Technologie

Elektroauto contra Brennstoffzellentechnik: Wer macht das Rennen?

Während das Elektroauto und Unternehmen wie Elon Musks Tesla die Schlagzeilen beherrschen, scheint der Wasserstoff-Antrieb Boden verloren zu haben, oder doch nicht?
16.09.2019 16:01
Aktualisiert: 16.09.2019 16:05
Lesezeit: 2 min

Inzwischen bietet fast jeder Automobilhersteller Hybrid- oder Elektro-Fahrzeuge an, mehr und mehr neue Modelle drängen auf den Markt und vielerorts wird die Infrastruktur in Form von eifrig zur Verfügung gestellten Ladestationen ausgebaut. Kein Wunder, dass sich der breiten Öffentlichkeit der Eindruck vermittelt, E-Autos seien – was die Zukunft angeht - die unangefochtenen Favoriten für die Mobilität des Menschen. Einigen Beobachtern wie etwa dem Ifo-Institut zufolge stellt jedoch der Wasserstoffantrieb per Brennstoffzelle die Zukunft der umweltschonenden Mobilität dar.

Noch habe die E-Mobilität die Nase vorn, erklärte der Autoexperte Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach im März dieses Jahres im „Deutschlandfunk“: „Zunächst hat tatsächlich die E-Mobilität das Rennen gemacht. Ich glaube, das liegt im Wesentlichen daran, dass es einen starken Wettbewerber gibt namens Tesla, der den Premiumherstellern richtig Marktanteile weggenommen hat und gezeigt hat, dass reine E-Mobilität funktioniert und auch begeistern kann. Vor dem Hintergrund sind andere Technologien dann in den Hintergrund gerückt.“

Dennoch fließen Experten zufolge schon bis 2030 Investitionen in Höhe von mindestens 280 Milliarden US-Dollar allein in die Erzeugungs-, Transport- und Speicherinfrastruktur sowie ausgewählte Anwendungsbereiche der Brennstoffzellentechnologie. Das soll erst der Anfang sein. Verhältnismäßig unbeachtet entwickelt sich eine gewaltige Industrie, die Anlegern außergewöhnliche Investitionsgelegenheiten eröffnet.

Und das hat seine Gründe: In dünn besiedelten Gegenden und überall dort, wo extreme klimatische Bedingungen herrschen wie im Hochgebirge, oder auch, wenn es darum geht, große Strecken zu bewältigen wie im Ferntransport, zeigen sich wegen der doch noch immer relativ langen Ladezeiten und kurzen Reichweiten die Nachteile der Elektromobilität. Da bietet sich die Brennstoffzelle als praktikable Alternative an.

Die ersten Wasserstoff-betriebenen, allerdings recht teuren Kraftfahrzeugmodelle sind bereits auf dem Markt. Der Toyota Mirai beispielsweise kostet fast 80.000 Euro, für den Hyundai Nexo werden rund 69.000 Euro verlangt. Den Mercedes GLC F-CELL, ein SUV mit einem 200 PS starken Motor und einer Reichweite von insgesamt knapp 500 Kilometer gibt es aktuell nur zur Miete. Verantwortlich für die hohen Preise sind natürlich auch die geringen Stückzahlen.

Der Vorsprung der Asiaten bei der Brennstoffzellentechnik kommt nicht von Ungefähr. So fördert die japanische Regierung den Auf- und Ausbau der Technologie mit vielen Milliarden. 2020, anlässlich der Olympischen Spiele in Tokio, sollen 40.000 Brennstoffzellenautos auf den Straßen des Landes unterwegs sein. Wer sich dafür entscheidet, einen Toyota Mirai anzuschaffen, erhält über 20.000 Euro Zuschuss vom Staat. Die deutschen Hersteller sind da noch nicht ganz so weit: Zumindest haben aber auch VW, BMW und Audi angekündigt, in naher Zukunft entsprechende Modelle auf den Markt zu bringen.

Anleger, die im Bereich Brennstoffzellentechnik Investmentchancen erkennen und sich hier engagieren möchten, können dies sowohl in Form von Einzelwerten wie Linde, der britischen ITM Power oder die japanische Toray Industries oder mithilfe eines Aktienfonds wie dem JSS Multi Label SICAV - New Energy Fund (ISIN LU0121747215 /WKN 581365) tun, wobei es sich dabei eher um eine perspektivischen Geldanlagen handelt. Das heißt, bis zum endgültigen Durchbruch könnte es noch etwas dauern.

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