EU macht Druck: Euro-Bonds heißen jetzt Euro-Bills

Um die Zustimmung Deutschlands zu gemeinschaftlichen Schulden zu erreichen, will die EU nun sogenannte Euro-Bills einführen. Dabei sind Euro-Bills nichts anderes als die von Deutschland abgelehnten Euro-Bonds – nur mit kürzerer Laufzeit.

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Weil sich Deutschland vehement gegen Eurobonds wehrt, werden nun sogenannte Euro-Bills diskutiert. Dabei sind auch Euro-Bills gemeinsame europäische Schulden, lediglich die Laufzeit der Anleihen ist kürzer. Die geplanten Euro-Bills sollen nicht länger als für ein Jahr ausgestellt werden.

Euro-Bills könnten schnell eingeführt werden und gelten bei Banken als sichere Anlagemöglichkeit. Die Finanzierungskosten könnten so stark gesenkt werden. Beobachter rechnen damit, dass die Zinsen für Euro-Bills bis zu 0,8 Prozent betragen würden. Für angeschlagene Eurostaaten wie Spanien, Italien oder Portugal würde dies eine erhebliche Entlastung bedeuten: Sie müssen aktuelle für zweijährige Anleihen zwischen 4,5 und 8 Prozent Zinsen bezahlen.

Deutschland kann derzeit kurzfristige Anleihen ausgeben, ganz ohne Zinsen bieten zu müssen. Für Deutschland würden Euro-Bills die Finanzierung zwar verteuern, sie wären aber wesentlich unproblematischer als langfristige Eurobonds. So versucht man, Deutschlands Zustimmung zu gemeinschaftlichen Schulden zu erlangen.

Zusätzlich zu den kurzfristigen Anleihen ist ein Fonds zur Schuldentilgung geplant. Dieser würde sämtliche Staatsschulden übernehmen, die über 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes eines Mitgliedsstaates liegen.

Die EU will unbedingt gemeinschaftliche Schulden aufnehmen können. Der Internationalen Währungsfonds und drei der vier größten Mitgliedsstaaten sind für Eurobonds. Diese Woche werden mögliche gemeinsame europäische Anleihen im EU-Parlament diskutiert, beim EU-Ratstreffen in diesem Monat soll ebenfalls darüber beraten werden.

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