Rosatom: Russland will massiv in Windenergie investieren

Russlands Energiekonzern Rosatom will bis Jahresende einen ausländischen Technologie-Partner für den Bau dreier Windparks auswählen.

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Rosatom-Vizechef Kirill Komarow hat angekündigt, dass der Staatskonzern bis Ende 2016 einen ausländischen Technologie-Partner für den Bau von drei Windparks in Russland ernennen wolle. Windenergie ist für Rosatom ein neuer Bereich. Bis 2020 sollen hier mehr als eine Milliarde Euro investiert werden.

„In einer ersten Phase haben 21 Unternehmen Interesse an diesem Projekt bekundet. Mittlerweile haben wir eine Shortlist von drei Unternehmen, so dass wir bis Jahresende soweit sein werden, um über den Partner zu entscheiden und die notwendigen Papiere zu unterzeichnen“, so Komarow zur russischen Nachrichtenagentur Tass.

Ob auch deutsche Unternehmen unter den Finalisten sind, sagte Komarow nicht. Die Grünen, die sich in Deutschland für die Windräder stark machen, sind besonders heftige Verfechter von Sanktionen gegen Russland.

Komarow zufolge sollen drei Windparks mit einer Kapazität von 610 Megawatt errichtet werden. Die Investition beliefe sich auf gut eine Milliarde Euro. Die Anlagen sollen allesamt in Russland gebaut werden. Der ausländische Partner solle die entsprechende Technologie liefern. Denn eigenes Know-how auf diesem Gebiet besitzen russische Unternehmen bislang nicht.

Die größte Sorge hätte man bezüglich der strengen Regierungsvorgaben. Denn die russische Regierung ist nur unter bestimmten Voraussetzungen bereit, sich finanziell zu beteiligen. „Das russische Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien, das Premierminister Dmitri Medwedew im Jahr 2013 unterschrieben hat, zielt mehr auf den Aufbau eigener Industrien als die rasche Verbreitung alternativer Energiequellen. Nach dem Gesetz müssen bis 2020 bis zu 65 Prozent der Anlagenkomponenten aus heimischer Produktion stammen“, so Wirtschaftsmagazin Bizz Energy.

„Das aktuelle Programm des Wirtschaftsministeriums sieht vor, dass der Anteil von erneuerbaren Energien wie Wind und Solar bis 2020 lediglich auf 4,5 Prozent steigen soll. Wenn man die großen Wasserkraftwerke des Landes ausklammert, dann sieht die Situation derzeit düster aus, denn nur ein Prozent der Energie in Russland kommt aus erneuerbaren Quellen. Der Rest entfällt auf Öl, Gas, Kohle und Atomkraftwerke“, berichtet die Internetseite.

Weit fortgeschritten sei unterdessen ein Projekt mit ausländischer Beteiligung in der südlichen Teilrepublik Kalmückien. Der tschechische Investor Falkon Capital habe vor zwei Jahren die Ausschreibung für einen Windpark mit 51 Megawatt gewonnen. Die Projektsteuerung übernehme die Berliner Firma Energy Competence Centre. Wie das Unternehmen im Sommer mitteilte, habe die russische Niederlassung von Falkon Capital für den Windpark 20 Anlagen des deutschen Herstellers FWT bestellt. „Bis Mitte 2017 sollen sie in Betrieb gehen. Nach Fertigstellung aller Bauabschnitte soll der Windpark Priyutnenskaya mit 300 Megawatt der größte Russlands sein.“

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