Trump ruft Ölunternehmen zur Nutzung der Straße von Hormus auf
US-Präsident Donald Trump erklärte am Mittwoch, dem 11. März, Ölunternehmen sollten ihre Exporte wieder über die Straße von Hormus abwickeln. Zugleich betonte er, die US-Streitkräfte hätten nahezu alle iranischen Minenleger sowie einen Großteil der iranischen Marine zerstört.
Trump antwortete damit auf die Frage, ob Tanker trotz der Bedrohungen aus dem Iran weiterhin durch die strategisch wichtige Meerenge fahren sollten. Aus seiner Sicht gebe es keinen Grund, die Passage zu meiden.
Trump spricht von schweren Verlusten der iranischen Marine
„Ich denke, sie sollten sie nutzen. Schauen Sie, wir haben praktisch alle ihre Minenschiffe innerhalb einer Nacht ausgeschaltet. Wir sind auf 60 versenkte Schiffe gekommen“, sagte Trump am 11. März. Ihm sei zuvor nicht bewusst gewesen, wie groß die iranische Marine tatsächlich sei.
Gleichzeitig bezeichnete er die Flotte als groß, aber ineffizient. Nach seinen Worten sei nahezu die gesamte iranische Marine auf den Meeresgrund gesunken. Die Aussagen des Präsidenten unterstreichen die Darstellung der US-Regierung, dass die militärischen Operationen gegen iranische Kräfte erfolgreich verlaufen.
Appell an Tankerbetreiber
Bereits am Montag, dem 9. März, hatte Trump in einem Interview mit dem Sender Fox News erklärt, Tanker sollten trotz iranischer Angriffe weiterhin die Straße von Hormus passieren. Reedereien und Besatzungen müssten „ein wenig Mut zeigen“, sagte er und betonte, es gebe aus seiner Sicht keinen Grund zur Furcht.
Die Straße von Hormus gehört zu den wichtigsten maritimen Engstellen des weltweiten Ölhandels. Ein erheblicher Teil der globalen Rohölexporte wird über diese Passage zwischen dem Persischen Golf und dem Indischen Ozean transportiert.
Angriff auf Frachtschiff in der Meerenge
Die britische Behörde für maritime Sicherheit im Handel, UKMTO, meldete am Mittwoch, dem 11. März, dass ein Frachtschiff in der Straße von Hormus in Brand geraten sei. Das Schiff sei von einem nicht identifizierten Geschoss getroffen worden.
Nach Angaben der Behörde konnte die Besatzung das Schiff rechtzeitig verlassen. Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran hatte Teheran angekündigt, die Straße von Hormus blockieren zu wollen.
Washington warnt den Iran vor weiterer Eskalation
Berichte, wonach der Iran mit dem Verlegen von Seeminen in der Meerenge begonnen habe, kommentierte Trump bereits am Dienstag, dem 10. März, mit einer deutlichen Warnung an Teheran. Sollte dieser Schritt bestätigt werden, drohten noch härtere militärische Angriffe, erklärte er.
Am Mittwoch, dem 11. März, erneuerte der US-Präsident diese Drohungen. Bestimmte Ziele könnten „noch heute Nachmittag“ zerstört werden, sagte Trump. Gemeint seien Einrichtungen, ohne die ein Wiederaufbau des Landes kaum möglich wäre. In früheren Äußerungen hatte er angedeutet, dass es sich dabei vor allem um Energieinfrastruktur handeln könnte.
USA sehen militärische Fortschritte
Trump betonte zudem, das US-Militär verzeichne im Konflikt mit dem Iran deutliche Fortschritte. Er berichtete von Gesprächen mit Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten und erklärte, seine Gesprächspartner hätten ihre Anerkennung für die Leistungen der amerikanischen Streitkräfte zum Ausdruck gebracht.
Gleichzeitig räumte er ein, dass die militärischen Operationen der USA im Iran noch nicht abgeschlossen seien. Auf die Frage, ob ein Kriegsende möglich sei, bei dem Irans möglicher neuer Führer Modschdtabā Chamenei an der Macht bliebe, wollte Trump nicht antworten.
Energiemärkte bleiben ein Risikofaktor für Deutschland
Die Entwicklungen rund um die Straße von Hormus haben unmittelbare Auswirkungen auf die internationalen Energiemärkte. Jede Eskalation in dieser Region kann deutliche Preisschwankungen auslösen, da ein erheblicher Teil des weltweiten Ölhandels durch diese Passage verläuft.
Für Deutschland als stark von Energieimporten abhängige Volkswirtschaft ist die Stabilität dieser Route von zentraler Bedeutung. Eine anhaltende militärische Eskalation im Persischen Golf könnte daher nicht nur die globalen Energiemärkte belasten, sondern auch steigende Energiepreise und zusätzliche wirtschaftliche Unsicherheiten in Europa auslösen.


