Finanzen

DAX-Kurs unter Druck: Zollsorgen beschleunigen die Korrektur – was jetzt wichtig wird

Der DAX-Kurs gerät nach der jüngsten Rekordjagd weiter unter die Räder: Zollsorgen aus den USA drücken auf die Stimmung, während Charttechnik und wichtige Marken über die Richtung entscheiden. Für Anleger wird jetzt spannend, ob der Markt kippt oder sich stabilisiert.
20.01.2026 09:58
Lesezeit: 2 min
DAX-Kurs unter Druck: Zollsorgen beschleunigen die Korrektur – was jetzt wichtig wird
Der DAX-Kurs leidet aktuell unter den Zollkonflikten mit den USA (Foto: dpa). Foto: Boris Roessler

Zollkonflikt mit USA belastet DAX-Kurs aktuell weiterhin

Der deutsche Aktienmarkt bleibt durch die am Wochenende wieder aufgeflammten Zollsorgen auch am Dienstag angeschlagen. Für den Dax, der zum Wochenauftakt wieder unter 25.000 Punkte gerutscht war, geht die Korrektur der vorherigen Rekordjagd weiter. Damit steht der DAX-Kurs weiter unter Druck – auch wenn sich nach dem Rücksetzer erste Stabilisierungstendenzen zeigen.

Der deutsche Leitindex sank in den ersten Handelsminuten um 0,8 Prozent auf rund 24.750 Punkte. In der Vorwoche hatte er noch eine Bestmarke von 25.507 Punkten erreicht. Der MDax der mittelgroßen Börsenwerte sank am Dienstag um 1,2 Prozent auf 31.021 Punkte, während der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 moderatere 0,6 Prozent verlor. Er hatte in der Vorwoche ebenfalls Rekorde erzielt. Für Anleger, die den DAX-Kurs aktuell verfolgen, bleibt die Lage damit angespannt – denn die Unsicherheit kommt vor allem von außen.

US-Präsident Donald Trump hatte den europäischen Anlegern am Wochenende die Laune verhagelt. Wegen des Grönland-Streits hatte er Strafzölle ab Februar angekündigt, die zum 1. Juni Zölle noch steigen sollen, sofern kein Abkommen über den Kauf Grönlands durch die USA erzielt wird. Betroffen von den Zöllen sind acht europäische Nato-Länder, darunter auch Deutschland. Der Konflikt erhöht die Nervosität rund um die Börse aktuell.

DAX: Kursstabilisierung als Basis für Trendfortsetzung

Charttechnisch befindet sich der DAX in einem langfristigen Aufwärtstrend, welcher am 13. Januar durch den Kursanstieg auf ein Allzeithoch bestätigt wurde. Es folgte eine technische Gegenreaktion zum Abbau der überkauften Situation, welche den Index an den letzten vier Handelstagen belastet hat. Nach dem gestrigen Gap-Down zeigten sich allerdings bereits wieder Stabilisierungstendenzen. Durch die Etablierung eines höheren Verlaufstiefs könnte wiederum die Basis für eine Trendfortsetzung gelegt werden.

Ein solches Szenario wird derzeit neben der Nähe zu den Höchstständen und den sich nach oben ausweitenden Bollinger-Bändern auch durch die Kaufsignale der gleitenden Durchschnitte der letzten 20, 50 sowie 200 Börsentage (= GD 20, GD 50 sowie GD 200) bestätigt. Bollinger-Bänder sind ein technisches Analysewerkzeug in der Charttechnik, das zeigt, wie stark ein Kurs schwankt (Volatilität) und ob er im Verhältnis zu seiner jüngsten Entwicklung eher hoch oder niedrig steht.

Belastend wirkt auf der anderen Seite momentan ein Verkaufssignal in der Slow Stochastik. Die Slow Stochastik ist ein Momentum-Oszillator, der misst, ob ein Kurs im Vergleich zu seiner Handelsspanne der vergangenen Tage eher hoch oder niedrig notiert. In diesem Fall zeigt der Markt nachlassende Aufwärtskraft – und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der Kurs weiter fällt oder zumindest korrigiert.

Der Start einer neuen Aufwärtswelle könnte den DAX-Kurs wieder in Richtung des Tagestiefs vom 16. Januar bei 25.200 Punkten (Widerstand 1) tendieren lassen. Anschließend könnte der Aufwärtstrend erneut in Richtung des Allzeithochs vom 13. Januar bei 25.510 Punkten (Widerstand 2) tendieren. Vorbörslich wird der DAX mit einem Kursrückgang von -0,2 % getaxt. Das Long-Szenario ist hinfällig, wenn der DAX unter die Marke von 24.633 Punkten (Unterstützung 2) fällt – dann würde der DAX-Kurs in eine empfindlichere Korrektur übergehen.

DAX-Kurs zwischen Zollrisiko und Chartchance

Der DAX-Kurs bleibt nach dem Rückfall unter 25.000 Punkte in einer heiklen Phase: Politische Unsicherheit durch die angekündigten US-Strafzölle trifft auf eine charttechnische Lage, die gleichzeitig Stabilisierung und weitere Risiken signalisiert. Zwar sprechen der langfristige Aufwärtstrend sowie die Kaufsignale der gleitenden Durchschnitte für eine mögliche Fortsetzung der Bewegung nach oben. Doch das Verkaufssignal der Slow Stochastik mahnt zur Vorsicht. Anleger richten den Blick deshalb besonders auf 25.200 Punkte als Widerstand und 24.633 Punkte als kritische Unterstützung, die das Long-Szenario klar begrenzt.

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