Wirtschaft

Medizintechnik wächst bis 2025 auf mehr als halbe Billion Euro

Eine der wenigen Branchen, die von der Pandemie profitiert, ist die Medizintechnik.
27.06.2020 13:21
Lesezeit: 1 min
Medizintechnik wächst bis 2025 auf mehr als halbe Billion Euro
Die Carl Zeiss Meditec AG ist ein wichtiger Anbieter aus Deutschland. (Foto: dpa) Foto: Bodo Schackow

Die Medizintechnik-Branche dürfte weltweit im laufenden Jahr weiter wachsen. Wie aus aktuellen Schätzungen der Studie "Medizintechnik 2020" des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) hervorgeht, werden die Erlöse der Firmen im laufenden Jahr bei 484 Milliarden Dollar liegen. Dies wäre ein Plus gegenüber dem Vorjahr von fast sechs Prozent. Doch das ist noch nicht das Ende der Fahnenstange: So werden die Volumina bis 2025 wahrscheinlich auf 615 Milliarden Dollar ansteigen - also in den kommenden fünf Jahren noch einmal um ein Drittel wachsen.

Aus der Sicht der Studienherausgeber ist die Alterung der Weltbevölkerung und die Steigerung der Wachstumsmärkte hauptverantwortlich für die kletternde Nachfrage an Medizintechnik-Produkten. „Die regulatorischen Anforderungen für Zulassung und Vertrieb von medizintechnischen Produkten unterscheiden sich im internationalen Vergleich zum Teil stark“, schreiben sie. „Mittelständische Unternehmen müssen ihr Geschäftsmodell überprüfen, um auf fortschreitenden Preisverfall und zunehmende Digitalisierung vorbereitet zu sein.“ Die Branche ist stark vom Mittelstand geprägt: So beschäftigen 93 Prozent der Firmen weniger als 250 Mitarbeiter.

„Die wichtigsten Techniktrends im Zuge der Digitalisierung sind der Einsatz von künstlicher Intelligenz, die starke Entwicklung in der Sensorik und die individualisierte Medizintechnik“, glauben die Fachleute. Lukrative Märkte seien vor allem China, Indien und Brasilien. „Das steigende Einkommensniveau sowie starke Investitionen in die Gesundheitsinfrastruktur werden das Marktpotenzial für Medizinprodukte erhöhen“, heißt es in der Studie.

Ein Pluspunkt, den die deutsche Industrie für sich verbuchen kann, bleibt ihre Innovationskraft, die am Weltmarkt geschätzt wird: So liegt die Exportquote der Branche bei rund 65 Prozent. Da sich die Branche aber sehr schnell wandelt, findet derzeit eine Konzentration statt, die den gesamten Markt prägt.

Die Branchenverbände stimmen die Daten „verhalten zuversichtlich“. Zwar sind ihren Aussagen zufolge die dramatischen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie in ihrem ganzen Ausmaß noch nicht abzuschätzen. „Und die Herausforderungen bleiben, doch insbesondere die kleinen und mittelständischen Medtech-Unternehmen können neue Chancen und neue Märkte nutzen“, sagt BVMed-Geschäftsführer Marc-Pierre Möll.

Der Ton der neuen Studie ist positiv, nachdem es zuletzt eher negative Informationen gegeben hatte. So hatten Nachrichten am Markt die Runde gemacht, dass aufgrund der Pandemie die Lieferketten der Medizintechnik-Unternehmen unterbrochen gewesen seien.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Politik
Politik Wahl von AfD-Politikern: CDU-Abgeordnete sollten eidesstattliche Erklärung unterschreiben
28.10.2026

Wer stimmte für die AfD-Kandidaten im Landtag von Sachsen-Anhalt? Seit der Wahl eines AfD-Politikers zum Landtagspräsidenten steht der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Technologieunternehmen: Jio Platforms legt größten Börsengang Indiens hin
28.10.2026

530 Millionen Kunden, digitale Dienste und KI: Jio Platforms ist längst mehr als ein Mobilfunkanbieter. Wie das Unternehmen seine...

DWN
Technologie
Technologie Chinas KI-Blase platzt: Technologieunternehmen verlieren 480 Milliarden Dollar
28.10.2026

Chinas Markt für künstliche Intelligenz (KI) befindet sich in einer starken Korrekturphase. Innerhalb von weniger als vier Monaten haben...

DWN
Finanzen
Finanzen 10 Europa-Aktien, denen Analysten besonders großes Wachstum zutrauen
28.10.2026

Ich habe mir erneut die Empfehlungen der Analysten angesehen, um Aktien mit dem größten Aufwärtspotenzial zu finden. Diesmal habe ich...

DWN
Technologie
Technologie Fusionsenergie: Proxima Fusion findet Partner für den Bau von Reaktoren
28.10.2026

Münchner Start-up setzt auf japanisches High-Tech: Proxima Fusion verbündet sich mit Fujikura und Kyoto Fusioneering für den Bau...

DWN
Politik
Politik Ex-Diplomat Clyde Kull: Steht eine globale Lebensmittelkrise vor der Tür?
28.10.2026

Der Krieg im Nahen Osten, Russlands Aggression gegen die Ukraine, Störungen auf den Energiemärkten und extreme Wetterbedingungen könnten...

DWN
Finanzen
Finanzen Bruttosparquote: Nur die Schweizer sparen mehr als die Deutschen
28.10.2026

Beim Sparen kann den Deutschen fast keiner etwas vormachen. Doch in anderen Ländern machen die Menschen oft mehr aus ihrem Geld. Das soll...

DWN
Politik
Politik Klimawandel: EU-Kommission will Europa besser gegen Klimaschäden wappnen
28.10.2026

Geschmolzene Gleise, Zehntausende Hitzetote, Hunderttausende verbrannte Hektar: Nach dem heißesten Sommer aller Zeiten in Westeuropa will...