Politik

Ukraine-Umfrage: Mehrheit der Türken sieht Kriegsschuld bei NATO und USA

Einer aktuellen Umfrage zufolge sieht die Mehrheit der Türken die Schuld am Krieg in der Ukraine bei der NATO und den USA. Die Regierung in Ankara lehnt Sanktionen gegen Russland ab und agiert als Vermittler zwischen Kiew und Moskau.
31.03.2022 17:58
Aktualisiert: 31.03.2022 17:58
Lesezeit: 1 min

Nach einer Umfrage des türkischen Meinungsforschungsinstituts „Metropoll“ machen 48 Prozent der Befragten nicht Russland, sondern die NATO und die USA für den Krieg in der Ukraine verantwortlich. Während 33,7 Prozent die Schuld bei Russland sehen, machen nur 3,7 Prozent der Türken die Ukraine für den Krieg verantwortlich.

Die Zeitung „Ahval“ berichtet: „Die Regierung Erdoğans lehnte Russlands Invasion unter Berufung auf die territoriale Integrität der Ukraine ab, versuchte aber, während des Krieges weitgehend neutral zu bleiben und als Vermittler zwischen den beiden Seiten zu fungieren. Die Türkei hat keine Sanktionen gegen Russland wegen der Invasion oder gegen Oligarchen verhängt, die dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nahestehen. Am Wochenende hieß es, die Oligarchen seien zu Tourismus- und Investitionszwecken im Land willkommen.“

Deutschlandweit sehen laut einer „Statista“-Umfrage 55 Prozent die Kriegsschuld bei Russland, 34 Prozent bei den Separatisten, 20 Prozent bei der Ukraine, 17 Prozent bei den USA und sechs Prozent bei der EU.

Über die Stimmungslage in den USA berichtet der „Deutschlandfunk“: „Der Krieg in der Ukraine ist auch für US-Bürger von großem Interesse. Es wird breit darüber in allen Medien berichtet und ist auch in den sozialen Netzwerken ein großes Thema. Bei einer Umfrage nach Kriegsbeginn sagten über 70 Prozent der Befragten, sie seien für Sanktionen gegen Russland und die Unterstützung der Ukraine, auch, wenn das für sie Opfer bedeuten würde. Zugleich lehnt eine große Mehrheit der US-Bürger einen Einsatz von US-Militär in der Ukraine, im Krieg, ab.“

Friedensgespräche zwischen Moskau und Kiew

Der ukrainische Verhandlungsführer David Arachamija hat weitere Gespräche mit der russischen Delegation für den 1. April im Online-Format angekündigt, meldet die dpa. Bei den jüngsten Gesprächen in der Türkei habe die ukrainische Seite erneut ein Treffen der beiden Präsidenten vorgeschlagen, teilte Arachamija am Mittwoch per Telegram mit. Die russische Delegation habe geantwortet, dazu sei ein abgestimmter Vertragsentwurf Voraussetzung. Die Ukraine bestehe darauf, dass es ein solches Treffen nicht in Russland oder Belarus geben könne, sagte der Fraktionschef der Präsidentenpartei im Parlament in Kiew.

Arachamija lobte den russischen Oligarchen Roman Abramowitsch, der an jüngsten Gesprächen beteiligt war. Dieser spiele eine positive Rolle, sagte Arachamija nach ukrainischen Medienberichten. Abramowitsch biete einen „inoffiziellen Kommunikationskanal“, der beitrage, in normaler und nicht in diplomatischer Sprache zu diskutieren. Der Oligarch bemühe sich um Neutralität, meinte Arachamija. „Obwohl wir ihn nicht als neutrale Partei wahrnehmen. Aber wir können sagen, dass er sicher neutraler ist als die offizielle Seite der Verhandlungen.“

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Finanzen
Finanzen OpenAI-IPO: Die wahre Sorge der Finanzchefin vor dem Börsengang
25.10.2026

Während die Finanzwelt auf den milliardenschweren OpenAI-Börsengang wartet, treibt Finanzchefin Sarah Friar eine ganz andere Sorge um:...

DWN
Technologie
Technologie Adobe-Alternative kostenlos: Ein verärgerter Kunde fordert den Milliardenkonzern heraus
25.10.2026

Ein Kunde will sein Adobe-Abo kündigen und soll dafür auch noch bezahlen. Seine Rache könnte den Software-Riesen teuer zu stehen kommen....

DWN
Unternehmen
Unternehmen KI im Unternehmen: Warum ChatGPT allein noch keine Prozesse automatisiert
25.10.2026

ChatGPT schreibt Texte, fasst Informationen zusammen und spart Mitarbeitern Zeit. Doch wer KI wirklich zur Prozessautomatisierung nutzen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Robin Zeng: Der Chinese, von dem Deutschlands Autobauer abhängen
25.10.2026

Er baut keine Autos, doch ohne ihn hätten BMW, Volkswagen und Mercedes-Benz ein gewaltiges Problem. Der chinesische Milliardär Robin Zeng...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Pflege statt Arbeit: Immer mehr pflegende Erwerbstätige gehen Arbeitsmarkt verloren
25.10.2026

Die wachsende Zahl pflegender Angehöriger könnte den Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren laut einer Prognose spürbar belasten: Bis 2045...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Umsatzwarnungen: Lindt & Sprüngli entlässt Konzernchef Lechner
25.10.2026

Der Schokohasen-Hersteller leidet unter teuren Kakaopreisen und dem heißen Sommer. Nun soll ein alter Bekannter vorm Weihnachtsgeschäft...

DWN
Politik
Politik Frankreich führt Aufschläge für Medikamente ein. Was bedeutet das für die Preise in Deutschland und für Generika?
25.10.2026

In Frankreich wurde eine neue Vereinbarung mit der Pharmaindustrie über Arzneimittelpreise erzielt, die dazu führen könnte, dass einige...

DWN
Unternehmen
Unternehmen US-Rüstungsfirma Covenant: Protest gegen Marschflugkörper-Produktion ab 2027 in Leipzig
24.10.2026

Die US-Rüstungsfirma Covenant will in Leipzig Marschflugkörper herstellen. Der Standort soll weltweit die größte Basis für Europas...