Schuldenkrise lässt Reallöhne in Europa sinken

In 16 von 27 der EU-Länder sinken die Reallöhne in Folge der Schuldenkrise, so eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Dieser Rückgang der Reallöhne wird zum „dominierenden Trend“, so das Institut. Zudem schwäche die hohe Arbeitslosigkeit die Einflussnahme der Gewerkschaften. Die Reallöhne in Deutschland steigen noch leicht.

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Die Auswirkungen der Schuldenkrise werden immer deutlicher in den Geldbörsen der Europäer sichtbar. Über Verluste bei den Reallöhnen zahlen schon heute mehr als der Hälfte der EU-Länder die Menschen für die Schuldenkrise. In 16 von der 27 Länder sind die Reallöhne in diesem Jahr gesunken, das geht aus einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung hervor.

Die griechischen Bürger werden 2012 die größten Verluste bei ihren Reallöhnen hinnehmen müssen (Grafik: Hans-Böckler-Stiftung)

Die griechischen Bürger werden 2012 die größten Verluste bei ihren Reallöhnen hinnehmen müssen (Grafik: Hans-Böckler-Stiftung)

Beunruhigend ist vor allem die Situation in Südeuropa. In Griechenland beispielsweise müssen die Arbeitnehmer in diesem Jahr voraussichtlich einen Reallohnverlust von 7,5 Prozent ertragen, so das stiftungseigene Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI). In Portugal haben die Menschen preisbereinigt 6,1 Prozent weniger Lohn. Dem Bericht zufolge müssten sich die Menschen auf eine Arbeitswelt einstellen, „in der Reallohnverluste zum dominierenden Trend werden“ „, heißt es in dem Bericht. Doppelt hart ist zudem, dass die Tarifverhandlungen aufgrund der angestiegenen Arbeitslosigkeit in Zukunft ebenfalls schwieriger ausfallen dürften. „In vielen europäischen Ländern wird derzeit die Position der Gewerkschaften durch eine anhaltend hohe Arbeitslosigkeit geschwächt.“

Deutschland ist eines der wenigen EU-Länder, in denen die Lohnentwicklung noch einigermaßen positiv ist. Das Land gehört zu denen, „deren Beschäftigte seit 2010 zumindest keine Lohnverluste hinnehmen mussten“. So werden die Reallöhne in Deutschland zwischen 2010 und 2012 dem Institut zufolge etwa um 2 Prozent gestiegen sein.

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