Anshu Jain: Es gibt nicht die Spur eines Bank-Runs in Europa

Viel wurde in den vergangenen sechs Monaten unternommen, um die Situation in der Eurozone zu verbessern, insofern gebe es keinen Grund, einen Bank-Run in Europa zu erwarten, meint Anshu Jain, der künftige Chef der Deutschen Bank.

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Vergangenen Donnerstag wurden allein in Südeuropa 1,8 Milliarden Euro von den Konten abgezogen (hier) und Mario Monti fand große Unterstützung für seinen europaweiten Einlagensicherungsfonds beim EU-Gipfel am Mittwoch (hier), der einen Bank-Run verhindern soll. Doch für den zukünftigen Chef der Deutschen Bank, Anshu Jain, sieht die Lage viel weniger dramatisch. „Ich würde nicht sagen, dass wir auch nur in der Nähe davon sind, über einen Bank-Run zu sprechen“, sagte Anshu Jain in einem Interview mit der CNBC.

Anshu Jain: In Europa dreht sich alles um Staatsschulden und Griechenland ist der Ausgangspunkt

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Viel, so Anshu Jain, sei in den vergangenen sechs Monaten getan worden, was ein solches Szenario unwahrscheinlich mache. Vor vier Monaten „hatten wir keinen LTRO (Tender, Anm. der Red.) und die Art der Überwachung war viel kleiner“. Auch wenn die Situation in Griechenland viele Ängste schüre und es dies ein „legitimer Grund für Sorgen ist“, „würde ich nicht einmal annähernd von einem Bank-Run sprechen“, fügt er hinzu.

Auf die Frage, wo er denn angesichts der Herabstufung von 26 italienischen Banken durch die Ratingagentur Moody’s das größte Problem in Europa sehe, bekräftigte Ansu Jain, dass es sich in Europa alles um Staatsschulden drehe und „es beginnt mit Griechenland“. Griechenland sei ein wirkliches Problem, aber abgesehen davon gebe es sehr ermutigende Lage in Europa „Monti in Italien, Regierungen in Spanien, Portugal und Irland haben riesige Fortschritte hinsichtlich signifikanter Reformen gemacht“. Das wirkliche Thema sei, was die Lösung für Griechenland sein kann. „Wenn wir das hinkriegen – das große ‚wenn‘ – denke ich, gibt es durchaus einen Grund auf lange Sicht optimistisch für Europa zu sein“.

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