Politik

Bericht: Westlicher Geheimdienst führte Razzia gegen Iraner in Damaskus durch

Die israelische nachrichtendienstliche Webseite „Intelli Times“ berichtet, dass ein „westlicher Geheimdienst“ in der syrischen Hauptstadt Damaskus eine Razzia gegen eine Militäreinheit der Iraner durchgeführt habe. Doch russische Quellen behaupten hingegen, der Bericht sei „höchst fragwürdig“.
06.02.2021 16:40
Lesezeit: 2 min
Bericht: Westlicher Geheimdienst führte Razzia gegen Iraner in Damaskus durch
In der Hauptstadt Damaskus soll eine Geheimoperation stattgefunden haben. (Foto: dpa) Foto: Alaa Badarneh

Vor ungefähr vier Monaten führte ein westlicher Geheimdienst im Herzen von Damaskus eine verdeckte Operation gegen das Hauptquartier der Abteilung „Unit 840“ der iranischen „Quds Force“ in Syrien durch, berichtet die nachrichtendienstliche israelische Webseite „Intelli Times“. Die Razzia fand in einem Wohnhaus im Herzen eines Viertels im Norden von Damaskus statt, nur drei Kilometer vom Palast von Präsident Assad entfernt. Während der Operation wurde viel Material über die Aktivitäten der Einheit in Syrien, Einzelheiten über ihr Personal und Pläne, die sie gegen israelische Ziele erarbeitet haben sollen, beschlagnahmt. Die anonyme Quelle, die diese Operation enthüllt hat, fügte dem Beweismaterial Videoausschnitte bei, die mit einer Bodycam aufgenommen wurden.

„Die letzte berühmte Operation im Kfar Sosa-Viertel von Damaskus, an der auch Agenten beteiligt waren, fand am 12. Februar 2008 um 22:35 Uhr nachts statt (…) eine Aktion, die später der Zusammenarbeit des israelischen Mossad und der CIA zugeschrieben wurde (…) Die jüngste Razzia findet jetzt in derselben Nachbarschaft statt (…) es ist möglich, dass die Exposition nun dazu gedacht ist, jedem, der plant, israelischen Zielen in Israel oder im Ausland Schaden zuzufügen, eine Botschaft übermittelt werden soll“, so das Portal.

Die Existenz von „Unit 840“ wurde im Mai 2019 durch „Intelli Times“ und später, am 19. November 2020, durch offizielle israelische Nachrichtendienste. Die israelische Armee hatte es deshalb auf die „Unit 840“ abgesehen, weil dem Bericht zufolge diese Einheit in Damaskus Pläne für den Beschuss von israelischen Truppen ausarbeitete. Die „Unit 840“ sei eine relativ neue geheime ausländische Angriffseinheit, die unter anderem für die Planung und den Aufbau terroristischer Infrastrukturen auf der ganzen Welt gegen westliche Ziele und Oppositionelle verantwortlich ist.

Die Einheit wird von Yazdan Mir (auch bekannt als Seder Bagri) geleitet. Er wird von Mukhteba Hashemi und Muhsan Muhammad unterstützt.

Die pro-russische Militärwebseite „Southfront“ hat den Bericht von „Intelli News“ aufgegriffen. Sie führt aus: „Der israelische Bericht ist höchst fragwürdig. Trotzdem führte der israelische Geheimdienst in der Vergangenheit ähnliche gewagte Operationen im Libanon, in Syrien, im Iran und in vielen anderen Ländern durch. Der Bericht selbst könnte als Botschaft an Syrien und den Iran angesichts der wachsenden Spannungen in der Region angesehen werden.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: „Blaue Welle“ lässt Aktienmärkte steigen – Ölpreise auf Talfahrt
04.11.2026

Erfahren Sie, wie die neuesten politischen Entwicklungen in den USA die Finanzmärkte bewegen und welche Branchen jetzt im Fokus stehen.

DWN
Politik
Politik Stromumlage ab 2031 geplant: Stromverbraucher sollen neue Gaskraftwerke finanzieren
04.11.2026

Elf Kraftwerksprojekte erhalten Geld dafür, Strom für Dunkelflauten bereitzuhalten. Die Kosten sollen auf alle Stromverbraucher umgelegt...

DWN
Technologie
Technologie Digitale Souveränität: Wie Trump Europas Cloud-Abhängigkeit offenlegt
04.11.2026

Europäische Unternehmen speichern ihre Daten in heimischen Rechenzentren und verlassen sich auf deren Sicherheit. Doch der...

DWN
Technologie
Technologie Dacia Duster im Test: Wenn die Reichweite an der Grenze zur Unwahrscheinlichkeit liegt
04.11.2026

1.410 Kilometer Reichweite, Allradantrieb und drei Antriebstechnologien in einem Auto: Der Dacia Duster Hybrid 4x4 verspricht erstaunlich...

DWN
Politik
Politik Die Amerikaner haben uns bislang erfolgreich gespalten
04.11.2026

Russland gilt seit Jahren als Meister der Einflussnahme auf Europa. Doch inzwischen richtet sich der Blick zunehmend auf Washington. Auch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Maschinenbau: 14 Prozent mehr Aufträge im September
04.11.2026

14 Prozent mehr Aufträge im September, vor allem aus dem Inland: Für den Maschinenbau ist das ein Hoffnungsschimmer. Doch der starke...

DWN
Politik
Politik Pleitewelle erwartet: Krankenhäuser fürchten neue Milliardenlöcher und Insolvenzen
04.11.2026

Die Finanzlöcher deutscher Krankenhäuser werden immer tiefer: Eine Welle von Klinik-Insolvenzen wird erwartet. Um gegenzusteuern, wollen...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie reagiert die EZB? Inflationsrate in Eurozone steigt im Oktober auf 4,0 Prozent
04.11.2026

Die Inflation in der Eurozone ist im Oktober auf den höchsten Stand seit über drei Jahren gestiegen. Damit entfernt sich die Teuerung...