Finanzen

Stada wird zum Spielball von Finanz-Investoren

Lesezeit: 1 min
31.08.2017 17:18
Der deutsche Pharmahersteller Stada wird zum Spekulationsobjekt mehrerer Finanzinvestoren.
Stada wird zum Spielball von Finanz-Investoren

Mehr zum Thema:  
Börse >
Benachrichtigung über neue Artikel:  
Börse  

Der Hedgefonds Elliott funkt den Finanzinvestoren Bain und Cinven bei der vollständigen Übernahme des deutschen Arzneimittelherstellers Stada dazwischen, berichtet Reuters. Der Fonds des US-Investors Paul Singer werde einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag nur unterstützen, wenn die Abfindung nicht weniger als 74,40 Euro pro Stada-Aktie betrage, teilte Elliott am Donnerstag mit. Dies wäre ein Aufschlag von mehr als 8 Euro je Aktie auf den ursprünglichen Angebotspreis: Bain und Cinven hatten sich mit ihrer Offerte von 66,25 Euro je Aktie zunächst 63,85 Prozent an dem Bad Vilbeler MDax-Unternehmen gesichert.

Singer hielt zuletzt über seinen Fonds und andere Vehikel 13,26 Prozent der Anteile. Einschließlich Derivaten hat er inzwischen sogar Zugriff auf 15,24 Prozent an dem Pharmakonzern. Der Hedgefonds versucht nun, mehr Geld aus seinem Engagement herauszuholen. Stada-Aktien notierten am Donnerstagmorgen bei 78 Euro.

Ein Sprecher von Bain und Cinven erklärte, man nehme den Vorstoß von Elliott zur Kenntnis. Darüber hinaus wollte er sich nicht äußern.

Den Beteiligungsgesellschaften Bain und Cinven war Mitte August im zweiten Anlauf die 5,3 Milliarden Euro schwere Übernahme von Stada geglückt. Schließen Bain und Cinven wie üblich einen Beherrschungsvertrag mit dem Arzneimittelhersteller, um Zugriff auf deren Kasse zu bekommen, müssen sie allen übrigen Aktionären ein Abfindungsangebot unterbreiten, dessen Höhe auch gerichtlich überprüft werden kann. Über einen Beherrschungsvertrag wird mit Stada bereits verhandelt. Um Stada von der Börse zu nehmen, wäre ein weiteres Pflichtangebot fällig.

Neben Singer setzen auch andere Anleger darauf, dass zumindest eines davon deutlich höher ausfällt als die bisherige Offerte von Bain und Cinven. Stada-Aktien notierten am Donnerstagvormittag bei 78 Euro und waren vor knapp einer Woche bereits auf ein Rekordhoch von 83,65 Euro gestiegen. Die Nachfrist, in der das Angebot über 66,25 Euro je Aktie noch angenommen werden kann, läuft bis zum Freitag. Bei den gegenwärtigen Kursen werden Anleger ihre Anteile aber wohl kaum im Rahmen der Nachfrist andienen.

Auch interne herrscht bei Stada derzeit Verunsicherung. Am Mittwoch wurde bekannt, dass der Vorstand die Entlastung der früheren Führungsspitze des Unternehmens ablehnt.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  
Börse >

DWN
Ratgeber
Ratgeber 5 Immobilienweisheiten – oder wie Sie den Wert Ihrer Immobilie steigern können

Aufgrund der hohen Nachfrage zeigen Immobilien eine äußerst positive Wertentwicklung. Mit ein paar Maßnahmen lässt sich der Preis der...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Finnland soll ab Samstag kein russisches Gas mehr bekommen

Russland stellt Samstagmorgen die Gaslieferungen nach Finnland ein. Ab 06:00 Uhr werde kein Gas mehr fließen, teilt der finnische...

DWN
Deutschland
Deutschland JP Morgan nimmt verstärkt deutschen Mittelstand ins Visier

Die US-Großbank JP Morgan nimmt verstärkt den deutschen Mittelstand ins Visier. Doch der Markt ist bereits hart umkämpft.

DWN
Politik
Politik Türkei provoziert Nato mit Eindringen in griechischen Luftraum nahe US-Basis

Zwei türkische Kampfjets sind am Freitag in den griechischen Luftraum eingedrungen und näherten sich Alexandroupolis, das US-Militär...

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt die Vermögensabgabe – und wie schützen sich Anleger?

Immer mehr Stimmen fordern einen Corona- oder Ukraine-Lastenausgleich – also eine verpflichtende Vermögensabgabe, die die exorbitanten...

DWN
Politik
Politik Zwei Brüder im Geiste: Russland kämpft in der Ukraine - China probt den Krieg

Während der Ukraine-Krieg Europa in Atem hält, fährt China in den Gewässern des Pazifiks schwere Geschütze auf.

DWN
Deutschland
DWN
Politik
Politik Spannungen nehmen weiter zu: China entsendet Zerstörer und Flugzeugträger / Sorge auf Okinawa

Geraten jetzt auch Japan und andere pazifische Anrainerstaaten ins Visier der chinesischen Streitkräfte?

DWN
Deutschland
Deutschland Bundesetat 2022 sieht zweithöchste Neuverschuldung der Geschichte vor

Im Bundeshaushalt 2022 ist eine Neuverschuldung von 138,9 Milliarden Euro vorgesehen. Und ein erheblicher Posten ist dabei noch nicht...