Österreich: Raiffeisen-Banken übernehmen Risiken von RBI

Für die österreichischen Raiffeisenbanken sind die guten Zeiten vorbei, da sie von der in Osteuropa expandierenden RBI fette Dividenden überwiesen bekamen. Nun dreht sich das Blatt: Die kleinen Banken müssen für den Global Player haften.

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Die geplante Verschmelzung der österreichischen Raiffeisen Bank International (RBI) mit ihrer Mutter Raiffeisen Zentralbank (RZB) nimmt Formen an. Die Gremien der beiden Geldhäuser legten sich am Freitag auf das genaue Austauschverhältnis für die Fusion fest, wie RBI und RZB mitteilten. Demnach wird sich der Streubesitz der fusionierten Bank auf 34,9 von 39,2 Prozent verringern. Bisher war nur klar, dass der Anteil der frei verfügbaren Aktien zwischen 34,6 und 35,7 Prozent liegen würde. Die Aktienanzahl erhöht sich um gut zwölf Prozent auf 329 Millionen.

Damit liegen die wichtigsten technischen Details für die Fusion auf dem Tisch. Den Verschmelzungsbericht will die Bank bis zum 23. Dezember veröffentlichen. Dann steht nur noch die Zustimmung der Aktionäre aus. Auf einer Sonderhauptversammlung am 24. Januar müssen die Anteilseigner mit einer Dreiviertel-Mehrheit der Fusion zustimmen.

Wie angekündigt wird die RZB auf die Osteuropatochter RBI verschmolzen. Das fusionierte Institut werde unter dem Namen Raiffeisen Bank International an der Wiener Börse gelistet bleiben. Die Banken erhoffen sich davon vor allem eine Stärkung des Eigenkapitals. Die RZB war beim europaweiten Stresstest im Sommer eines der Schlusslichter gewesen. Ende September kamen die beiden Banken zusammen auf eine harte Kernkapitalquote von 11,3 Prozent. Bis Ende 2017 sollen daraus mindestens zwölf Prozent werden. Zudem soll die Verschmelzung einfachere Strukturen bringen und raschere Entscheidungen ermöglichen. Hohe Synergieeffekte sind nicht zu erwarten.

Derzeit gehört die RZB zu 90 Prozent rund 480 lokalen Raiffeisenbanken und hält ihrerseits 60,7 Prozent an der RBI. Die RZB und die Landesbanken hatten jahrelang von hohen Dividenden der RBI profitiert, die in Osteuropa neben der UniCredit und der österreichischen Erste Group zu den größten Kreditgebern zählt. Seit die RBI wegen hoher Abschreibungen in Russland 2014 einen Verlust von knapp einer halben Milliarde Euro einfuhr, fährt sie einen Schrumpfkurs und zahlt keine Dividenden mehr.

Nach der Fusion will das Geldhaus aber rasch wieder Gewinne ausschütten, wie der künftige Chef des Instituts, der derzeitige RBI-Risikovorstand Johann Strobl, angekündigt hat. 2016 werde die RBI zwar einen Gewinn ausweisen, Dividende werde es aber wie schon in den vergangenen Jahren keine geben.

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