Billiges Fast-Food: 2020 werden 75 Prozent der US-Amerikaner fettleibig sein

Die Zahl der Übergewichtigen wird in den USA in den kommenden Jahren dramatisch ansteigen. Der Grund: Damit sich die Amerikaner das Essen überhaupt noch leisten können, kaufen sie vermehrt minderwertige Lebensmittel. Auch in anderen Staaten muss der Trend Anlass zur Sorge geben.

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Mit einer Fettleibigkeitsrate von 33,8 % (Stand 2008) sind die Amerikaner Spitzenreiter im Vergleich mit den restlichen 33 OECD-Ländern. Die durchschnittliche Rate aller OECD-Länder liegt mit 16,9 % genau bei der Hälfte. Erschreckenderweise gibt die OECD für die Amerikaner den Ausblick, dass im Jahre 2020 etwa 75 Prozent aller Amerikaner unter Übergewicht oder Fettleibigkeit leiden werden. Im besonderen betroffen sind afro-amerikanische und mexikanische Frauen. Die Ursachen, die die OECD ausmacht, sind kultureller und ökonomischer Natur. Vor allem die Fast-Food-Ketten üben weiterhin einen verheerenden Einfluss auf die Ernährung der Amerikaner aus. Das schnelle und unkultivierte Essen führt zur Aufnahme von vielen Kalorien, wenig Sport vor allem bei sozial schwächeren Gruppen besorgt den Rest.

Die Zahlen der OECD lassen den Schluss zu, dass sich die Amerikaner qualitätvolles Essen nicht leisten können. Bio-Superläden wie Wholefoods sind für die meisten Amerikaner unerschwinglich. Die Rechnung wird die amerikanische Gesellschaft ingesamt präsentiert bekommen – nämlich in weiter steigenden Kosten für das Gesundheitssystem.

In den meisten entwickelten Staaten steigt die Fettleibigkeit aufgrund billigen Essens dramatisch an. Deutschland scheint in dieser Grafik der OECD zwar nicht auf, liegt aber den Zahlen zufolge im internationalen Mittelfeld. (Grafik: OECD)

In den meisten entwickelten Staaten steigt die Fettleibigkeit aufgrund billigen Essens dramatisch an. Deutschland scheint in dieser Grafik der OECD zwar nicht auf, liegt aber den Zahlen zufolge im internationalen Mittelfeld. (Grafik: OECD)

Die Ansteigen der Fälle von Fettleibigkeit wirkt sich massiv auf die Kosten für das Gesundheitssystem aus: 7.960 US-Dollar pro Einwohner betrugen die Ausgaben für das Gesundheitssystem in den USA im Jahr 2009. Zum Vergleich: Die Norweger gaben mit 5352 US-Dollar das zweitmeiste aus, Deutschland lag mit 4218 US-Dollar pro Kopf etwa bei der Hälfte der amerikanischen Ausgaben. Berücksichtigt man dabei, dass die Amerikaner sowohl beim Rauchen als auch beim Alkoholkonsum unter dem OECD-Durchschnitt liegen, zeigt sich die Größe des Fettleibigkeitsproblems. Der Anteil der rauchenden Bevölkerung der OECD-Länder liegt im Durchschnitt bei 22,1 %, von den Amerikanern rauchen 16 %; sie konsumieren 8,8 Liter Alkohol pro Kopf im Jahr, der Durchschnitt liegt hier bei 9,1 Litern.

Dennoch liegt die Lebenserwartung in den USA mit 78,2 Jahren etwa ein Jahr unter dem Durchschnitt von 79,5 Jahren. Deutschland liegt mit 81,5 Jahren darüber, das gilt auch für den Alkoholkonsum mit 9,7 Litern im Jahr; beim Tabakkonsum liegen die Deutschen mit einem Raucheranteil von 21,9 % knapp unter dem Durchschnitt. Japaner und Schweizer werden dagegen im Durchschnitt 83 Jahre alt.

