Indien umgeht US-Sanktionen bei Ölgeschäften mit dem Iran

 

Mehr zum Thema.

Benachrichtigung über neue Artikel:  
 
Lesezeit: 1 min
13.01.2019 17:34
Indien hat damit begonnen, für seine Ölimporte aus dem Iran mit Rupien statt mit Dollar oder Euro zu bezahlen.
Indien umgeht US-Sanktionen bei Ölgeschäften mit dem Iran

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

Indien, der drittgrößte Ölimporteur der Welt, hat damit begonnen, den Iran für Öllieferungen in indischen Rupien zu bezahlen, sagte ein hochrangiger Bankbeamter am Dienstag. Dies sind die ersten solcher Zahlungen, seit die USA im November neue Sanktionen gegen Teheran verhängt hatten.

Washington hat acht Ländern, darunter auch Indien, eine sechsmonatige Ausnahmegenehmigung eingeräumt, die es ihnen erlaubt, iranisches Öl zu importieren.

Indien, der zweitgrößte Käufer iranischen Rohöls hinter China, möchte auch in Zukunft Rohöl aus dem Iran kaufen. Denn das Land bietet nicht nur kostenlose Lieferungen, sondern auch verlängerte Kreditlaufzeiten.

Der Iran wird die Rupien-Zahlungen hauptsächlich dazu verwenden, Importe aus Indien zu bezahlen. "Heute haben wir von einigen Mineralölunternehmen einen guten Betrag erhalten", sagte Charan Singh, Geschäftsführer von Indiens staatlicher UCO Bank, zu Reuters.

Kürzlich hat Neu-Delhi mitgeteilt, dass Zahlungen an die National Iranian Oil Co (NIOC) für Rohölimporte von der Quellensteuer befreit werden. Dadurch können die Raffinerien rund 1,5 Milliarden USD einsparen.

Eine Quelle aus der Industrie sagte, dass Indiens führende Raffinerie Indian Oil Corp und Mangalore Refinery & Petrochemicals bereits Zahlungen für iranische Ölimporte geleistet haben.

Um den Dollar in Handelsgeschäften zu umgehen, entwickelt der Iran neue Zahlungsmechanismen, darunter auch Tauschhandel, mit Handelspartnern wie Indien, China und Russland. Die Einrichtung eines von der Europäischen Union geführten Spezialfonds, der den Handel mit Teheran erleichtern soll, habe sich verzögert, sagte Außenminister Javad Zarif am Dienstag.

In der vorherigen Runde von US-Sanktionen hatte Indien 45 Prozent der Ölzahlungen in Rupien und 55 Prozent in Euro abgewickelt. Doch diesmal hat das Land einen Vertrag mit dem Iran unterzeichnet, der für alle Zahlungen Rupien vorsieht. Denn Indien will seine Handelsbilanz mit dem Iran ausgleichen.

Die indischen Importe aus dem Iran beliefen sich zwischen April und November auf rund 11 Milliarden US-Dollar, wovon etwa 90 Prozent auf Öl entfielen.

Laut Charan Singh, dem Geschäftsführer von Indiens staatlicher UCO Bank, haben die indischen Raffinerien in der Vergangenheit bereits Zahlungen an 15 Banken getätigt. Doch jetzt würden sie nur noch auf Konten von neun iranische Kreditgebern einzahlen. Denn eine der Banken wurde seitdem geschlossen und gegen fünf weitere haben die USA sekundäre Sanktionen verhängt.

Die neun genutzten iranischen Banken sind Saman Bank Corp., Bank Pasargad, Bank Eghtesad Novin, Karafarin Bank, Bank Samayeh, Naher Osten, City Bank, Bank Hekmat Iranian und die Tourism Bank.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..


Mehr zum Thema:  

DWN
Unternehmen
Unternehmen Elektromobilität: In jedem Wandel stecken Chancen

Emissionen verringern, Kosten sparen und Imagegewinne erzielen – die Gründe für Unternehmen, in der Flotte auf Fahrzeuge mit...

