Finanzen

Chef von Pharma-Konzern Stada Wiedenfels wurde abgehört

Lesezeit: 1 min
23.03.2017 11:37
Der Chef des Stada-Konzerns ist offenbar massiv abgehört worden. In seinem Auto wurde eine Wanze gefunden.
Chef von Pharma-Konzern Stada Wiedenfels wurde abgehört

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

+++WERBUNG+++

[vzaar id="2845103" width="600" height="338"]

Der Vorstandschef des Arzneimittelhersteller Stada, Matthias Wiedenfels, ist einem Magazinbericht zufolge abgehört worden. Spähaktionen gegen den Stada-Chef fanden im zweiten Halbjahr 2016 statt, wie das manager magazin am Donnerstag vorab ohne Angabe von Quellen berichtete. In Wiedenfels' Dienstwagen sei eine Abhöreinrichtung gefunden worden. Zudem seien ihm anonym Fotos und Briefe zugesandt worden, die den 43-jährigen in vertraulichen geschäftlichen Situationen oder im privaten Umfeld zeigten. Die Zusendungen hätten aufgehört, nachdem Wiedenfels Sicherheitsfachleute und Behörden eingeschaltet habe.

Ein Stada-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. Wiedenfels war im vergangenen Juni im Vorstand auf den Posten des Vorstandschef aufgerückt, nachdem der langjährige Stada-Chef Hartmut Retzlaff krankheitsbedingt sein Amt niederlegen musste. Seit seinem Amtsantritt hielten sich Spekulationen um einen Verkauf von Stada an einen Finanzinvestor oder einen Konkurrenten. Inzwischen tobt um das Unternehmen ein Bieterwettstreit.

Zwei Konsortien aus je zwei Finanzinvestoren bieten jeweils 58 Euro je Aktie für Stada. Eines davon ist der britische Finanzinvestor Cinven.

Das Unternehmen will den Preis aber noch in die Höhe treiben. Die Bieter werfen Stada Reuters zufolge vor, den Prozess unnötig in die Länge zu ziehen, um mögliche weitere Bieter anzulocken. Finanzkreisen zufolge hatte es im Aufsichtsrat Widerstände gegen die Verkaufspläne gegeben, während der Vorstand um Matthias Wiedenfels einer Übernahme offen gegenübersteht.

Wer hinter der Abhöraktion steht ist unklar. Insbesondere ist nicht klar, ob die Maßnahmen aus dem Inland oder dem Ausland veranlasst wurden und ob sie in einem Zusammenhang mit der Übernahme des Unternehmens stehen.

Tatsache ist, dass Deutschland im Zentrum der internationalen Wirtschaftsspionage steht. Wirtschaftsspionage spielt vor allem bei Transaktionen und Verhandlungen eine entscheidende Rolle, weil sich eine Partei damit entscheidendes Insider-Wissen verschaffen kann.

Vor wenigen Wochen war bekannt geworden, dass die US-Geheimdienste aus dem Konsulat in Frankfurt am Main aktive Cyber-Operationen betreiben. Die US-Dienste sind über das „Five-Eye“-Konsortium mit fünf anderen Geheimdiensten eng verbunden, unter anderem jenen aus Großbritannien.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Wie der Rechtsruck in Europa unsere Demokratie bedroht

Europas Staaten rücken nach rechts – aus unterschiedlichen Gründen. Es eint der Gedanke, dass ein starker Mann oder eine starke Frau...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Aktienmarkt verzeichnet längste Verlustserie seit dem Crash von 2008

Der US-Aktienmarkt ist nun drei Quartale in Folge gefallen. Auch der noch viel größere Anleihenmarkt bricht ein. Investoren glauben, dass...

DWN
Finanzen
Finanzen Der Preis der verringerten Glaubwürdigkeit der Fed

Die Reaktion der Finanzmärkte auf die jüngsten geldpolitischen Schritte der US-Notenbank sorgen bei vielen Beobachtern für...

DWN
Politik
Politik Brasilien: Lula Favorit vor Präsidentschaftswahlen

Bei den am Sonntag stattfindenden Wahlen in Brasilien sind Lebenshaltungskosten und Präsident Jair Bolsonaros Pandemiepolitik die...

DWN
Finanzen
Finanzen Nie zuvor sind die Zinsen so schnell gestiegen

Die globalen Zentralbanken haben die Zinssätze in einem noch nie dagewesenen Ausmaß angehoben - weitgehend ohne Koordination. Die Folgen...

DWN
Politik
Politik Putin verkündet „vier neue Regionen in Russland“

Präsident Putin hat den Anschluss von Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson an Russland verkündet. Die Ukraine hat indes ihre...

DWN
Politik
Politik EU beschließt Gewinn-Abschöpfung bei Stromproduzenten

Die EU hat die Abschöpfung von sogenannten Zufallsgewinnen bei Stromerzeugern und Ölkonzernen beschlossen. Eine Gaspreisbremse wird von...

DWN
Finanzen
Finanzen Inflation in der Eurozone erstmals zweistellig

Wegen deutlich höherer Energiekosten ist die Inflationsrate im Euro-Raum auf 10 Prozent gestiegen. Nun wird von der EZB ein erneuter...