Finanzen

Ausgabe "grüner" Anleihen erreicht neues Rekordniveau

Lesezeit: 1 min
25.01.2021 09:19  Aktualisiert: 25.01.2021 09:19
Grüne Anleihen sind gefragt wie nie. Nach der Rekordemission im letzten Jahr wird auch für 2021 ein neuer Rekord erwartet.
Ausgabe
Foto: Frank Rumpenhorst

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die weltweite Emission grüner Anleihen hat 2020 einer Studie zufolge ein Rekordniveau erreicht. Sie summierten sich auf 269,5 Milliarden Dollar, wie aus einem am Montag veröffentlichten Bericht des in London ansässigen gemeinnützigen Verbandes Climate Bonds Initiative (CBI) hervorgeht. Allerdings lag die Summe nur knapp über der von 2019 von 266,5 Milliarden Dollar, da die Corona-Krise die Ausgabe der Papiere zwischenzeitlich erheblich bremste. Für dieses Jahr rechnet die CBI mit einem deutlichen Anstieg des Volumens auf 400 bis 450 Milliarden Dollar. "2021 könnte ein nachhaltiges Wiedererstarken ermöglichen", erwartet der CBI.

Grüne Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, für die es seit 2007 einen Markt gibt. Das bei der Ausgabe bei Investoren eingesammelte Kapital muss konkreten Energie- und Umweltprojekten zugewiesen werden, die zum nachhaltigen und klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft beitragen sollen. Größter Markt waren im vergangenen Jahr den Angaben nach die USA mit einem Gesamtvolumen von 51,1 Milliarden Dollar, gefolgt von Deutschland mit 40,2 Milliarden Dollar und Frankreich mit 32,1 Milliarden Dollar.

Die Finanzagentur des Bundes will in diesem Jahr den Bereich grüner Anleihen ausbauen. So soll erstmals ein Bond mit 30-jähriger Laufzeit angeboten werden. Im vergangenen September hatte der Bund erstmals eine grüne Anleihe an den Markt gebracht, die auf enormes Interesse im In- und Ausland gestoßen war. Sie hat eine Laufzeit von zehn Jahren. Anfang November folgte die erste Anleihe mit fünfjähriger Laufzeit. Mit dem Geld sollen unter anderem nachhaltige Verkehrssysteme gefördert und CO2-Emissionen von Fahrzeugen reduziert werden.

Der Bund ist mit grünen Anleihen vergleichsweise spät dran. Länder wie Frankreich und Dänemark, aber auch Unternehmen und Banken begeben solche Papiere schon seit einiger Zeit. In diesem Jahr dürften auch die USA noch stärker am Markt aktiv werden - nicht zuletzt beflügelt durch den neuen Präsidenten Joe Biden, der kurz nach Amtsantritt dem erneuten Beitritt der USA zum Pariser Klimaschutzabkommen veranlasste.


Mehr zum Thema:  

DWN
Deutschland
Deutschland Es ist offiziell: Lockdown wird bis zum 28. März verlängert

Der Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland wird angesichts weiter hoher Infektionszahlen grundsätzlich bis zum 28....

DWN
Deutschland
Deutschland Brandbrief an Merkel: Deutschland spielt mit dem Verlust seiner mittelständischen Basis

Vertreter des Mittelstands warnen in einem Brandbrief an Bundeskanzlerin Merkel vor einer mutwilligen Zerstörung der wirtschaftlichen...

DWN
Politik
Politik Gegen den Lockdown: Texas hebt Maskenpflicht auf und öffnet alle Restaurants

Der US-Bundesstaat Texas wird zum Missfallen der in Washington D.C. sitzenden Biden-Regierung am 10. März alle Geschäfte und alle...

DWN
Finanzen
Finanzen Höhere Inflation im Anmarsch - ein gutes Omen für Gold

Während viele andere Geldanlagen zuletzt starke Gewinne verzeichneten, zeigte Gold eine auffällige Schwäche. Doch dies dürfte sich nun...

DWN
Politik
Politik Studie lobt Lockdowns, weil sie gut für das Klima sind – doch ging es eigentlich nicht um ein Virus?

Laut Experten sind über ein Jahrzehnt hinweg gleichwertige Emissionsrückgänge wie während des aktuellen Corona-Lockdowns erforderlich,...

DWN
Politik
Politik 2021: Jahr der Wahlen - oder der Wählertäuschungen?

2021 ist das Jahr der großen Wahlen. Doch eigentlich ist es egal, für wen sich die Wähler entscheiden, schreibt DWN-Gastautor Henrik...

DWN
Politik
Politik DWN-Recht: Dürfen nun Beamte, die der AfD angehören, gefeuert werden?

In den Reihen der als „Verdachtsfall“ eingestuften AfD befinden sich auch deutsche Beamte. Welche beruflichen und rechtlichen...

DWN
Politik
Politik Medienberichte: Intensivstationen sind voll mit Leuten, die kein Deutsch verstehen

Die Bild-Zeitung berichtet von einem Gespräch zwischen RKI-Chef Lothar Wieler und mehreren Chefärzten. Demzufolge sei die Mehrheit der...