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Novartis braucht für Sanierung der Augenheilsparte mehr Zeit

Lesezeit: 1 min
25.10.2016 14:50
Der Schweizer Pharmakonzern Novartis braucht für die Sanierung seines Augenheil-Geschäfts Alcon länger als ursprünglich angenommen. Die Anleger reagierten enttäuscht und warfen die Novartis-Aktien auf den Markt: Mit einem Kursabschlag von 1,5 Prozent gehörten die Titel zu den schwächsten Gesundheitswerten in Europa.
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Der Umsatz der Sparte dürfte sich im Schlussquartal stabil entwickeln oder leicht sinken, sagte Konzernchef Joseph Jimenez am Dienstag. Bislang hatte der Amerikaner für den Problembereich eine Rückkehr zu einem niedrigen einstelligen Wachstum bis Jahresende in Aussicht gestellt.

Im dritten Quartal lief es für den weltgrößten Hersteller von verschreibungspflichtigen Medikamenten operativ nicht rund, so Reuters. Der Umsatz lag mit 12,13 Milliarden Dollar leicht unter dem Vorjahresniveau und verfehlte die Erwartungen der Analysten. Beim um Sonderfaktoren bereinigten operativen Gewinn stand ein Minus von drei Prozent auf 3,38 Milliarden Dollar zu Buche. Unter dem Strich verdiente Novartis mit 1,95 Milliarden Dollar sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Geschuldet ist das unter anderem dem gemeinsam mit GlaxoSmithKline betriebenen Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten.

Der Erlös von Alcon sank um zwei Prozent auf 1,43 Milliarden Dollar. Novartis-Chef Jimenez will das Augenheil-Geschäft mit einem Umbau und zusätzlichen Investitionen zurück auf den Wachstumskurs bringen. Ein Top-Manager des Konzerns hatte im September einen Verkauf der Sparte allerdings nicht ausgeschlossen. Bei Analysten kamen die Nachrichten nicht gut an. "Alcon hat sich stärker verschlechtert als wir oder die Konsenserwartungen prognostiziert haben", sagte Timothy Anderson vom Broker Bernstein. "Die Anleger werden sich weiterhin fragen, wo die jungen Triebe der Erholung auftauchen werden."

Die im Juli gesenkte Jahrsprognose bekräftigte der Konzern. Der Umsatz soll 2016 weitgehend auf dem Vorjahresniveau liegen, der um Sonderfaktoren bereinigte Betriebsgewinn dürfte in etwa stabil bleiben oder um einen niedrigen einstelligen Prozentbetrag sinken. Die Vorgaben gelten unter Ausschluss von Wechselkursschwankungen.

Den in Aussicht gestellten Verkauf der milliardenschweren Roche-Beteiligung macht Novartis-Chef Jimenez davon abhängig, dass der Erlös reinvestiert werden kann. "Beim Timing kommen viele Dinge ins Spiel", sagte er. "Die Dinge stimmen nicht immer perfekt überein im Hinblick darauf, dass das richtige Ziel oder einige ergänzende Zukäufe bereitstehen, um dieses Mittel umzuschichten." Novartis werde entscheiden, wann es an der Zeit sei. Der Konzern aus Basel besitzt knapp ein Drittel der stimmberechtigten Inhaberaktien des Rivalen, die an der Börse aktuell 12,5 Milliarden Franken (11,5 Milliarden Euro) wert sind.

Novartis sieht sich Jimenez zufolge weiter nach ergänzenden Zukäufen um. Das Unternehmen würde zwei bis etwa fünf Milliarden Dollar ausgeben, um seine Produktpipeline zu verstärken oder geografisch zu expandieren.

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