Wirtschaft

Tarifkonflikt spitzt sich zu: Verdi erhöht Druck auf Autobahn GmbH

Im Tarifstreit bei der Autobahn GmbH wächst der Druck auf die Arbeitgeberseite. Die Gewerkschaft Verdi fordert ein deutliches Lohnplus und verlangt ein konkretes Angebot. Bleibt eine „klare Antwort in Zahlen“ aus, könnten Warnstreiks den Betrieb auf Deutschlands Autobahnen beeinträchtigen.
09.01.2026 10:46
Aktualisiert: 09.01.2026 10:46
Lesezeit: 1 min

Auf Autofahrer kommen nach einer ergebnislosen ersten Tarifrunde bei der Autobahn GmbH des Bundes Warnstreiks zu. Verdi-Gewerkschaftssekretär Martin Krupp sagte der Deutschen Presse-Agentur, man setze darauf, „dass der Arbeitgeber die zweite Runde Anfang Februar ernst nimmt und ein konkretes Angebot zum Entgelt vorlegt“. Und weiter: „Bis dahin werden wir den Forderungen offenbar Nachdruck verleihen müssen.“ Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind damit Warnstreiks gemeint.

Über die Gespräche am Donnerstag sagte Krupp, man habe die Verhandlungen vorzeitig beendet, „weil der Arbeitgeber nicht bereit war - trotz geduldigem Nachfragen - ein konkretes Angebot zur Entgelthöhe vorzulegen“. Das sei „mehr als bedauerlich“. Verdi fordert - ebenso wie der dbb beamtenbund - sieben Prozent mehr Lohn bei einem Mindestbetrag von 300 Euro. „Auf diese klare Forderung erwarten wir keine Handvoll bunter Nebelkerzen, sondern eine ebenso klare Antwort in Zahlen“, so Krupp.

Rund 15.000 Beschäftigte bei der Autobahn GmbH des Bundes

Die Autobahn GmbH des Bundes hatte zuvor mitgeteilt, der dbb beamtenbund und tarifunion sowie Verdi hätten sich zu einer Beendigung des ersten Verhandlungstermins entschieden, noch bevor eine substanzielle Erörterung des von der Autobahn GmbH vorgeschlagenen Angebots möglich gewesen sei. Die Autobahn GmbH bedauere dies. Ziel sei es, „attraktive, zukunftsfähige und verantwortungsvolle Lösungen“ für die rund 15.000 Beschäftigten zu finden, die sowohl die exzellente Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würdige als auch die finanziellen Realitäten eines bundeseigenen Unternehmens abbildet.

Auch der dbb-Verhandlungsführer Andreas Hemsing hatte nach der ergebnislosen ersten Tarifrunde Warnstreiks nicht ausgeschlossen: „Es ist nicht Art des dbb, unmittelbar nach dem Verhandlungsauftakt laut über Streikmaßnahmen zu reden. Allerdings darf sich ein Arbeitgeber, der nicht in der Lage war, uns heute ein konkretes Angebot vorzulegen, auch nicht wundern, wenn unsere Kolleginnen und Kollegen der Meinung sind, ein Warnschuss zur rechten Zeit könnte die Chefetage bei der Autobahn GmbH aufwecken.“

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