Pleite Siziliens: Montis Handlungsspielraum schrumpft

Ein aufgeblähter Verwaltungsapparat, hohe Arbeitslosigkeit und finanzielle Probleme. Die italienische Regierung rechnet mit einer Pleite der Insel Sizilien. Sorgen um die Finanzen Italiens macht sich Monti jedoch nicht.

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Am Dienstag warnte der italienische Premier Mario Monti vor einer Pleite Siziliens. Sizilien erwirtschaftet rund 5,5 Prozent des italienischen BIP – die Verschuldung liegt bei rund 5,3 Milliarden Euro. Die Arbeitslosigkeit der Insel beträgt 19,5 Prozent. Die Lage ist ernst: Im schlimmsten Fall könnten keine Beamtengehälter und Pensionen mehr ausgezahlt werden, so der italienische Premier.

Mario Monti zufolge seien vor allem die lokalen Behörden für die Krise auf der Insel verantwortlich. Sizilien verfügt über einen aufgeblähten Verwaltungsapparat. Und 2011 wurde die Zahl der Angestellten im öffentlichen Dienst trotz der enormen Verschuldung noch einmal um 30 Prozent angehoben. Monti erwarte von Gouverneur Raffaele Lombardo eine Bestätigung, dass dieser bis zum Monatsende zurücktrete. Kommenden Dienstag will Mario Monti nach Sizilien reisen, um sich selbst einen Überblick zu verschaffen.

Eine Gefahr für die italienischen Finanzen dürfte die finanzielle Situation Siziliens nicht sein, so der Premier. Doch die Ratingagenturen und Finanzmärkte werden auch bei dieser Angelegenheit sehr genau hinschauen. Abgesehen vom wirtschaftsstarken Norden hat der Süden des Landes seit Jahrzehnten Schwierigkeiten. Sizilien könnte nur der Anfang sein. Und eine Unterstützung der Region durch das Land verschlechtert zwangsläufig die finanzielle Situation des gesamten Landes.

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