Technologie

Münchner Forscher entwickeln Haut für Roboter

Forscher der TU München haben erstmals einen menschengroßen Roboter komplett mit künstlicher Haut ausgestattet.
10.10.2019 12:45
Aktualisiert: 10.10.2019 12:46
Lesezeit: 1 min
Münchner Forscher entwickeln Haut für Roboter
Bild: Astrid Eckert / TUM

Roboter sollen damit ihre Umgebung besser erspüren und sogar einbeinig balancieren können: Forscher der Technischen Universität München (TUM) haben nach eigenen Angaben erstmals einen menschengroßen Roboter komplett mit künstlicher Haut ausgestattet. Die sechseckigen Zellen in der Größe einer Zwei-Euro-Münze sollen für ein «neues Körpergefühl» sorgen, wie die Universität am Donnerstag mitteilte.

Zum Einsatz kommt die künstliche Haut bei einem Roboter, der den Namen H-1 trägt und so groß ist wie ein Mensch. Er ist ausgestattet mit 1260 Zellen und mehr als 13 000 Sensoren an Oberkörper, Armen, Beinen und sogar auf den Fußsohlen. Mikroprozessoren messen die Berührung, Beschleunigung, Annäherung und Temperatur. Zum Vergleich: Die menschliche Haut hat etwa fünf Millionen Rezeptoren, wie die Forscher um Professor Gordon Cheng erklären.

Das größte Hindernis bei der Entwicklung von Roboterhaut sei bislang mangelnde Rechenkapazität gewesen - die Systeme waren schon mit Daten aus wenigen Hundert Sensoren überfordert. Um dieses Problem zu lösen, überwachen die Münchner Wissenschaftler die Hautzellen nicht permanent, sondern nutzen ein sogenanntes ereignisbasiertes System. So lasse sich der Rechenaufwand um bis zu 90 Prozent reduzieren.

«Unser System ist darauf ausgerichtet, problemlos und schnell mit allen möglichen Robotertypen zu funktionieren», sagte Cheng. «Jetzt arbeiten wir daran, kleinere Hautzellen zu entwerfen, die in Zukunft in größeren Mengen hergestellt werden können.»

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gestiegene Betriebskosten: Wachsender Druck auf Produktionsbetriebe

Die deutsche Wirtschaft steht im Jahr 2026 vor enormen Herausforderungen, welche die Gewinnspannen der Betriebe spürbar verringern. Laut...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Tiefe Gräben beim Staatsvertrauen: Wie die Bürger das politische System bewerten
24.09.2026

Während eine breite Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland nach wie vor auf die Qualität der Demokratie vertraut, offenbart eine neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Audi China-Modelle: Diese Elektroautos will Audi in Deutschland stoppen
24.09.2026

Audi entwickelt Elektroautos eigens für China, doch plötzlich stehen sie bei Händlern in Deutschland. Was wie ein Erfolg der eigenen...

DWN
Politik
Politik EuGH-Urteil zu Energiepreisen: Grundsatzentscheidung stärkt Rechte der Verbraucher und widerspricht dem BGH
24.09.2026

Jahrelang zu hohe Beträge für Wärme gezahlt? Nach einer Grundsatzentscheidung des Europäischen Gerichtshofs verjähren...

DWN
Technologie
Technologie Rückgang bei Industrierobotern: Deutschland droht im weltweiten Wettlauf den Anschluss zu verlieren
24.09.2026

Trotz seiner führenden Rolle bei der industriellen Automatisierung in Europa gerät der Standort Deutschland im globalen Vergleich ins...

DWN
Politik
Politik Atempause beim Tanken vorbei? Spritpreise steigen wieder an
24.09.2026

Autofahrer müssen nach einer kurzen Verschnaufpause an den Zapfsäulen wieder mit höheren Ausgaben rechnen. Obwohl Benzin und Diesel im...

DWN
Technologie
Technologie Experten schlagen Alarm: Forderungen nach grundlegendem Umdenken bei KI-Konzernen
24.09.2026

Angesichts potenziell unkontrollierbarer Gefahren durch Künstliche Intelligenz dringen Fachleute auf neue Regeln für die führenden...

DWN
Politik
Politik Subventionen für Europas Industrie: Deutschland und Frankreich uneins bei EU-Förderregeln
24.09.2026

Um der teuren Energie sowie dem Druck aus China und den USA zu trotzen, fordert die europäische Industrie staatliche Hilfen. Während...

DWN
Finanzen
Finanzen Gute Noten mit Schwachstellen: Deutsche Banken bestehen Krisencheck
24.09.2026

Ein umfassender Belastungstest der Aufsichtsbehörden bescheinigt den kleineren und mittleren Finanzinstituten in Deutschland eine...