Finanzen

Verdächtige Aktien-Rally an Börsen geht weiter: Aufwind vor dem großen Crash?

In Erwartung einer kraftvollen Erholung der Wirtschaft von den Coronavirus-Folgen steigen weitere Anleger in die Aktienmärkte ein. Handelt es sich dabei um kurzfristige Kursaufschwünge vor dem großen Crash?
10.03.2021 18:21
Aktualisiert: 10.03.2021 18:21
Lesezeit: 2 min

In Erwartung einer kraftvollen Erholung der Wirtschaft von den Coronavirus-Folgen steigen weitere Anleger in die europäischen Aktienmärkte ein. Der Dax legte am Mittwoch zeitweise auf ein Rekordhoch von 14.560,97 Punkten zu und schloss 0,7 Prozent im Plus bei 14.540,25 Zählern. Der EuroStoxx50 rückte ähnlich stark auf 3819,20 Stellen vor. An der Wall Street verbesserte sich der US-Standardwerteindex Dow Jones um bis zu 1,3 Prozent und markierte mit 32.234,30 Punkten ebenfalls eine Bestmarke.

Mehr zum Thema: Großer Börsen-Crash im April 2021: Die EZB muss vorbereitet sein (Prognose vom 10.12.2020)

„Der Risiko-Appetit der Anleger ist immer noch da“, sagte Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus ActivTrades. Mit der für den Nachmittag (MEZ) erwarteten endgültigen Verabschiedung der zusätzlichen billionenschweren Corona-Staatshilfen in den USA und den beschleunigten Massen-Impfungen gegen den Erreger Covid-19 gebe es derzeit kaum Grund für Pessimismus.

Zusatzschub erhielten die Börsen von den US-Inflationsdaten. Die Teuerung blieb im Februar den Angaben zufolge mit 0,4 Prozent im Rahmen der Erwartungen. Investoren reagierten erleichtert und griffen bei US-Staatsanleihen zu. Dadurch drückten sie die Rendite der zehnjährigen T-Bonds auf plus 1,535 Prozent. Vergleichbare Bundestitel waren ebenfalls gefragt und rentieren bei minus 0,311 Prozent.

Nun richte sich die Aufmerksamkeit auf die anstehende Auktion von Treasuries im weiteren Tagesverlauf, schrieben die Analysten der ING Bank. Sollte die Nachfrage enttäuschen wie bei der jüngsten Emission siebenjähriger Titel, müsse mit einem erneuten Ausverkauf am Bond-Markt gerechnet werden.

Am Rohstoffmarkt trieben die Konjunkturoptimisten den Preis für Kupfer ein knappes Prozent in die Höhe auf 8877 Dollar je Tonne. Analyst Nitesh Shah vom Vermögensverwalter Wisdomtree traut dem Industriemetall einen Preis von 10.000 Dollar zu. Der Ökostrom-Boom schüre die Nachfrage nach diesem Rohstoff für Stromkabel.

Gefragt war auch Bitcoin. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise verteuerte sich um 4,3 Prozent auf 56.606 Dollar. "Die Anleger haben offensichtlich den jüngsten Kursrutsch als Wiedereinstiegsgelegenheit erachtet", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research.

Im Dax gehörten die Aktien von Adidas mit einem Plus von 2,8 Prozent zu den Favoriten. Der Sportartikel-Hersteller will kräftig wachsen und dem Weltmarktführer Nike Marktanteile abjagen. Die in Aussicht gestellten Dividenden und Aktienrückkäufe lägen mit einem Gesamtvolumen von bis zu neun Milliarden Euro über den Erwartungen, kommentierte Analyst James Grzinic von der Investmentbank Jefferies.

Auch Bayer will in den kommenden Jahren Umsatz und Gewinn steigern. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern peilt bis 2024 Erlöse von 43 bis 45 Milliarden Euro und einen Gewinn von sieben bis 7,50 Euro je Aktie an. Bayer-Aktien stiegen daraufhin um 2,7 Prozent.

Unter Verkaufsdruck gerieten dagegen General Electric (GE) und AerCap, deren Aktien jeweils mehr als 5,5 Prozent verloren. Der Siemens-Rivale GE verkauft sein Flugzeugleasing-Geschäft für mehr als 30 Milliarden Dollar an AerCap. Damit verdoppele das Unternehmen seine Flotte nahezu und verbreitere seine Kundenbasis, kommentierte Analystin Helane Becker vom Vermögensverwalter Cowen. GE- und AerCap-Titel hatten in Erwartung dieses Deals in den vergangenen Tagen kräftig zugelegt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

 

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Wall Street schließt im Minus, während sich der Anleiheausverkauf fortsetzt
28.09.2026

Spannung an den Finanzmärkten: Erfahren Sie, welche entscheidenden Faktoren die Wall Street heute in Atem hielten.

DWN
Politik
Politik Geran-5: Wie die Ukraine auf Russlands schnelle Drohne reagiert
28.09.2026

Russlands schnelle Angriffsdrohnen stellen die ukrainische Luftverteidigung vor ein neues Problem. Während ältere Geran-5-Modelle...

DWN
Politik
Politik Europa schließt Fabriken und träumt von strategischer Autonomie
28.09.2026

Da es keine Antwort auf die heute und jetzt hohen Energiepreise gibt, zu denen auch die Politik der EU beigetragen hat, verkauft Ursula von...

DWN
Politik
Politik Verteidigungsfähigkeit: Bericht zu Verteidigungsbereitschaft der EU offenbart Lücken
28.09.2026

Signifikante Lücken bei der Luftverteidigung, bei Drohnen und bei Munitionsbeständen: Vor dem Treffen der europäischen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Milliardeninvestition richtet Hunderte Satelliten auf Putin
28.09.2026

Die finnische Satellitenfirma Iceye spielt bereits eine wichtige Rolle für die Ukraine und ihre Angriffe auf russische Ziele. Nun will das...

DWN
Politik
Politik Erneuerbare Energien: Solarstromproduktion übertrifft Vorjahreswert
28.09.2026

Bereits Ende September hat die Solarstromproduktion in Deutschland den Vorjahreswert übertroffen. Welche Faktoren zu diesem Rekord...

DWN
Finanzen
Finanzen Weltweite Schulden mit Gold tilgen? Dann müsste es 400.000 Dollar kosten
28.09.2026

Die Goldpreise erreichen 2026 Rekordstände. Doch was wäre, wenn Staaten ihre Schulden theoretisch mit ihren Goldreserven decken wollten?...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-China-Handelskonflikt: Expertin warnt vor 50 verlorenen Jahren
28.09.2026

Chinas Exportmaschine setzt Europas Industrie zunehmend unter Druck, und ausgerechnet Deutschland trifft der neue Wettbewerb besonders...