Ein weiterer Indikator für die Auswirkungen der Fettleibigkeit sind die Zahlen der Tode durch Herzinfarkt: Der Durchschnitt in den OECD-Ländern liegt hier bei 117 pro 100.000 Einwohner, in den USA sind es 129. In Ländern wie Japan und Korea liegt diese Rate sogar unter 40.

Etwa 8 % der Ausgaben von Privathaushalten in den USA entfallen auf Lebensmittel. Das ist recht wenig, betrachtet man Zahlen von ökonomisch etwa gleich starken Ländern wie Kanada (17 %), Australien (17 %) oder Italien (16 %).

Kommentare

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    • Michael sagt:

      Das würde ich doch gerne etwas ergänzen.

      Bei den Deutschen sind 2010 860000 Menschen gestorben. Das Durchschnittsalter der Männer war 73. Das der Frauen 81. Wenn wir jetzt 55% ältere Damen und 45% jüngere Herren 2010 dahinscheiden ließen, kommen wir auf ein gewichtetes Durchschnittssterbealter bei den Deutschen von 77,4 Jahren.

      Die durchschnittliche hochgerechnete Lebenserwartung der 2010 Geborenen mag 81,5 Jahre sein. Das zu erwartende Sterbealter ist deutlich früher.

      Die Verfettung ist nicht nur bei den Amis aller Gesellschaftsschichten unabhängig der Hautfarbe weit verbreitet. Das sieht jeder, der nicht mit einer gelben Armbinde mit drei schwarzen Punkten durch das Leben schlendert. Ich weiß nicht, mit welchem BMI die Verfettung annehmen, aber ca. 60 % der deutschen Bevölkerung sind sichtbar “übergewichtig”.

      Nebenbei führt die Verfettung zu Krankheiten. Die wiederum belasten die Krankenversicherungen zusätzlich. Und so schließt sich der Kreis. Erst mit Drecksfraß mästen. Dann teure Behandlung. Nach 10 bis 12 Jahren krankem Rentnerdasein zu Tode gepflegt sozialverträgliches Ableben.

      Die “Gesundheitskosten” pro Kopf bei den Amis sind noch katastrophaler. Nämlich ca. doppelt so hoch, wie bei den Deutschen. Dabei entfällt die Hälfte auf den Staat, die andere Hälfte wird privat gezahlt. Das amerikanische Gesundheitssystem ist ein Musterbeispiel für extreme Ineffizienz. Offensichtlich wird so noch mehr “BIP” , Binnenkonsum, generiert. Da ist es nicht verwunderlich, wenn die Amis Obamas “Gesundheitsreform” offensichtlich mehrheitlich nicht wollen.

      Damit haben wir auch die Ursache des miesen BIP der PIGS gelöst. Die haben nämlich nur halb so hohe Gesundheitsausgaben wie die Deutschen. Sie haben zu geringe “Gesundheitskosten”, zu wenig Kundendienst am Kranken und Sterbenden. Also müssen sie den Leuten auch einreden, dass sie krank wären. Dann die “Gesundheitsindustrie” voll durchentwickeln. Das bringt Binnenkonsum ! Das schafft “Wachstum”.

      Unter dem Strich läßt sich der Liebe Gott nicht veralbern. Das an sich gute und sinnvolle Sozialsystem ist zur Abzocke, zum Wirtschaftsfaktor, verkommen.

    • Jim sagt:

      Interessanter Artikel! Es wäre vllt. noch wissenswert auf welchem Niveau sich Deutschland befindet. Hierzu habe ich direkt folgenden Artikel von 2007 gefunden.

      “Deutschland ist in der EU am fettesten”:
      http://www.stern.de/wissen/mensch/uebergewicht-deutschland-ist-in-der-eu-am-fettesten-587495.html

      @Redaktion: Letzte Zeile, erstes Wort: “Ländern”