Griechenland: Gut bezahlte Minister kassieren Wohngeld

Zwei Syriza-Minister sind zurückgetreten, weil sie als gutbezahlte Politiker trotz der grassierenden Armut Wohngelder kassiert haben.

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Griechenlands Wirtschaftsminister Dimitri Papadimitriou hat in einer Affäre um Mietzuschüsse seinen Rücktritt eingereicht. Kurz zuvor wurde bereits seine Frau, Vize-Arbeitsministerin Rania Antonopoulou, entlassen. Ministerpräsident Alexis Tsipras teilte am Dienstag mit, er nehme den Rücktritt von Papadimitriou an. Er steht damit Beobachtern zufolge vor einer kleineren Kabinettsumbildung. Schlüsselressorts wie das Finanzministerium dürften nicht betroffen sein.

Antonopoulou hatte Medienberichten zufolge ein spezielles Wohngeld von 1000 Euro im Monat kassiert, das zwar auch Abgeordneten gesetzlich zusteht. Da in Griechenland infolge der Finanzkrise aber rund ein Drittel der Bevölkerung in Armut lebt, war in den vergangenen Wochen die Kritik an dem Paar gewachsen. In Medien wurden die beiden als „reichstes Paar der Regierung“ bezeichnet. Einen Mietzuschuss können diejenigen beziehen, die einen Zweitwohnsitz im Zentrum Athens haben. Abgeordnete in Griechenland verdienen etwa 5000 Euro im Monat, ein normaler Beschäftigter verdient im Durchschnitt 770 Euro