Politik

Konflikt im Persischen Golf: Trump ruft zur Nutzung der Straße von Hormus auf

US-Präsident Donald Trump sieht die USA im Konflikt mit dem Iran militärisch im Vorteil und fordert Ölfirmen auf, die Straße von Hormus wieder zu nutzen. Wird die zentrale Handelsroute für den globalen Öltransport dadurch tatsächlich sicherer?
12.03.2026 17:30
Lesezeit: 2 min
Konflikt im Persischen Golf: Trump ruft zur Nutzung der Straße von Hormus auf
US-Präsident Trump erklärt nach Angriffen auf den Iran, große Teile der iranischen Marine seien zerstört worden, und fordert eine Wiederaufnahme der Tankertransporte durch die Straße von Hormus. (Foto: dpa) Foto: Evan Vucci

Trump ruft Ölunternehmen zur Nutzung der Straße von Hormus auf

US-Präsident Donald Trump erklärte am Mittwoch, dem 11. März, Ölunternehmen sollten ihre Exporte wieder über die Straße von Hormus abwickeln. Zugleich betonte er, die US-Streitkräfte hätten nahezu alle iranischen Minenleger sowie einen Großteil der iranischen Marine zerstört.

Trump antwortete damit auf die Frage, ob Tanker trotz der Bedrohungen aus dem Iran weiterhin durch die strategisch wichtige Meerenge fahren sollten. Aus seiner Sicht gebe es keinen Grund, die Passage zu meiden.

Trump spricht von schweren Verlusten der iranischen Marine

„Ich denke, sie sollten sie nutzen. Schauen Sie, wir haben praktisch alle ihre Minenschiffe innerhalb einer Nacht ausgeschaltet. Wir sind auf 60 versenkte Schiffe gekommen“, sagte Trump am 11. März. Ihm sei zuvor nicht bewusst gewesen, wie groß die iranische Marine tatsächlich sei.

Gleichzeitig bezeichnete er die Flotte als groß, aber ineffizient. Nach seinen Worten sei nahezu die gesamte iranische Marine auf den Meeresgrund gesunken. Die Aussagen des Präsidenten unterstreichen die Darstellung der US-Regierung, dass die militärischen Operationen gegen iranische Kräfte erfolgreich verlaufen.

Appell an Tankerbetreiber

Bereits am Montag, dem 9. März, hatte Trump in einem Interview mit dem Sender Fox News erklärt, Tanker sollten trotz iranischer Angriffe weiterhin die Straße von Hormus passieren. Reedereien und Besatzungen müssten „ein wenig Mut zeigen“, sagte er und betonte, es gebe aus seiner Sicht keinen Grund zur Furcht.

Die Straße von Hormus gehört zu den wichtigsten maritimen Engstellen des weltweiten Ölhandels. Ein erheblicher Teil der globalen Rohölexporte wird über diese Passage zwischen dem Persischen Golf und dem Indischen Ozean transportiert.

Angriff auf Frachtschiff in der Meerenge

Die britische Behörde für maritime Sicherheit im Handel, UKMTO, meldete am Mittwoch, dem 11. März, dass ein Frachtschiff in der Straße von Hormus in Brand geraten sei. Das Schiff sei von einem nicht identifizierten Geschoss getroffen worden.

Nach Angaben der Behörde konnte die Besatzung das Schiff rechtzeitig verlassen. Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran hatte Teheran angekündigt, die Straße von Hormus blockieren zu wollen.

Washington warnt den Iran vor weiterer Eskalation

Berichte, wonach der Iran mit dem Verlegen von Seeminen in der Meerenge begonnen habe, kommentierte Trump bereits am Dienstag, dem 10. März, mit einer deutlichen Warnung an Teheran. Sollte dieser Schritt bestätigt werden, drohten noch härtere militärische Angriffe, erklärte er.

