Kapitalflucht nach EZB-Entscheidung: Geldmarkt-Fonds ziehen aus Europa ab

Nach der Zinssenkung durch die EZB haben mehrere US-Geldmarktfonds bekanntgegeben, sich wegen der unsicheren Lage aus Europa zurückzuziehen. Auch Goldman Sachs sucht nach besseren Investments.

Ihren XING-Kontakten zeigen
linkedin
abo-pic

JPMorgan Chase, Goldman Sachs und BlackRock haben am Freitag bekanntgegeben, ihre Geldmarkt-Fonds in Europa zu schließen. Nach der Zinsentscheidung durch die Europäische Zentralbank (EZB) sehen die Investoren zu viele Risiken und zu wenig Rendite für die Fonds. Vor allem die Senkung des Depot-Zinssatzes hat den Ausschlag für diese Entscheidung gegeben. Analysten vertreten die Auffassung, dass diese Entwicklung einer systematischen Kapitalflucht für Europa langfristig zum ernsten Problem werden könne. Kurzfristig dürfte sich der Exodus noch nicht auswirken, weil die Banken noch über genügend Liquidität aus den Tendern (LTROs) der EZB haben.

Einigen Spott zog sich in diesem Zusammenhang Goldman Sachs zu. Die Bank sprach davon, dass der Schritt darin begründet sei, weil Europa nun unerkundetes Territorium sei. Durch einen Fehler in der Pressemeldung schrieben die Goldmänner jedoch „unchartered territory“, was eher an Charter-Reise und Billigflüge erinnert. Richtig müsste es, wie der Blog Zerohedge schreibt „uncharted territory“ heißen. Ein Rechtschreibfehler in einer Mitteilung über eine nicht ganz wichtige Entscheidung deutet darauf hin, dass es selbst bei Goldman in diesen Tagen ziemlich hektisch zugehen dürfte.

*** Für PR, Gefälligkeitsartikel oder politische Hofberichterstattung stehen die DWN nicht zur Verfügung: Unsere Prinzipien: Kritische Distanz zu allen und klare Worte. Das gefällt natürlich vielen nicht: Der Bundesregierung, den EU-Behörden, den Netzwerken der Parteien, den Lobbyisten, Medien unter staatlicher Aufsicht, verschiedenen Agitatoren aus dem In- und Ausland. Diese Player behindern uns nach Kräften und attackieren unser Geschäftsmodell.

Daher bitten wir Sie, liebe Leserin und Leser, um Ihre Unterstützung: Sichern Sie die Existenz der DWN!

Hier können Sie sich für einen kostenlosen Gratismonat registrieren. Wenn dieser abgelaufen ist, erhalten Sie automatisch eine Nachricht und können dann das Abo auswählen, das am besten Ihren Bedürfnissen entspricht. Einen Überblick über die verfügbaren Abonnements bekommen Sie hier. ***

media-fastclick media-fastclick