Kapitalflucht nach EZB-Entscheidung: Geldmarkt-Fonds ziehen aus Europa ab

Nach der Zinssenkung durch die EZB haben mehrere US-Geldmarktfonds bekanntgegeben, sich wegen der unsicheren Lage aus Europa zurückzuziehen. Auch Goldman Sachs sucht nach besseren Investments.

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JPMorgan Chase, Goldman Sachs und BlackRock haben am Freitag bekanntgegeben, ihre Geldmarkt-Fonds in Europa zu schließen. Nach der Zinsentscheidung durch die Europäische Zentralbank (EZB) sehen die Investoren zu viele Risiken und zu wenig Rendite für die Fonds. Vor allem die Senkung des Depot-Zinssatzes hat den Ausschlag für diese Entscheidung gegeben. Analysten vertreten die Auffassung, dass diese Entwicklung einer systematischen Kapitalflucht für Europa langfristig zum ernsten Problem werden könne. Kurzfristig dürfte sich der Exodus noch nicht auswirken, weil die Banken noch über genügend Liquidität aus den Tendern (LTROs) der EZB haben.

Einigen Spott zog sich in diesem Zusammenhang Goldman Sachs zu. Die Bank sprach davon, dass der Schritt darin begründet sei, weil Europa nun unerkundetes Territorium sei. Durch einen Fehler in der Pressemeldung schrieben die Goldmänner jedoch „unchartered territory“, was eher an Charter-Reise und Billigflüge erinnert. Richtig müsste es, wie der Blog Zerohedge schreibt „uncharted territory“ heißen. Ein Rechtschreibfehler in einer Mitteilung über eine nicht ganz wichtige Entscheidung deutet darauf hin, dass es selbst bei Goldman in diesen Tagen ziemlich hektisch zugehen dürfte.

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