die US-Regierung war bereits 2015 von den eigenen Juristen und Beamten gewarnt worden, dass die Beteiligung der USA zu einer Mittäterschaft an Kriegsverbrechen führen könnte, weil die Saudis massiv zivile Ziele angreifen. Seither wurden nach Schätzungen der UNO mehr als 6700 Menschen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten.

Nach einem Luftangriff auf eine Trauerfeier in Sanaa, bei dem am Samstag mehr als 140 Menschen getötet worden waren, kündigte Washington jedoch an, seine Unterstützung für die Koalition zu überprüfen.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Corona-Knaller: China behauptet, Virus auf deutschen Verpackungs-Importen gefunden zu haben

China behauptet, das Corona-Virus auf Verpackungen von Nahrungsmittel-Importen gefunden zu haben. „China hat das Virus auf der Verpackung...

DWN
Politik
Politik Hiobsbotschaft: Merkel will Unternehmen nicht durch die gesamte Corona-Krise hindurch unterstützen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat deutlich gemacht, dass die milliardenschweren Finanzhilfen nicht unbeschränkt geleistet werden können....

DWN
Finanzen
Finanzen Inflation voraus? Die in der Eurozone zirkulierende Geldmenge M1 wächst stark

Die in der Eurozone zirkulierende Geldmenge zeigt deutliche Zuwachsraten. Insbesondere das starke Wachstum der liquiden Menge M1 könnte...

DWN
Politik
Politik Corona-Ticker: Wirtschaft kritisiert verlängerten Lockdown – „langfristige Perspektive fehlt“

Lesen Sie alle relevanten Entwicklungen und Meldungen zur Corona-Pandemie im Liveticker.

DWN
Politik
Politik US-Amerikaner behaupten: Mehr als eine Million Corona-Infektionen in Deutschland

Die Gesamtzahl der bislang nachgewiesenen Corona-Infektionen in Deutschland hat US-Forschern zufolge die Marke von einer Million...

DWN
Deutschland
Deutschland Lauterbach: Verlängerung der Corona-Beschränkungen zwingend

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach verteidigt die geplante Verlängerung und teilweise Verschärfung der staatlichen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Rhodium: Das edelste aller Metalle sprengt den Preisrahmen

Der Höhenflug von Rhodium nimmt kein Ende. Mittlerweile ist das „edelste aller Metalle“ mehr als achtmal so viel Wert wie Gold. Kann...

DWN
Politik
Politik Treffen mit Hintergedanken: China und Südkorea gehen aufeinander zu

Der Besuch des chinesischen Außenministers in Südkorea verdeutlicht das Bestreben beider Seiten, die angespannten Beziehungen zu...

DWN
Politik
Politik Großkonzerne und Staaten arbeiten an der lückenlosen Überwachung aller Reisenden

Zusammen mit Geheimdiensten und Staaten arbeiten die im Weltwirtschaftsforum zusammengeschlossenen Großkonzerne an der totalen...

DWN
Deutschland
Deutschland Bundeswehr gibt Bau von Laser-Waffe in Auftrag

Die Bundeswehr hat den Bau eines Laserwaffen-Prototyps in Auftrag gegeben.

DWN
Politik
Politik Reisen nur noch mit Corona-Impfung? Digitaler Gesundheitspass wird zur Realität

Alsbald soll beim internationalen Flugverkehr ein digitaler Gesundheitspass, der dann wegen der Corona-Krise als Impfpass dienen soll, zum...

DWN
Finanzen
Finanzen Dax fast unverändert, nur Technologie-Aktien leicht im Plus

Anleger wagen sich am Donnerstagmorgen vorerst nicht aus der Deckung. Das Rekordhoch des technologielastigen Nasdaq-Composite-Index am...

DWN
Deutschland
Deutschland Demonstrationen im Kreis Hildburghausen: Polizei setzt Tränengas ein, erste Anzeigen durch neues Infektionsschutzgesetz

Der Kreis Hildburghausen in Thüringen soll derzeit die bundesweit am stärksten von Corona betroffene Region sein. Gegen die dort...

DWN
Finanzen
Finanzen So erfüllt sich Ihr Traum vom Eigenheim

Das Eigenheim als Altersvorsorge? Viele Deutsche träumen davon. Doch nur wenige besitzen hierzulande tatsächlich die Immobilie, die sie...