Wegen Unsicherheit: Deutsche Staatsanleihen finden nicht genügend Käufer

Deutschland schaffte es nicht bei der heutigen Auktion von zehnjährigen Anleihen, den gewünschten Betrag von 5 Milliarden Euro einzunehmen. Angesichts der EZB-Ratssitzung am Donnerstag warten die Anleger lieber ab.

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Ursprünglich wollte die deutsche Finanzagentur heute zehnjährige Anleihen im Wert von 5 Milliarden Euro emittieren. Doch die Auktion scheiterte. Bei nahezu gleichbleibend niedrigen Zinssätzen von 1,42 Prozent konnten nicht genügend Interessenten gefunden werden. die Finanzagentur konnte lediglich Staatsanleihen im Wert von 3,93 Milliarden Euro ausgeben.

Die niedrigen Zinssätze für deutsche Anleihen, die noch immer als sicherer Hafen angesehen werden, hatten bereits in den vergangenen Wochen eine geringere Nachfrage erlebt. die Investition in kurzfristige Anleihen aus Spanien und Italien ist lukrativer, da die Rendite hier um einiges höher ist. Hinzu kommt die EZB-Ratssitzung am Donnerstag. Die Investoren erwarten eine Intervention der Zentralbank (selbst Eurogruppen-Chef Juncker wird nun ungewöhnlicher Weise an der Sitzung teilnehmen – hier). Und die Unsicherheit, welche konkreten Maßnahmen die EZB anwenden wird und was daraus resultiert, hat den Appetit nach den heutigen, deutschen Staatsanleihen deutlich reduziert.

Die übrig gebliebenen Anleihen wird die deutsche Finanzagentur in den nächsten Tagen am Sekundärmarkt veräußern müssen. Grundsätzlich hält die Agentur meistens einen Teil der zu verkaufenden Anleihen dafür zurück, aber bei dieser Auktion war der zu erzielende Wert doch stark unterschritten worden. Das war die zweite Auktion von Anleihen dieser Art, die in diesem Jahr nicht zufriedenstellend beendet werden konnte. Nur, dass diese Mal 28 Prozent der Papiere nicht den Eigentümer wechselten und bei der vorher gescheiterten Aution lediglich 18,4 Prozent über blieben.

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