Probleme verzögern Börsengang von Saudi Aramco

Medienberichten zufolge soll der geplante Teil-Börsengang der saudischen Ölgesellschaft Aramco unter Zeitdruck geraten sein.

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Der saudische Energieminister Khalid Al-Falih. Der Börsengang des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco ist schwieriger als gedacht. (Foto: dpa)

Der saudische Energieminister Khalid Al-Falih. (Foto: dpa)

Der Börsengang des saudi-arabischen Öl-Konzerns Aramco verzögert sich einem Medienbericht zufolge möglicherweise. Saudi-Arabien bereite derzeit einen Alternativplan vor, berichtet die Agentur Bloomberg am Mittwoch unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die saudische Regierung peile den Sprung auf das Börsenparkett weiterhin für die zweite Jahreshälfte 2018 an. Allerdings könnte ein enger Zeitplan zu Problemen führen. Die Notierung könnte sich deshalb um ein paar Monate in das Jahr 2019 verschieben.

Der Börsengang von Saudi Aramco könnte der größte aller Zeiten werden. Saudi-Arabien will bis zu fünf Prozent der Aramco-Anteile an die Börse bringen und damit schätzungsweise 100 Milliarden Dollar erlösen. Die Papiere sollen an der Börse in Riad sowie an einem internationalen Finanzplatz notiert werden. Als Favoriten gelten New York und London. Einige Beobachter weisen allerdings darauf hin, dass die wahre Bewertung des Unternehmens weit geringer ist, als von der Regierung Saudi-Arabiens dargestellt.

Saudi Aramco teilte am Donnerstag mit, dass der Prozess, einen Teil des Unternehmens an die Börse zu bringen, weiterhin auf dem Weg sei.

Unterdessen treibt das Ölland Saudi-Arabien den geplanten Einstieg in die Atomkraft voran. Insidern zufolge sollen vermutlich ab Oktober Angebote für den Bau der ersten Kernkraftwerke eingeholt werden, berichtet Reuters ohne Nennung der Quellen. Das Land werde sich dazu an Anbieter aus Ländern wie Südkorea, Frankreich und China wenden, hieß es aus Branchenkreisen. Der weltweit führende Öl-Exporteur wolle im kommenden Jahr mit dem Bau von zwei Atomkraftwerken mit einer Gesamtleistung von bis zu 2,8 Gigawatt beginnen. Die für Atomkraft zuständige Regierungsagentur war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Saudi-Arabien will seine Wirtschaft unabhängiger von der Ölförderung machen. Das Königreich soll in der arabischen Welt das zweite Land werden, das in die Kernenergie einsteigt. Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen ihr erstes AKW nächstes Jahr ans Stromnetz anschließen.

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