Am Mittwoch, dem 11. März, erneuerte der US-Präsident diese Drohungen. Bestimmte Ziele könnten „noch heute Nachmittag“ zerstört werden, sagte Trump. Gemeint seien Einrichtungen, ohne die ein Wiederaufbau des Landes kaum möglich wäre. In früheren Äußerungen hatte er angedeutet, dass es sich dabei vor allem um Energieinfrastruktur handeln könnte.

USA sehen militärische Fortschritte

Trump betonte zudem, das US-Militär verzeichne im Konflikt mit dem Iran deutliche Fortschritte. Er berichtete von Gesprächen mit Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten und erklärte, seine Gesprächspartner hätten ihre Anerkennung für die Leistungen der amerikanischen Streitkräfte zum Ausdruck gebracht.

Gleichzeitig räumte er ein, dass die militärischen Operationen der USA im Iran noch nicht abgeschlossen seien. Auf die Frage, ob ein Kriegsende möglich sei, bei dem Irans möglicher neuer Führer Modschdtabā Chamenei an der Macht bliebe, wollte Trump nicht antworten.

Energiemärkte bleiben ein Risikofaktor für Deutschland

Die Entwicklungen rund um die Straße von Hormus haben unmittelbare Auswirkungen auf die internationalen Energiemärkte. Jede Eskalation in dieser Region kann deutliche Preisschwankungen auslösen, da ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels durch diese Passage verläuft.

Für Deutschland als stark von Energieimporten abhängige Volkswirtschaft ist die Stabilität dieser Route von zentraler Bedeutung. Eine anhaltende militärische Eskalation im Persischen Golf könnte daher nicht nur die globalen Energiemärkte belasten, sondern auch steigende Energiepreise und zusätzliche wirtschaftliche Unsicherheiten in Europa auslösen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Staatliche Datenkontrolle treibt Verbraucher in die digitale Schattenwirtschaft

Deutschland befindet sich im Jahr 2026 in einer paradoxen wirtschaftspolitischen Situation. Während die Bundesregierung versucht, durch...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europäische Verteidigungstechnik: Deutsches Drohnenunternehmen steigt bei HEVI Optronics ein
12.03.2026

Ein deutsches Drohnenunternehmen steigt beim estnischen Sensorhersteller HEVI Optronics ein und übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung....

DWN
Politik
Politik Konflikt im Persischen Golf: Trump ruft zur Nutzung der Straße von Hormus auf
12.03.2026

US-Präsident Donald Trump sieht die USA im Konflikt mit dem Iran militärisch im Vorteil und fordert Ölfirmen auf, die Straße von Hormus...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Autoindustrie in der Krise: Warum 2026 wieder besser werden könnte
12.03.2026

Die Gewinne brechen ein, die Unsicherheit wächst – doch die deutsche Autoindustrie setzt auf eine Wende. Warum Experten ausgerechnet...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zalando: Schließung in Erfurt überschattet starkes Wachstum
12.03.2026

Zalando meldet starkes Wachstum, steigende Umsätze und Fortschritte bei KI. Doch die Schließung des großen Logistikstandorts in Erfurt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ifo: Ölreserven halten nur drei Monate
12.03.2026

Die strategischen Ölreserven der Welt könnten schneller aufgebraucht sein als gedacht. Ifo-Chef Clemens Fuest warnt vor Knappheit,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Fünf Warnsignale für Unternehmen: Woran lässt sich schwaches Management erkennen?
12.03.2026

Viele Unternehmen wirken nach außen stabil, obwohl sich intern bereits Schwächen in Strategie, Entscheidungsprozessen und Organisation...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Logistikverbände schlagen Alarm: Hohe Spritpreise sind nicht zu verkraften - staatliche Entlastung ist notwendig
12.03.2026

Deutsche Logistikverbände ⁠schlagen wegen der kriegsbedingt gestiegenen Kraftstoffpreise Alarm. In einem Appell fordern sie von der...

DWN
Panorama
Panorama Künstliche Intelligenz in der Medizin: Wie zuverlässig sind KI-Diagnosen wirklich?
12.03.2026

Künstliche Intelligenz gewinnt auch im Gesundheitsbereich zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Menschen wenden sich bei Beschwerden...