Deutschland

Vermittler soll Streit um Elektro-Konzern Media-Saturn lösen

Lesezeit: 1 min
04.11.2016 12:21
Der Machtkampf im Elektronik-Konzern Media-Saturn erreicht eine neue Ebene. Nun soll ein Vermittler zwischen den Parteien schlichten.
Vermittler soll Streit um Elektro-Konzern Media-Saturn lösen

Minderheitseigner Erich Kellerhals will mit Hilfe eines Vermittlers den Dauerstreit mit Metro um die Macht bei Europas größter Elektronikhandelskette Media-Saturn beilegen. Kellerhals' Investmentgesellschaft Convergenta teilte am Freitag mit, sie habe sich mit dem Investor Clemens Vedder darauf verständigt, dass dieser als Mediator "eine einvernehmliche Lösung zwischen den Parteien erreichen soll". Metro hält den Vorschlag einem Sprecher zufolge aber "derzeit nicht für erfolgsversprechend, denn es ist schwierig, Friedensgespräche zu führen, solange geschossen wird." Sowohl Kellerhals als auch Convergenta "greifen fast täglich über eine private Website und in Gerichtsverfahren Führungskräfte von Metro AG und Media-Saturn in persönlicher und vielfach beleidigender Weise an".

Metro und Kellerhals liefern sich seit Jahren einen erbitterten Machtkampf bei Media-Saturn. Kellerhals, der knapp über 21 Prozent der Media-Saturn-Anteile hält, hat in der Gesellschafterversammlung der Kette Vetorechte. Das ist Metro ein Dorn im Auge, mit der Einrichtung eines Beirats bei Media-Saturn will der Konzern dies aushebeln. Kellerhals hat Metro mit Klagen überzogen, er ist unter anderem juristisch gegen den Beirat vorgegangen. Er wirft dem Chef des Düsseldorfer Konzerns Olaf Koch zudem strategische Fehler bei Media-Saturn vor. In der Vergangenheit hatte Insidern zufolge bereits der ehemalige Deutsche-Bank -Co-Chef Jürgen Fitschen erfolglos versucht, Koch und Kellerhals zu befrieden.

Der von Kellerhals vorgeschlagene Vermittler Vedder ist ein Investor, der schon häufiger als Schlichter bei Wirtschaftsverfahren zum Einsatz kam. Vor vier Jahren hatte er versucht, die Baumarktkette Praktiker vor der Pleite zu retten. Als Mediator war er etwa im Streit des Immobilien-Investors Rafael Roth mit der HypoVereinsbank um "Cum-Ex"-Geschäfte aufgetreten, aber auch in der Auseinandersetzung zwischen der Deutschen Bank und der Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz. Bekanntgeworden war Vedder, als er Anfang 2000 mit der Beteiligungsgesellschaft Cobra versuchte, die Commerzbank zu übernehmen.

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