Deutschland

Hermes jagt dank Online-Handel der Deutschen Post Marktanteile ab

Hermes Germany, der deutsche Paketdienst des internationalen Konzerns Hermes, hat neue Rekorde verbucht. Der Grund: Immer mehr deutsche Konsumenten bestellen übers Internet.
25.03.2020 14:00
Lesezeit: 1 min
Hermes jagt dank Online-Handel der Deutschen Post Marktanteile ab
Der deutsche Paketdienst Hermes verzeichnet im November und Dezember Rekorde. (Foto: dpa) Foto: Jan Woitas

Der Paketdienst Hermes Germany (HG) hat im vergangenen Jahr dem Marktführer Deutsche Post zunehmend unter Druck gesetzt. Der deutsche Logistiker hat gerade in den Spitzenmonaten November und Dezember 85 Millionen Sendungen ausgeliefert. Das waren fünf Prozent mehr als noch zwölf Monate zuvor, wie der Dienstleister mitteilte, der in Deutschland für den international agierenden Hermes-Konzern die Paketzustellung übernimmt.

Diese Volumina waren das beste Resultat, das HG je erzielt hat, der aufgrund seiner Größe als Mittelständler gilt. Die Erstzustellquote lag dabei bei 91 Prozent. Der Grund: Die Kunden haben verstärkt übers Internet ihre Bestellung abgegeben.

„Mit fast 85 Millionen Paketen verzeichneten wir 2019 das mengenstärkste Weihnachtsgeschäft unserer Geschichte“, sagt Marco Schlüter, Chief Operations Officer (COO) von HG. „Auf Basis präziser Mengenprognosen ließen sich zusätzliche Kapazitäten frühzeitig planen. Gleichzeitig haben unsere neuen Standorte, moderne Technik und die Digitalisierung insbesondere im Bereich der Letzten Meile dazu beigetragen, die enormen Sendungsvolumen abzuwickeln“, erklärte Schlüter.

Dass HG aufgrund der verbesserten Digitalisierung gewachsen ist, liegt im Trend des Gesamtmarktes. So sind die Umsätze der Logistiker im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf 18,8 Milliarden Euro gestiegen. Ein wichtiger Wachstumstreiber waren die zunehmenden Bestellungen der Kunden übers Internet.

Und nicht nur die Umsätze der Paketdienste sind gestiegen, sondern auch der Wert der Waren, der online versendet wird. So haben die Konsumenten im vergangenen Jahr für 94 Milliarden Euro Produkte bestellt. Wie aus Zahlen des Bundesverbandes für E-Commerce hervorgeht, waren dies zehn Prozent mehr als noch zwölf Monate zuvor. Mittlerweile werden alle Produkte des täglichen Lebens übers Netz bestellt. Dazu gehören Kleidung, Elektrogeräte, aber auch Lebensmittel.

Da die Onlineumsätze immer größer werden, benötigen die Dienstleister auch immer mehr Personal, das die Sendungen zustellt. Das Problem, das sich den Mittelständlern stellt: Der Arbeitsmarkt ist wie leergefegt. Dieser Faktor könnte zukünftig ein Hindernis sein, dass den Onlinehandel ausbremst. Deswegen müssen die Unternehmen unbedingt überlegen, wie sie die Personalnot beheben können.

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