Verhandlungen: Griechenland will Sparprogramm verschieben

Der griechische Finanzminister hat sich mit Beamten des IWF getroffen, um über einen Aufschub der Umsetzung des Sparprogramms zu beraten. Dem Land soll ein Jahr mehr Zeit gegeben werden.

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Es ist nicht das erste Mal, dass Griechenland nicht die Forderungen der Troika eins zu eins umsetzt. Schon nach dem ersten Rettungspaket mussten sich die Gläubiger des Landes eingestehen, dass Griechenland das vorgegebene Sparprogramm nicht gänzlich erfüllt hat. Mit dem zweiten Rettungspaket hat sich die Situation nun wie erwartet wenig verändert, was angesichts der starken Einschränkungen für die Bevölkerung und der strauchelnden Wirtschaft auch grundsätzlich nachvollziehbar ist.

Und so ist Griechenlands Finanzministerium derzeit, griechischen Medien zufolge, mit den Kreditgebern des Landes in Verhandlungen, den Zeitraum für die geforderten, fiskalischen Anpassungen um ein Jahr auf 2015 zu verlängern. Am Wochenden soll dementsprechend der griechische Finanzminister, Philippos Sachinidis, mit Beamten des IWF über einen derartigen Aufschub diskutiert haben, schreibt die griechische Zeitung Ta Nea.

Der Wahlkampf in Griechenland ist also in vollem Gange. Denn erst vor ein paar Tagen hat Evangelos Venizelos (PASOK) den Aufschub der fiskalischen Anpassungen zu einem seiner Hauptthemen in seiner Wahlkampagne gemacht (hier). Philippos Sachinidis ist ebenfalls PASOK-Mitglied.

Bisher ist geplant, dass im Juni Delegierte der Troika erneut nach Griechenland reisen werden, um die Fortschritte des Landes bei der Erfüllung der Steuerziele und den Planungen für weitere Kürzungen von 5,5 Prozent des BIP zu begutachten. Kurz nach der Wahl am 6. Mai wird sich Poul Thomsen, der Chef des Griechenland-Teams beim IWF, bereits selbst ein Bild von der Situation in Griechenland machen.

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