Politik

Saudi Aramco will Schulden in Milliardenhöhe aufnehmen

Lesezeit: 1 min
10.01.2018 17:11
Vor dem geplanten Börsengang will der Ölkonzern Saudi Aramco angeblich Milliaden an Schulden aufnehmen.
Saudi Aramco will Schulden in Milliardenhöhe aufnehmen

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

+++Werbung+++

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Der staatliche saudi-arabische Ölkonzern Saudi Aramco will sich Insidern zufolge vor seinem geplanten Mega-Börsengang milliardenschwere Kredite sichern. Es gehe um eine Summe von mindestens fünf bis sechs Milliarden Dollar, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Zum einen hofft Saudi Aramco auf günstige Konditionen, weil Banken ins Geschäft kommen wollen, um beim voraussichtlich weltgrößten Börsengang eine Rolle zu spielen. Zum anderen will sich der Ölkonzern billige Kredite sichern, weil Darlehen nach dem Gang aufs Parkett teurer werden könnten. Denn dann ist Saudi Aramco kein reiner Staatskonzern mehr und kann möglicherweise nicht mehr im bisherigen Umfang von den günstigen Konditionen profitieren, die Kreditgeber Staaten gewähren.

Die Zinsen für die Kredite dürften niedrig sein – möglicherweise unter ein Prozent, hieß es in Finanzkreisen. Als Berater seien die Banken Citigroup, Standard Chartered und Sumitomo Mitsui engagiert worden. Es gehe um mehrere Kredite im Volumen von jeweils rund zwei Milliarden Dollar mit einer Laufzeit von bis zu zehn Jahren. Dabei spielten staatliche Exportkreditagenturen (ECA) jeweils eine wichtige Rolle, die Kreditgarantien übernehmen.

Citi und Standard Chartered lehnten eine Stellungnahme ab, von Saudi Aramco und Sumitomo Mitsui war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Saudi Aramco hat sich bereits einen zwei Milliarden Dollar schweren Kredit gesichert, die von der britischen Exportkreditagentur UKEF garantiert wird. Jetzt würden Deals geprüft, an denen Exportkreditagenturen aus Südkorea, Japan und mindestens eine aus Europa beteiligt sein könnten.

Saudi-Arabien will den staatlichen Ölkonzern noch in diesem Jahr an die Börse bringen. Nach den Vorstellungen des Königreichs ist Saudi Aramco zwei Billionen Dollar wert. Die Platzierung eines fünfprozentigen Anteils soll 100 Milliarden Dollar in die Kassen spülen. Einige Beobachter zweifeln allerdings, dass sich die saudi-arabischen Preisvorstellungen verwirklichen lassen, weil der Wert des Unternehmens deutlich unter zwei Billionen Dollar liegen dürfte.

Zahlreiche Investmentbanken buhlen um eine Rolle bei dem Prestigeprojekt von Kronprinz Mohammad bin Salman. Manager der Deutschen Bank, von Goldman Sachs und Citi sollen in wenigen Wochen ihre Konzepte für den Börsengang vorstellen, hatten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen gesagt. Mit JP Morgan, Morgan Stanley und HSBC hat Saudi Aramco bereits im vergangenen Jahr erste Banken beauftragt.

 

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Schmelzhütten in Europa müssen Produktion einstellen

Am Dienstag hat schon eine holländische Zinkhütte wegen hoher Energiekosten die Einstellung der Produktion angekündigt. Nun trifft es...

DWN
Finanzen
Finanzen Zinn: Das oft übersehene Technologiemetall

Zinn wird im Rohstoffsektor gerne übersehen, dabei trägt es sein etwas angestaubtes Image vollkommen zu Unrecht.

DWN
Politik
Politik Washington Post: Der Weg zum Krieg

Die US-amerikanische Tageszeitung zeichnet über eine Reihe von Interviews mit Behördenvertretern aus den USA, der Ukraine sowie der EU...

DWN
Deutschland
Deutschland Deutschlands Gas-Vorräte reichen weniger als drei Monate

Selbst wenn es Deutschland gelingen sollte, seine Reserven vollständig zu füllen, reicht das Gas nicht einmal drei Monate, falls Russland...

DWN
Finanzen
Finanzen Lebensmittel auf Kredit: Supermarkt-Kette zielt auf ärmere Kunden

Die britische Supermarktkette Iceland Foods bietet ihren Kunden Kredite für den Kauf von Lebensmitteln an. Das Programm richtet sich an...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Ärgernis für deutschen Handel: Anhaltende Schiffs-Staus in der Nordsee

Staus großer Containerschiffe dürften die deutschen Nordseehäfen noch länger in Atem halten. Die volle Auswirkung wird erst im zweiten...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Inflation in Großbritannien steigt über 10 Prozent

Die bereits hohe Inflation in Großbritannien hat sich weiter beschleunigt. Im Juli lagen die Verbraucherpreise um 10,1 Prozent höher als...

DWN
Finanzen
Finanzen Vorbereitung auf Super-Crash: Star-Investor stößt alle Aktien ab - bis auf eine

Der bekannte Investor Michael Burry warnt seit Monaten vor einem verheerenden Börsencrash und stößt fast seinen gesamten Aktienbestand...