Wirtschaft

Inflation in Deutschland steigt wieder über zwei Prozent: Lebensmittelpreise steigen

Die Inflation in Deutschland zieht zu Jahresbeginn wieder an und belastet viele Verbraucher spürbar. Besonders bei Lebensmitteln steigen die Preise deutlich. Doch auch Dienstleistungen und Energie spielen eine Rolle.
30.01.2026 14:26
Aktualisiert: 30.01.2026 14:26
Lesezeit: 2 min

Teure Lebensmittel: Inflation in Deutschland steigt auf 2,1 Prozent

Das Leben in Deutschland hat sich zum Start ins neue Jahr erneut stärker verteuert. Die Inflation in Deutschland zeigte sich im Januar wieder höher: Die Verbraucherpreise lagen um 2,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats - nach 1,8 Prozent Inflation im Dezember, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Zahlen berichtete. Besonders die Lebensmittelpreise zogen spürbar an. Von Dezember 2025 auf Januar 2026 stiegen die Verbraucherpreise nach Berechnungen der Wiesbadener Behörde um 0,1 Prozent.

Gastro-Steuersenkung kommt bei Kunden nicht an

Preistreiber im Januar waren außerdem Dienstleistungen, die sich überdurchschnittlich um 3,2 Prozent verteuerten. Hier wirkt sich unter anderem die Verteuerung des Deutschlandtickets für bundesweite Fahrten im Regional- und Nahverkehr aus. Zudem merken Kunden in vielen Restaurants und Cafés nichts davon, dass zum Jahreswechsel die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie von 19 auf 7 Prozent gesenkt wurde. Zahlreiche Betriebe behalten die Steuerersparnis für sich.

Auch beim täglichen Einkauf bleiben steigende Preise ein zentrales Thema: Für Lebensmittel mussten die Menschen hierzulande im Januar 2,1 Prozent mehr zahlen als ein Jahr zuvor. Im Dezember waren die Nahrungsmittelpreise lediglich um 0,8 Prozent gestiegen. Deutlich teurer als ein Jahr zuvor waren laut Daten aus den Bundesländern im Januar Kaffee, Schokolade und Fleisch, ebenso Obst und Gemüse. Damit bleibt die Inflation in Deutschland spürbar.

Inflation in Deutschland: Strom und Gas günstiger, Tanken teurer

Entlastung zeigte sich dagegen bei den Energiepreisen: Energie war nach Angaben des Bundesamtes im Januar 1,7 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Im Dezember hatten die Energiepreise um 1,3 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen. Mehrere Statistische Landesämter berichteten, dass im Januar Strom und Gas günstiger waren als ein Jahr zuvor, während sich Sprit verteuerte. Ein Grund: Zuletzt stiegen die Rohölpreise wegen des Iran-Konflikts auf den höchsten Stand seit vier Monaten. Die Entwicklung beeinflusst die Inflation in Deutschland ebenso.

Was passiert bei den Preisen im neuen Jahr?

Nach Einschätzung von Bundesbank-Präsident Joachim Nagel könnte die Inflationsrate in Deutschland für einige Monate unter die Marke von zwei Prozent rutschen. Dennoch sprechen viele Ökonomen dafür, dass die Teuerungsrate im Gesamtjahr 2026 knapp über zwei Prozent liegen wird. Dazu dürfte auch die jüngste Mindestlohnerhöhung beitragen. Denn zahlreiche Unternehmen geben gestiegene Kosten über höhere Verbraucherpreise an ihre Kundschaft weiter. Gedämpft wird die Inflation in Deutschland hingegen vom starken Euro, der Importe nach Deutschland verbilligt.

Inflationsrate: Überraschende Entlastung im Dezember

Im Dezember hatten günstigere Energie sowie etwas Entspannung bei den Nahrungsmittelpreisen die Inflationsrate erstmals seit September 2024 wieder unter die Marke von zwei Prozent gedrückt. Im Durchschnitt des vergangenen Jahres stiegen die Verbraucherpreise um 2,2 Prozent wie schon 2024. Ziehen die Preise deutlich an, schmälert das die Kaufkraft der Menschen. Immerhin: Seit mehr als zwei Jahren wachsen die Löhne nach Abzug der Inflation.

Bei ihrem aktuellen Wert um die zwei Prozent liegt die Teuerungsrate wieder im moderaten Bereich. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den Euroraum insgesamt ein stabiles Preisniveau bei mittelfristig 2,0 Prozent Inflation an. Inflation in Deutschland bleibt damit ein zentrales Thema für Verbraucher und Wirtschaft.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kappa Rus: Wie Putin einen Unternehmer um sein Lebenswerk bringt
20.10.2026

Jahrelang baute ein schwedischer Unternehmer in Russland ein millionenschweres Geschäft auf. Nun nimmt ihm Wladimir Putin per Dekret die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Leere Lager, stockende Bänder: Die deutsche Industrie im Würgegriff neuer Materialengpässe
20.10.2026

Elektronikkomponenten und chemische Rohstoffe werden zur Mangelware. Die neuesten ifo-Daten zeigen, wie fragil der Standort Deutschland im...

DWN
Finanzen
Finanzen Altersvorsorgedepot: Sozialverband warnt vor staatlich geförderter Kostenfalle
20.10.2026

Maximal ein Prozent Gebühren pro Jahr darf das neue Altersvorsorgedepot ab dem 1. Januar 2027 kosten. Dennoch warnt der Sozialverband vor...

DWN
Finanzen
Finanzen SpaceX-Aktie: Musk verspricht jedem US-Kind eine Aktie seiner Weltraumfirma
20.10.2026

Jedes Kind in den USA soll von Elon Musk eine Aktie seiner Weltraumfirma SpaceX bekommen. Wie genau das passieren soll, ist noch unklar....

DWN
Finanzen
Finanzen Staatsverschuldung: Wie teuer Deutschlands Schulden jetzt werden
20.10.2026

Deutschlands Staatsschulden wachsen, während die Zinsen an den Anleihemärkten steigen. Der Bund muss immer mehr Geld aufnehmen und...

DWN
Politik
Politik Sonntagsumfrage: AfD bleibt stärkste Kraft
20.10.2026

Die AfD liegt in der YouGov-Umfrage weiter vorn, während sich bei mehreren Parteien kaum etwas bewegt. Welche Verschiebungen es im...

DWN
Finanzen
Finanzen Vier Jahre Kursentwicklung an der Wall Street: Jetzt wird der Aufschwung auf die Probe gestellt
20.10.2026

Der US-Aktienmarkt hat sich in vier Jahren mehr als verdoppelt. Doch hohe Zinsen und Finanzierungssorgen für den KI-Boom haben nun für...

DWN
Finanzen
Finanzen Buffer-ETFs: Warum der Airbag fürs Depot vor allem Rendite kostet
20.10.2026

Buffer-ETFs versprechen Aktienrenditen ohne die schlaflosen Nächte. In den USA ist daraus ein 78-Milliarden-Dollar-Business geworden, in...