Deutschland

Glyphosat: Bayer attackiert Bundesregierung wegen Verbot ab 2023

Die Bayer AG wendet sich entschieden gegen den Plan der Bundesregierung, wonach Glyphosat ab dem Jahr 2023 in Deutschland nicht mehr zum Einsatz kommen soll.
06.09.2019 15:17
Aktualisiert: 06.09.2019 15:21
Lesezeit: 1 min

Angela Merkels Regierung will die Nutzung von Glyphosat-haltigen Herbiziden bis Ende 2023 auslaufen lassen, was sich für den deutschen Chemiekonzern Bayer AG als problematisch erweisen wird.

Im Rahmen des Vorschlags, der am Mittwoch vom Kabinett gebilligt wurde, beabsichtigt die Regierung, einem Antrag der EU auf Erneuerung der Lizenz zur Herstellung des Unkrautvernichters zu widersprechen. Die Zuständigkeit für die Lizenzierung liegt bei Brüssel und nicht bei den EU-Mitgliedstaaten. “Ich erwarte nicht, dass es nach 2022 in der EU eine Mehrheit für Glyphosat geben wird”, sagte Umweltministerin Svenja Schulze auf einer Pressekonferenz in Berlin. Der Schritt könnte einen weiteren Rückschlag für Bayer bedeuten, das mit massiven US-Klagen konfrontiert ist, denen zufolge das Herbizid Roundup Krebs verursacht.

Das Umweltministerium meldet in einer weiteren Mitteilung: “Der Ausstieg aus Glyphosat ist ein schrittweiser Prozess. Am einfachsten wäre es gewesen, den Wirkstoff Glyphosat auf EU-Ebene zu verbieten. Er ist jedoch auf EU-Ebene noch bis Ende 2022 genehmigt. Der damalige Bundeslandwirtschaftsminister hatte 2017 für eine erneute Genehmigung des Wirkstoffes gestimmt – entgegen der Abmachung der damaligen Bundesregierung.”

“Wir sind nicht einverstanden mit der Entscheidung der deutschen Regierung, Glyphosat bis Ende 2023 zu verbieten”, zitiert Bloomberg Liam Condon, Leiter der Bayer Crop Science Division. Der Verband der chemischen Industrie VCI ist der Ansicht, die Regierung führe einen Alleingang durch, bevor die zuständige Behörde der Europäischen Union eine Entscheidung getroffen habe. Das EU-Recht erlaube keine einseitigen Entscheidungen der Mitgliedstaaten. “Für die Unternehmen unserer Branche bedeutet die heutige Entscheidung einen massiven Verlust an Planungssicherheit. Unternehmen müssen sich auf verlässliche Bedingungen verlassen können, so Utz Tillmann, Geschäftsführer des VCI.

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner betonte, dass das Produkt nach EU-Recht weiterhin legal sei, die Agrarpolitik aber in Zukunft “grüner” werde.

Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Neue deutsch emiratische Investitionen stärken Dubais Standortrolle

Die Zeiten, in denen eine Firma vor allem am eigenen Standort und nur begrenzt darüber hinaus florieren wollte, sind vorbei. Heute sind...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rhein Group: Draghi versammelt Europas Machtelite
19.09.2026

Mario Draghi hat Europas wirtschaftliche Schwächen analysiert. Jetzt will er handeln: Mit der Rhein Group versammelt der frühere...

DWN
Politik
Politik Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern: Das müssen Sie unbedingt wissen
19.09.2026

Mecklenburg-Vorpommern wählt einen neuen Landtag – und diesmal könnte sich das politische Kräfteverhältnis grundlegend verschieben....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Niedrigwasser am Rhein: Wenn der deutschen Wirtschaft das Wasser fehlt
19.09.2026

Der Rheinpegel in Kaub ist der wichtigste Pegel für die Schifffahrt zwischen Rotterdam und Basel. Dort fiel der Wasserstand im August 2026...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes GLC im Test: Elektrisch ist er endlich so, wie er sein muss
19.09.2026

Der elektrische Mercedes GLC 400 4Matic bringt fast 500 PS, viel Komfort, hohe Ladeleistung und einen überraschend moderaten Verbrauch. Im...

DWN
Politik
Politik Berlin wählt: Diese Koalitionen sind möglich – und was sonst noch wichtig ist!
19.09.2026

Rund 2,5 Millionen Berliner entscheiden am Sonntag über die politische Zukunft ihrer Stadt. Nach einem von Wohnungsnot, Verkehr und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Safran-Anbau: KI und Roboter sollen Europas Abhängigkeit beenden
19.09.2026

Safran ist das teuerste Gewürz der Welt, doch seine Lieferkette ist anfällig und kaum transparent. Ein schwedisches Start-up will das...

DWN
Technologie
Technologie Gefälschte IT-Mitarbeiter: Remote-Jobs werden zum Einfallstor für Spione
19.09.2026

Sie sehen aus wie ganz normale Bewerber, doch hinter Lebensläufen, Videogesprächen und vermeintlich echten Identitäten können...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Audi-Krise: „In zehn Jahren muss es Volkswagen noch geben“
19.09.2026

China holt Europas Autobauer nicht mehr nur ein. In wichtigen Technologiebereichen ist die Konkurrenz bereits vorbeigezogen. Audi-Chef...