Finanzen

Deutschland im Club der Superreichen vorn dabei

Fast 3.000 Menschen weltweit besitzen mehr als eine Milliarde Dollar – und Deutschland spielt eine führende Rolle. Während Tech-Investments und Erbschaften den Kreis der Superreichen immer weiter wachsen lassen, zeigt der UBS-Report, dass Deutschlands Milliardäre nicht nur zahlenmäßig zulegen, sondern auch ihr Vermögen kräftig steigern. Europas größte Volkswirtschaft profitiert von einer starken Industrie, erfolgreicher Innovation und traditionsreicher Vermögensweitergabe – und steht damit an der Spitze Westeuropas.
04.12.2025 13:02
Lesezeit: 2 min
Deutschland im Club der Superreichen vorn dabei
Geld, Geld, Geld: So macht das Leben Spaß! In Deutschland gibt's immer mehr Milliardäre - aber was ist mit dem Rest? (Bild: iStock / tiero)

Fast 3.000 Menschen weltweit besitzen ein Vermögen von über einer Milliarde Dollar.

Eine Welle von Erbschaften und lukrative Investitionen in moderne Technologien haben das Vermögen der Milliardäre weltweit auf Rekordhöhe getrieben. Auf 15,8 Billionen Dollar (rund 13,6 Billionen Euro) kletterte das Vermögen der Superreichen nach Berechnungen der UBS binnen eines Jahres – ein Plus von 13 Prozent im Vergleich zu 2024.

Die Schweizer Großbank berücksichtigt in ihrer Analyse, die sie in diesem Jahr zum elften Mal vorlegt, Bargeld, Wertpapiere, Unternehmensbeteiligungen, Immobilien und weitere Sachwerte.

Club der Superreichen wächst weiter

Die gewaltige Summe verteilt sich auf eine größer werdende Gruppe: 2.919 Milliardäre zählt die UBS in ihrem aktuellen Report, ein Jahr zuvor waren es 2.682. Dabei verdanken 91 Menschen ihren Aufstieg einer Erbschaft. Männer sind unter den Superreichen deutlich in der Überzahl: 2.545 der Milliardäre sind Männer, 374 Frauen.

Deutschland: Wohlhabendste Region Westeuropas

In Deutschland stieg die Zahl der Milliardäre ausweislich der UBS-Daten um ein Drittel auf 156. Damit leben hierzulande so viele Milliardäre wie in keinem anderen europäischen Land. Ein Viertel davon hat es demnach aus eigener Kraft in den Club der Superreichen geschafft.

Die Milliardäre in Deutschland konnten ihr Vermögen im Vergleich zum Vorjahr um 145,9 Milliarden Dollar auf 692,1 Milliarden Dollar steigern. Damit stelle Europas größte Volkswirtschaft «die wohlhabendste Region Westeuropas» dar, schreibt die UBS.

«Nach dem Zweiten Weltkrieg entstand in Deutschland eine solide industrielle Basis, die bis heute Innovation und Wachstum fördert», erklärt die UBS. Deutschland sei in mehreren Industriesektoren – von Pharma über Maschinenbau bis Konsumgüter – führend und biete eine breite Grundlage für unternehmerischen Erfolg. Zudem gebe es hierzulande eine «starke Tradition der Vermögensweitergabe»: Allein im Jahr 2025 haben demnach 15 Mitglieder von zwei deutschen Pharmafamilien ein erhebliches Erbe erhalten.

Im Vergleich zu den führenden USA ist der Kreis der Milliardäre in Deutschland allerdings klein: Die Vereinigten Staaten kommen auf 924 Milliardäre mit einem Gesamtvermögen von rund 6,9 Billionen Dollar. China folgt mit 470 Milliardären und einem Gesamtvermögen von rund 1,8 Billionen Dollar.

Milliardenvererbung bis 2040

In den kommenden Jahrzehnten wird nach Einschätzung der UBS die Zahl von Milliardären weiter steigen, da sich der Vermögenstransfer beschleunige. Schätzungen zufolge werden Milliardäre bis 2040 weltweit etwa 6,9 Billionen Dollar an Vermögen weitergeben, wobei mindestens 5,9 Billionen Dollar direkt oder indirekt über Ehepartner an Kinder transferiert werden sollen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Verbessern Sie die Lieferketten-Transparenz

Identifizieren, scannen und übermitteln von eindeutigen Komponentendaten

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Ölpreissprung und Spannungen im Nahen Osten ließen US-Märkte uneinheitlich schließen
02.03.2026

Der US-Aktienmarkt schloss am Montag uneinheitlich, während der Rohölpreis einen starken Sprung machte. Investoren wogen die Folgen der...

DWN
Politik
Politik Nahost-Krieg: Deutsche kommen nicht zurück - Lufthansa-Airbus fliegt leer von Abu Dhabi nach München
02.03.2026

Etwa 30.000 Touristen von deutschen Reiseveranstaltern hängen im Nahen Osten fest. Die Bundesregierung sieht aber in erster Linie nicht...

DWN
Finanzen
Finanzen Erdgas-Preis aktuell: Iran-Krieg lässt europäischen Erdgas-Preis um fast 50 Prozent steigen
02.03.2026

Nach dem Angriff auf den Iran steigt der europäischer Erdgas-Preis um fast 50 Prozent nach Produktionsstopp. Analysten warnen vor...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinas Autooffensive in Europa verlangsamt sich: Struktureller Rückzug oder taktische Pause?
02.03.2026

Nach einem Rekordjahr verlieren chinesische Automarken in Europa plötzlich Marktanteile. Handelt es sich um eine Trendwende oder lediglich...

DWN
Politik
Politik Deutsche Umwelthilfe: Verbrenner-Aus 2030? BGH prüft Klimaklagen gegen Autobauer
02.03.2026

Wenn es nach der Deutschen Umwelthilfe geht, müssen BMW und Mercedes-Benz 2030 den Verkauf klimaschädlicher Verbrenner einstellen. Um den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Inflation in Frankreich und Spanien: Unerwarteter Anstieg zwingt EZB harten Wechselkurs aufrechtzuerhalten
02.03.2026

Neue Inflationsdaten aus Frankreich und Spanien sorgen für Unruhe an den Märkten. Muss die Europäische Zentralbank ihre Zinspolitik...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft ADAC: Sprit so teuer wie seit fast zwei Jahren nicht mehr
02.03.2026

Der Irankonflikt macht Öl teuer. Das bekommen auch die deutschen Autofahrer zu spüren. Bisher hält sich die Reaktion an den Zapfsäulen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen PCK-Raffinerie GmbH: Treuhandverwaltung für Rosneft Deutschland verlängert
02.03.2026

Die deutschen Töchter des russischen Staatskonzerns Rosneft stehen wegen des Ukraine-Kriegs jetzt unter Kontrolle der Bundesnetzagentur...