Finanzen

Leerverkäufe: Spekulanten greifen deutsche Unternehmen an

Lesezeit: 1 min
17.04.2017 01:40
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Im März haben sich Leerverkäufe gegen Aktien deutscher Unternehmen gehäuft. In einigen Fällen wurden diese durch negative Analystenkommentare verstärkt und führten zu beträchtlichen Aktienkursverlusten und Gewinnen für die Spekulanten, berichtet das Finance Magazin. Rund 400 Wetten wurden im Bundesanzeiger im März vermerkt, nach 260 beziehungsweise 241 Wetten in den beiden Vormonaten. Die Leerverkäufe müssen nur dann den deutschen Aufsichtsbehörden gemeldet werden, wenn sie 0,5 Prozent des gesamten Aktienkapitals einer Firma übersteigen.

Bei Leerverkäufen handelt es sich um Aktiengeschäfte, die Spekulanten tätigen, indem sie auf fallende Kurse setzen. Dafür leihen sich die Investoren gegen eine Gebühr Aktien, welche sie nach einer bestimmten Periode wieder zurückgeben müssen. Sie verkaufen die Papiere jedoch sofort und streichen den Gewinn ein. Geht die Wette auf sinkende Kurse der Aktie auf, können die Spekulanten die Papiere später günstiger einkaufen und dem Verleiher zurückgeben. Die Differenz zwischen Verkaufspreis und Rückkaufpreis stellt den Gewinn dar.

Der bekannteste Leerverkaufs-Angriff im März war die Attacke gegen die Münchener Beteiligungsgesellschaft Aurelius. Der US-amerikanische Investor Gotham City hatte sich der Spitze mit Leerverkaufspositionen im Wert von 0,8 Prozent des gesamten Grundkapitals von Aurelius eingedeckt. „Nachdem sich der Aktienkurs von Aurelius nach einem negativen Analystenkommentar der Research-Abteilung von Gotham City fast halbiert hatte, schloss Gotham City seine Position und strich einen satten Gewinn ein“, berichtet Finance Magazin.

Die gestiegene Aktivität betraf eine ganze Reihe deutscher Unternehmen verschiedener Größen. „Am aktivsten waren die Leerverkäufer bei der K+S-Aktie. Fünf unterschiedliche Shortseller haben Leerverkaufspositionen insgesamt 27 Mal verändert. Der Salz- und Düngemittelkonzern war lange Zeit das Lieblingsziel von Shortsellern, da das Unternehmen mit Preisrückgängen, Produktionseinschränkungen und hohen Überkapazitäten am globalen Kalimarkt zu kämpfen hat“, schreibt das Finance Magazin. Im Fokus standen außerdem der Maschinenbauer Aixtron mit 22 im Bundesanzeiger veröffentlichten Leerverkaufsoptionen von fünf unterschiedlichen Spekulanten, sowie die Lufthansa mit 16 Optionen, die Deutsche Bank mit 10 Wetten von zwei unterschiedlichen Leerverkäufern sowie die Commerzbank mit fünf Verkaufsoptionen.

Bemerkenswert ist, dass praktisch alle der vom Finance Magazin genannten Leerverkäufer im angelsächsischen Raum zu verorten sind. Gotham City ist in Delaware registriert, BG Master Fund sitzt in Dublin, CQS in Großbritannien, Jericho Capital Asset Management sitzt in New York, Myriad Opportunities Master Fund in Hong Kong, Susquehanna International Group im US-Bundesstaat Pennsylvania und Jane Street Group ebenfalls in New York.

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