Ratingagentur: Italien muss innerhalb von sechs Monaten unter EU-Rettungsschirm

Der Chef der Ratingagentur Egan Jones erwartet, dass sowohl Spanien als auch Italien Geld aus dem Europäischen Rettungsfonds benötigen werden. Sowohl die Banken als auch die Staaten selbst hätten ein Problem mit der Kreditwürdigkeit. Mario Monti glaubt nicht, dass er Hilfe brauchen wird.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

Spanien und Italien werden nach Einschätzung von Sean Egan, Chef der unabhängigen Ratingagentur Egan Jones, einen vollen Bailout durch einen der europäischen Rettungsschirme benötigen. Egan sagte dem Sender CNBC, dass man nicht zwischen den Problemen der Banken und jenen der Staaten trennen könne. Die EU hatte genau dies versucht, indem sie den Spanien-Bailout als ausschließliche Banken-Rettung dargestellt hatte. Egan sagte, eine schlechte Bonität von Banken gehe meist Hand in Hand mit einer schlechten Finanzlage in den betreffenden Staaten. In Spanien und Italien sei dies besonders zutreffend, weil Staaten und Banken eng miteinander verwoben seien. Daher erwarte er, dass sowohl Spanien als auch Italien in den kommenden sechs Monaten unter den Europäischen Rettungsschirm (EFSF oder ESM) schlüpfen werden. Zuvor werden die Kosten für die spanische Banken-Rettung die 100 Milliarden-Grenze überschreiten, die die EU eigentlich vorgegeben hatte.

Italiens Premier Mario Monti sagte dagegen in Rom, dass er nicht glaube, dass Italien Hilfe aus Europa benötigen werde. Das Land spare viel mehr als andere Staaten in Europa. Unabhängige Beobachter haben davon allerdings bisher noch wenig gesehen. Und auch der spanische Premier Mariano Rajoy hatte ja noch wenige Tage vor dem offiziellen Hilferauf an die EU beteuert, dass Spanien alle seine Probleme werde allein lösen können.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht vom System und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***


media-fastclick media-fastclick