Spanien-Auktion: Erfolgreich, vermutlich mit Hilfe der EZB

Spanien steht im Scheinwerferlicht der Investoren und EU-Politiker. Die Zinssätze für langfristige Papiere sind gestiegen. Interessanterweise waren die Anleihen bei der Auktion günstiger als am Sekundärmarkt. Dies deutet nach Einschätzung von Analysten auf eine Intervention der EZB hin.

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Die Zinsen für Spanien-Bonds bleiben hoch.

Die Zinsen für Spanien-Bonds bleiben hoch.

Spanien gilt als der nächste Bailout-Kandidat. Die Banken haben zu viele faule Kredite in ihren Portfolios (hier). Das Defizit und die angestrebten Sparmaßnahmen erlauben der spanischen Regierung derzeit keine Rekapitalisierung der Banken. Vielmehr setzt Mariano Rajoy die Banken zusätzlich mit höheren Kapitalanforderungen unter Druck. Entsprechend steigen die Refinanzierungskostenfür Spanien stetig an – auch bei der heutigen, mit Spannung erwarteten Auktion.

Das Land verkaufte zweijährige und zehnjährige Anleihen am Anleihenmarkt. Die Zinssätze für Anleihen mit einer Laufzeit bis 2022 stiegen von 5,403 Prozent auf 5,743 Prozent: Die höchste Rendite seit fünf Monaten und die dritthöchste überhaupt für diese Art der Anleihen. Die spanische Regierung war klug genug, nicht zu große Mengen an Anleihen dieser Art auszugeben. Da besonders langjährige Bonds als risikoreicher im Falle Spanien angesehen werden. Die Nachfrage erlaubte sogar etwas mehr Anleihen zu verkaufen als ursprünglich angepeilt. Bei den Anleihen mit einer Laufzeit von zwei Jahren ließ die Rendite sogar leicht nach. Sie fiel von 3,495 Prozent auf 3,463 Prozent. Die Zinssätze für 12- und 18-monatige hingegen Anleihen verdoppelten sich bei der jüngsten Auktion (hier).

„Es ist eine gemischte Auktion. Aus Sicht des Finanzministeriums ist es gut, den maximalen Bestand zu verkaufen“, äußert sich Peter Chatwell von Credit Agricole. Aber angesichts der Verwundbarkeit der Märkte, würde ich nicht zu viel auf diese Auktion geben.“

Bisher haben vor allem die spanischen Banken mittels des EZB-Tenders Anleihen gekauft. Doch nach und nach sehen sich die Banken möglicher Weise nicht mehr in der Lage, am Staatsanleihenmarkt zuzugreifen. Interessant ist, dass Peter Chatwell zufolge die Preise für die heute veräußerten Anleihen am Sekundärmarkt leicht höher waren als am Primärmarkt. Insofern könnte bei der heutigen Auktion nun vielleicht doch das Anleihe-Kaufprogramm der EZB wieder angelaufen sein (Andeutungen gab es ja bereits von der EZB – hier). Auch wenn Bundesbank-Chef Jens Weidmann eine solche Aktion ablehnt (hier).

Kommentare

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    • Zerohedge sagt:

      Keine (c) fuer die ZeroHedge Grafiken? ;-)

      Yield zieht noch weiter an, ist bald wieder bei >6% – ab 7% gibt’s LTRO3.
      Viel Spass im Oelpreis….

    • Dagmar sagt:

      Okay, die EZB kauft also weiter Ramsch. Wer hat die EZB dazu ermächtigt? An jeden Verlust der EZB ist der deutsche Steuerzahler mit 27% beteiligt, was unsere ReGIERung aber tunlichst verschweigt, Nach Auskunft der Regierung sind die Target2Salden ja auch nur ein unbedeutender Buchungsposten und auf keinen Fall ein Kredit, bzw. Schulden.

      Laßt den ganzen Haufen inklusive Banken endlich crashen, jagt sämtliche Politiker zum Teufel, auf National- und EU-Ebene. Dann können wir aufräumen und wiederr in vernünftigem Stil neu anfangen. Deutschland braucht z.B. keine 620 Abgeordneten in Berlin, 75% von denen kennt und hört niemand. Es sind immer die gleichen gleichgeschalteten figuren, die über uns bestimmen, mit “alternativlos” und “basta”. Für diese Worte gehört man in einer Demokratie gesteinigt, geteert und gefedert (ergibt dann ein Merkel-Huhn)! *Sorry, den Kalauer konnte ich mir jetzt nicht verkneifen.

      • shobozenzo sagt:

        Jeder verantwortungsvolle Politiker muß doch schauen, wie er aus dem
        Lügen und Verbrechersyndikat aussteigt. Doch es gibt wenige, da nur
        schwachköpfige Egomanen an die Spitze kommen. Sie sind in ihrer
        Dummheit so von sich überzeugt, dass sie die Realität für ein weit ent-
        ferntes Märchen halten.

      • Fred Feuerstein sagt:

        zu Dagmar:

        27 Nationen sitzen in der EZB und die Nehmer liegen bei ca. 23 !!! Jeder hat eine Stimme. Wie schwer wird es sein, eine Abstimmung gegen das deutsche Vermögen zu gewinnen ? Die gewinnen immer und (das sogenannte) Deutschland wackelt nicht einmal mit den Ohren. So einfach funktionieren die Transferzahlungen und nach dem ESM brauchen sie nicht einmal mehr abstimmen oder jemanden zu fragen.

    • dparvus sagt:

      Lug Trug gehen weiter.

      Wielange noch?

      Ist nach dem 6. Mai endlich schluß damit?

      • Wutbürger sagt:

        Das sind die grössten denkbaren Korruptionsfälle: die politische Kaste und die Herrschaften an der Notenpresse betreiben heimlich gemeinsame Sache zu Lasten aller Menschen im Währungsraum.

    • Wutbürger sagt:

      Welcher Fondmanager kann es denn noch verantworten, da reinzugehen? Dort schärfen sie doch bestimmt schon die Rasiermesser für den geplanten Haircut.