DWN
Finanzen
Finanzen Blackrock: Mastermind hinter der globalen Anti-Corona-Strategie

Im August 2019 stellte Blackrock eine Strategie vor, wie auf eine neue Krise zu reagieren sei. Rund ein Jahr später werden zahlreiche der...

DWN
Deutschland
Deutschland Aktuelle Studie: Große Mehrheit der Deutschen erwartet sinkenden Lebensstandard

Einer aktuellen Forsa-Umfrage zum Start des Forum New Economy in Berlin zufolge befürchtet eine deutliche Mehrheit der Deutschen, sozial...

DWN
Finanzen
Finanzen Lagarde öffnet einer höheren Inflation die Tür - auf Sparer kommen schwere Zeiten zu

Die Europäische Zentralbank folgt der Federal Reserve und kündigt eine Tolerierung höherer Inflationswerte an. Da die Geldentwertung...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Volkswagen: US-Aufpassern wird der rote Teppich ausgerollt, deutsche Prüfer werden ausgesperrt

Während ein vom US-Justizministerium eingesetzter Sonderkontrolleur in Wolfsburg mit seinem Team alles durchleuchtet, was er möchte,...

DWN
Politik
Politik US-Wahlkampf: Erstes TV-Duell zwischen Trump und Biden verläuft chaotisch, Märkte werden nervös

Der US-Präsident fällt seinem Herausforderer ständig ins Wort, Biden wiederum bezeichnet den Amtsinhaber als „Clown“, "Putins...

DWN
Politik
Politik Berlins rot-rot-grüne Sprachpolizei: Beamte sollen künftig „gendergerecht“ sprechen

Statt sich auf die drängenden Probleme der Hauptstadt wie das BER-Desaster oder die Wirtschaftskrise zu fokussieren, stellt Berlins linke...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutsche Glasindustrie kommt in der Krise mit blauem Auge davon, Corona-Produkt könnte Umsätze sogar explodieren lassen

Die Glashersteller verzeichneten zwar bis Ende Juni insgesamt Umsatzeinbußen, doch fallen die Rückgänge einigermaßen moderat aus. Die...

DWN
Marktbericht
Marktbericht Gewinnmitnahmen drücken Aktienmärkte ins Minus - heute Tag der Arbeitsmarkt-Daten

Nach dem kleinen Kursfeuerwerk, das es noch zum Wochenstart gegeben hat, haben sich die deutschen Handelsplätze nun wieder beruhigt. Der...

DWN
Politik
Politik Merkel lobt Demonstranten in Weißrussland in höchsten Tönen

Kanzlerin Merkel hat die oppositionellen Demonstranten in Weißrussland, die gegen die Regierung auf die Straßen gehen, gelobt. Eine...

DWN
Deutschland
Deutschland „Aale Dieter“ boykottiert Corona-Wahnsinn auf dem Hamburger Fischmarkt

Wegen des Coronavirus wird der Hamburger Fischmarkt bis zur Unkenntlichkeit verändert. Ein Urgestein boykottiert nun das Schauspiel.

DWN
Finanzen
Finanzen Insider: Neuer Richtungsstreit an der Spitze der EZB ausgebrochen

Im Führungsgremium der Europäischen Zentralbank sollen namentlich nicht bekannten Insidern zufolge neue Grabenkämpfe ausgebrochen sein.

DWN
Politik
Politik Demos in Weißrussland: Für die EU spielen Corona-Regeln plötzlich keine Rolle mehr

Die EU und Kanzlerin Merkel machen keinen Hehl aus ihrer Unterstützung für die Demos in Weißrussland. Doch die Massendemos verlaufen...

DWN
Politik
Politik „The Great Decline“: Es gibt Anzeichen für das Ende der USA als Weltmacht

Der frühere Bürochef von US-Außenminister Colin Powell sieht in der Militär-Struktur der USA Anzeichen dafür, dass das Land als...

DWN
Politik
Politik EU beginnt mit Entwicklung von Kampf-Drohnen – ohne die USA

Deutschland, Frankreich und zwei weitere EU-Staaten werden im aktuellen Jahr mit der Entwicklung von europäischen Kampf-Drohnen beginnen,...

celtra_fin_Interscroller