Politik

DWN AKTUELL: Russland entsendet militärischen Nachschub nach Syrien

Russland hat mit Flugzeugen des Typs Tu-154M militärischen Nachschub nach Syrien entsandt.
21.02.2020 13:01
Aktualisiert: 21.02.2020 13:01
Lesezeit: 2 min
DWN AKTUELL: Russland entsendet militärischen Nachschub nach Syrien
Russland entsendet Nachschub nach Syrien. (Grafik: Flightradar24)

In der Nacht vom 20. auf den 21. Februar 2020 hat das russische Militär mit Flugzeugen des Typs Tu-154M Nachschub nach Syrien entsandt. Der militärische Nachschub erfolgte über das Kaspische Meer, da die Türkei ihren Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt hat. Das geht aus Daten von Flightradar24 hervor.

Bei den aktuellen Kämpfen in Idlib geht es vor allem darum, die Autobahn M5 unter Kontrolle zu bekommen. Die M5 ist eine strategische Autobahn, die in Südsyrien nahe der Grenze zu Jordanien beginnt und bis nach Norden in die Stadt Aleppo nahe der türkischen Grenze führt. Die 450 Kilometer lange Autobahn verbindet die vier größten Städte und Bevölkerungszentren des Landes: Damaskus, Homs, Hama und Aleppo und durchquert die Provinz Idlib. Vor dem Krieg diente die Autobahn M5 als wirtschaftliche Verkehrsader für Syrien.

Der englischsprachige Dienst von AP berichtet: “Die Autobahn Damaskus-Aleppo oder die M5 ist den Syrern einfach als ,Internationale Straße’ bekannt. Die Autobahn führt durch die wichtigsten Städte Syriens und ist der Schlüssel dafür, wer das Land kontrolliert. Assad verlor ab 2012 allmählich die Kontrolle über die M5, als verschiedene Rebellengruppen, die um seinen Sturz kämpften, Teile des Landes eroberten. Der syrische Analyst Taleb Ibrahim bezeichnete die M5 als ,grundlegendste und strategischste Autobahn im Nahen Osten’. Für die von der Türkei unterstützten Rebellen, die gegen Assad kämpften, war die Autobahn ein Eckpfeiler, um ihr Territorium zusammenzuhalten und die Regierungstruppen in Schach zu halten.”

Die aktuellen Kämpfe in der Region Idlib haben die EU-Staaten dazu veranlasst, eine gemeinsame Erklärung abzugeben. Die Angriffe durch Machthaber Baschar al-Assad und dessen Unterstützer verursachten gewaltiges menschliches Leid und seien inakzeptabel, heißt es in einer Stellungnahme, die beim EU-Gipfel in der Nacht zum Freitag in Brüssel verabschiedet wurde. “Die EU ruft alle Akteure dazu auf, die Kampfhandlungen unverzüglich einzustellen.”

Die dpa wörtlich: “Die Lage in der nordwestlichen Provinz Idlib hat sich in den vergangenen Wochen dramatisch verschlechtert. Nach UN-Angaben flohen seit Anfang Dezember rund 900.000 Syrer vor heranrückenden Regierungstruppen und Gewalt. Trotz einer Waffenruhe setzten die Truppen ihre Angriffe in den vergangenen Wochen fort und konnten größere Gebiete einnehmen. Syrien und sein Verbündeter Russland argumentieren, sie bekämpften in der Region Terroristen.”

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron haben sich in einem Telefonat mit Russlands Präsident Wladimir Putin besorgt über die katastrophale humanitäre Lage in der schwer umkämpften syrischen Provinz Idlib geäußert. Beide Politiker erklärten sich in dem Gespräch dazu bereit, Putin und den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan zu treffen, um eine politische Lösung zu erreichen. Dies teilte der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, am Donnerstag mit.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Erfolgreich mit Bio-Erdnüssen: Zwei Bauern sparen mit KI 90 Prozent der Arbeitskosten
23.10.2026

Trockenheit wird für Europas Landwirtschaft zum immer größeren Problem. Zwei Brüder aus Österreich reagieren darauf mit einer...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Firma gründen in 24 Stunden: Was jetzt wirklich möglich ist – und was nicht
23.10.2026

Ein eigenes Unternehmen an nur einem Tag gründen: Das neue Bundesportal G24 soll dem behördlichen Zickzackkurs ein Ende setzen. Seit Ende...

DWN
Finanzen
Finanzen Größter Verkauf russischen Goldes seit der Finanzkrise 1998: Weitere Tonnen verschwinden aus den Tresoren
23.10.2026

Die neuesten Daten der russischen Zentralbank zeigen, dass die Verkäufe aus den Goldreserven seit Jahresbeginn bereits 62 Tonnen erreicht...

DWN
Finanzen
Finanzen Warum Frankreich weniger Schulden hat als die USA, dafür aber härter bestraft wird
23.10.2026

Die neuesten Eurostat-Daten für das zweite Quartal zeigen, dass die französische Staatsverschuldung im Verhältnis zur...

DWN
Politik
Politik Bundeswehr: Wehrdienst-Fragebogen ignoriert? Dann droht ein Bußgeld
23.10.2026

Seit Januar werden in Deutschland junge Menschen ab 18 von der Bundeswehr zu ihrer Bereitschaft eines möglichen Wehrdiensts angeschrieben....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft DWN-Podcast Folge 48: Die Woche im Rückblick – KW 43
23.10.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Politik
Politik Länderfinanzausgleich: Söder will AfD- und Linke-Ländern Geld streichen
23.10.2026

Mit einer sogenannten "Extremismusklausel" will Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mögliche von der AfD oder der Linken geführten...

DWN
Technologie
Technologie Weltweiter Kohlekraft-Ausbau steigt trotz Klimazielen
23.10.2026

Wind- und Solarenergie haben Kohle in vielen Teilen Europas überholt – doch weltweit wächst die Zahl geplanter Kohleprojekte weiter,...