Spanische Bankenkrise zwingt Sparkassen in eine Fusion

Um weiter die Situation im spanischen Bankensystem zu entschärfen, wird derzeit unter Aufsicht des Wirtschaftsministeriums an einer Fusion von vier spanischen Banken gearbeitet. Die Fiasko bei der Bankia zeigt jedoch, dass solche Fusionen am Ende nur dazu führen, dass der Steuerzahler die Zeche bezahlen muss.

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Die Krise der spanischen Banken nimmt kein Ende. Mit neuen Kapitalanforderungen will die Regierung die Sicherheiten der Banken erhöhen, aber Analysten sehen deutliche Parallelen zu Irland und rechnen damit, dass nur ein Bailout die Situation entschärfen könnte (mehr hier). Nun setzt die spanische Regierung auch ihren Fusionsweg fort.

Vier spanische Sparkassen arbeiten derzeit unter Aufsicht des Ministeriums für Wirtschaft an einer Fusion, die sie zu dem fünftgrößten Kreditgeber des Landes machen könnte – mit einem Vermögen von 270 Milliarden Euro, teilte eine ungenannte Quelle der FT mit. Die Banco Mare Nostrum, die Liberbank, die Unicaja und die Ibercaja wurden von der spanischen Regierung dazu ermutig, zusammen oder zu zweit bzw. zu dritt eine solventere Finanzgruppe zu schaffen. Bisher wurde aber noch kein fester Deal vereinbart.

Doch Analysten haben Bedenken, dass die Regierung wieder den gleichen Fehler begehen könnte wie bei der Bankia. Das Institut, das durch den Zusammenschluss von sieben Sparkassen entstanden ist, wird nun teilweise verstaatlicht. Mit 4,5 Milliarden Euro beteiligt sich der spanische Staat hier – das ist immerhin die landesweit größte Verstaatlichung seit Beginn der Krise. Die Ratingagentur Fitch stufte das Finanzinstitut Bankia deshalb am Montag herab: von BB- auf C. „Das Zusammenführen von schwachen Banken schafft keine starke Bank. Das sollte mittlerweile offensichtlich sein“, sagte ein Bank-Analyst der FT. Die spanische Regierung indes hätte betont, dass eine Fusion auf Solvenz basieren sollte, anstatt auf Größe, sagte eine Quelle.

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